Blohme verletzt aus Flensburg zurück beim ASV

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Zuschauerrolle: Lukas Blohme laboriert an einem Bänderriss, hofft aber auf einen Einsatz am Samstag.

Hamm - Die Trainingseinheit des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen war bereits in vollem Gang, als Lukas Blohme in der Westpress-Arena vorbei schaute. Arzttermin statt Training hieß es für den Rechtsaußen – dabei hätte er die Einheiten mit der Mannschaft gut gebrauchen können. Schließlich hatte er die komplette Vorbereitungsphase bei seinem Stammverein, der SG Flensburg-Handewitt, absolviert – und die des ASV damit verpasst.

„Ich hoffe aber, dass ich am Donnerstag wieder ins Training einsteigen kann und am Samstag im Pokal gegen Neuss mein erstes Saisonspiel für den ASV machen werde“, ist der Linkshänder, der sich vor zwei Wochen vermutlich einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen hat, zuversichtlich. „Zur genauen Diagnose habe ich am Mittwoch noch einen MRT-Termin.“

Fast sechs Wochen hatte ASV-Coach Niels Pfannenschmidt auf Blohme verzichten müssen, der auch in dieser Saison noch in Flensburg unter Vertrag steht und mit einem Zweitspielrecht für die Hammer ausgestattet ist. Wenn es schlecht läuft, könnten noch ein paar Tage dazu kommen. „Diese Verletzung ist natürlich ärgerlich für uns“, sagt der Coach. „Lukas kann nicht so gut springen, aber das hatten wir schon einmal in der vergangenen Saison. Daher bin ich zuversichtlich, dass er am Wochenende spielen kann. Wenn nicht – wir sind in der Vorbereitung auch ohne ihn klar gekommen.“ Konditionell dürfte der gebürtige Flensburger keinen Nachholbedarf haben: „Wir können sicher sein, dass er fit ist“, sagt Pfannenschmidt. „Und bei uns hat sich vom System her zur Vorsaison ja nicht viel geändert, so dass wir ihn schnell integrieren können.“

Blohme war „erst einmal überrascht“, als der Anruf aus Flensburg kam, dass er die Vorbereitung beim Erstliga-Spitzenteam absolvieren sollte. „Ich war ja das ganze Jahr in Hamm“, sagt er. „Aber durch Olympia ist es so gekommen, dass in Flensburg viele Spieler gefehlt haben. Und dann habe ich mich natürlich riesig gefreut.“

Es war bereits die vierte Vorbereitung, die der 23-Jährige mit dem Bundesligakader seines Heimatvereins absolviert hat. „Das bleibt etwas Besonderes und ist mit das Beste, was es überhaupt gibt“, ist er immer noch begeistert. „Man lernt viel von diesen Spitzensportlern, die alles erreicht haben in ihrer Karriere, von Olympiasieg bis zum WM-Titelgewinn. Und wenn es losgeht, merkst du nach zwei, drei Tagen schon, dass es ein ordentliches Pensum ist, was von dir verlangt wird.“

Dass er die Zeit in Hamm mit den neuen Kollegen verpasst hat, findet Blohme zwar schade, die Wiedereingliederung ins Team sei für ihn dennoch kein Problem: „Wir sind im Schnitt noch jünger als letztes Jahr. Entsprechend fällt das Kennenlernen nicht so schwer. Und die Neuen waren ja im letzten Jahr schon mal hier.“

Für die Saison beim ASV hat sich der Linkshänder viel vorgenommen. „Das ist mein letztes Jahr, in dem ich noch einen Vertrag in Flensburg habe“, sagt er. „Ich weiß noch nicht, was danach ist, aber man will als junger Spieler natürlich hoch in die erste Liga. Ob das nächstes Jahr in Flensburg oder vielleicht sogar in Hamm ist, steht ja noch in denn Sternen. Aber es war von klein auf mein Traum, gerade als Flensburger Junge einmal für die große SG Flensburg-Handewitt spielen zu dürfen.“ Entsprechend will er in der anstehenden Saison einen Schritt nach vorne machen und hofft, dass „ich ein Angebot bekomme, das passt. Wobei ich aber auch nicht abgeneigt bin, in Hamm zu bleiben. Ich fühle mich hier super wohl, wir sind eine junge Mannschaft, machen auch viel außerhalb des Spielfelds zusammen. Das ist auch sehr wichtig.“

Dass sein Team auch in dieser Serie eine gute Rolle in der zweiten Liga spielen kann, steht für Blohme fest. „Wir hatten mit Platz fünf eine gute Saison. Dazu kommt, dass nur zwei Teams aus Liga eins abgestiegen sind“, sagt er. „Und ich glaube, wir haben schon Chancen, die zu schlagen. Im Trainigsspiel haben die Jungs ja gegen Lübbecke gewonnen. Wenn es Platz vier werden sollte, wären wir auch zufrieden, aber wenn wir etwas mit dem Aufstieg zu tun hätten, wäre das eine super Sache.“

Zunächst steht jedoch am Wochenende die erste Pokalrunde in der Westpress-Arena an, wo die Hammer in der Gruppenphase am Samstag (19 Uhr) über den Drittligisten Neusser HV das Finale am Sonntag (17 Uhr) gegen den deutschen Rekordmeister THW Kiel erreichen wollen. „Erstmal müssen wir gegen Neuss gewinnen“, will Blohme einen Schritt nach dem anderen machen. „Das ist ein super Drittligist. Aber wenn wir das gut spielen und die schlagen, dann haben wir gegen Kiel nichts zu verlieren – vielleicht können wir den THW dann ja ein bisschen ärgern.“

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