Magouhis Platzverweis als Knackpunkt: HSV verliert mit 1:3 gegen Lippstadt

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... und raus bist du: HSV-Stürmer Hugo Magouhi (rechts) streckt Lippstadts Fabian Lübbers nieder und sieht dafür die Rote Karte.

Hamm - Entscheidung vertagt: 57 Minuten lang sah es so aus, als könne die Hammer SpVg ausgerechnet gegen den Aufstiegskandidaten SV Lippstadt den Klassenerhalt perfekt machen. Dann schlug Hugo Magouhi zu – im wahrsten Sinne des Wortes. Der erst vier Minuten zuvor eingewechselte Ivorer sah nach einem Schlag gegen den Hals von Fabian Lübbers zurecht die Rote Karte. In Unterzahl ging es für die HSV rapide bergab. Aus der 1:0-Halbzeitführung wurde eine 1:3-Niederlage.

„Der Platzverweis war die Schlüsselszene. Hugo hat uns einen Bärendienst erwiesen“, sagte Hamms Trainer Ferhat Cerci.

Es hatte so gut begonnen für seine gegenüber dem Derby in Rhynern (0:0) auf vier Positionen veränderte Start-Elf. Überraschend saß zu Beginn auch Magouhi nur auf der Bank. Für ihn stürmte Durim Feta. Und das tat er zunächst ordentlich, wie überhaupt das gesamte HSV-Team einen guten Auftakt erwischte. In der dritten Minute hatten die Gastgeber Pech, als Roman Maciejak nur um Zentimeter an einer Hereingabe von Semih Yigit vorbeirutschte. Doch nur fünf Minuten später holten sie Versäumtes nach. Einen präzisen Pass von Innenverteidiger Tayfun Cakiroglu leitete Semih Yigit weiter zu Feta, dessen erster Schuss abgeblockt wurde. Der zweite Versuch saß – 1:0 (8.). Feta beendete damit eine 286-minütige Durststrecke ohne HSV-Tor.

So verheißungsvoll der Start war, so enttäuschend ging es weiter. „Wir haben nach dem 1:0 aufgehört, Fußball zu spielen. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen, standen nicht kompakt und waren bei Kontern nicht gefährlich genug“, kritisierte der Sportliche Leiter David Odonkor. Nach der guten Anfangsphase steuerte die Partie vor den Augen von Schalkes Nachwuchs-Chef Oliver Ruhnert, der als Assistent Schiedsrichter Lars Lehmann zur Seite stand, ohne große Höhe- oder Tiefpunkte auf den Halbzeitpfiff zu. Was beide Teams boten, war kaum mehr als ein Sommerkick, was speziell im Falle des SV Lippstadt verwunderte. Die Gäste mussten diese Partie gewinnen, um die kleine Aufstiegshoffnung am Leben zu erhalten. Sie kamen nur einmal gefährlich vor das Tor des nahezu beschäftigungslosen Michael Strzys, doch Traufetters Heber-Versuch aus 18 Metern ging weit daneben (13.). „Grottig“, kommentierte SVL-Co-Trainer Christian Klotz, einst selbst in Diensten der HSV, kurz und knapp die Leistung seiner Elf in den ersten 45 Minuten, die mit einem Schussversuch von Maciejak zu Ende gingen.

Nach Wiederanpfiff tat Lippstadt mehr für das Spiel, war aber weit davon entfernt, Angst und Schrecken zu verbreiten. „Eine solide Leistung wie in der ersten Halbzeit hätte uns zum Sieg gereicht. Damit wär das Thema Abstieg erledigt gewesen“, sagte HSV-Abwehrchef Erdal Kaleoglu, als er nach der Partie konsterniert im Schatten der Tribüne auf dem Rasen saß. „Aber dann gab es die Rote Karte. Das war der Knackpunkt“, meinte der 35-Jährige. So sah es auch Kapitän Yakup Köse: Kriegen wir die Karte nicht, gewinnen wir hier 1:0.“

Doch es kam anders. Magouhis Aktion brachte ihm bereits den dritten Platzverweis in dieser Saison ein (zweimal Rot, einmal Gelb-Rot) – einen weiteren wird es ebenso wenig geben wie das 19. Saisontor für den Sturmtank von den Elfenbeinküste. Er wird für die restlichen vier Partien gesperrt. Danach wird er den Verein verlassen. „Stand heute war das sein letztes Spiel für die HSV. Wir haben ihm vor einiger Zeit ein Angebot gemacht, das er nicht angenommen hat“, sagte Odonkor.

Bis zur 71. Minute hielten die dezimierten Hammer unter hochsommerlicher Sonne ihre Führung, dann zögerte Strzys beim Herauslaufen – Lippstadts Halil Elitok nutzte das zu einem Heber ins leere Tor – 1:1. „Mit zehn Mann ist es schwierig, gegen eine starke und abgezockte Mannschaft wie Lippstadt. Es war klar, dass es irgendwann in der Kiste rappelt“, meinte Ferhat Cerci. Das tat es noch zweimal. In der 78. Minute ließ Hamms Defensive den kurz zuvor eingewechselten Kevin Holz großzügig gewähren. Seinen Pass veredelte der zur Pause ins Spiel gekommene Josip Majic zum 1:2 (78.). Der 21-jährige Kroate erhöhte nach einem zu kurzen Rückpass von Dennis Mooy in der Nachspielzeit noch auf 1:3.

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