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Kreisliga A startet am Sonntag: Meister VfL Mark bleibt Favorit

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Der VfL Mark, hier in den weißen Trikots, muss als Meister der vergangenen Saison mit der Favoritenrolle in der Kreisliga A leben. Den Vorjahresvierten TuS Uentrop (rote Trikots) schmerzt der Abgang des Top-Torjägers Ercan Taymaz.

Hamm - Die Wochen der Konditionseinheiten und Testspiele sind vorbei, ab dem kommenden Sonntag wird es für die Fußballer in der Kreisliga A1 wieder ernst. Wer steht wo? Und wohin soll der Weg in der Spielzeit führen? Der WA hat bei den zehn Hammer Klubs nachgefragt. 

VfL Mark (Platzierung im Vorjahr: 1.): Nach einer schwachen Vorbereitung war der VfL in die vergangenen Saison gestartet und hatte die Liga trotzdem fest im Griff. Kurz vor dem Ligastart ist Trainer Thorsten Heinze mit den Trainingsleistungen seiner Mannschaft zufriedener als noch vor zwölf Monaten. 

„Natürlich haben meine Spieler die Meisterschaft im Hinterkopf“, gibt er zu. „Schließlich haben wir uns personell nicht verschlechtert. Dennis Brinkwirth ist im Spielaufbau eine echte Verstärkung.“ Im Pokalspiel gegen Herringen fehlten Heinze elf Akteure. Er hofft, dass der ein oder andere nun in den Kader zurückkehrt. „Wenn sie wieder dabei sind, mache ich mir keine Sorgen.“ 

BV 09 Hamm (3.): Trainer Heinz Schroth geht nach der umfangreichen Vorbereitung „sehr positiv gestimmt in die Saison“. Die anfänglichen Schwierigkeiten im Zusammenspiel sind abgestellt, die Neuzugänge gut integriert. „Unser Ziel war es, die Mannschaft bedeutend kompakter aufzustellen“, verrät er und meint damit, dass der Kader breiter aufgestellt ist als zuletzt. 

Nach Platz drei im Vorjahr gibt es für Schroth nur ein Saisonziel: „Unser Ziel ist der Aufstieg.“ Fünf Teams sieht der BVH-Trainer auf Augenhöhe im Kampf um den Spitzenplatz. Dazu zählt er neben dem eigenen Klub den VfL Mark, TuS Uentrop, Eintracht Werne und als „Top-Favorit“ den SVF Herringen.

Zwei Spitzen sollen Taymaz ersetzen

TuS Uentrop (4.): Nach dem Wechsel von Top-Torjäger Ercan Taymaz, der 47 Treffer erzielte, zum Landesligisten SV Drensteinfurt, sieht TuS-Trainer Sven Pahnreck die Notwendigkeit, das Spielsystem zu verändern. „Wir werden nun mit zwei Spitzen agieren“, erklärt er. „Es wird nicht mehr alles auf einen Akteur ausgerichtet sein.“ 

Daran hat der Coach in der Vorbereitung intensiv gearbeitet. Bei den Turnieren in Herringen und Wiescherhöfen, die die Uentroper für sich entschieden, hat das schon gut geklappt. „Doch man darf die Erfolge nicht zu hoch hängen“, warnt Pahnreck. „Für uns geht es darum, den eingeleiteten Umbruch fortzuführen und die junge Mannschaft im Mittelfeld zu etablieren.“ 

Hammer SpVg III (6.): Ohne großen Druck, aber auch ohne Unterstützung aus der zweiten Mannschaft geht die Dritte der HSV in die Saison. „Wir wollen die Punkte für den Klassenerhalt möglichst früh holen und dann schnuppern, ob noch etwas mehr geht“, gibt Trainer Haydar Koc vor. 

Richtig rund lief es vor Beginn der Liga nicht, die Mannschaft trainierte aufgrund vieler Urlauber nie in voller Stärke. „Viele Spieler, die zuletzt nicht zum Zug kamen, sind jetzt in der Pflicht“, sagt Koc. Der 43-Jährige will offensiven und ansehnlichen Fußball spielen lassen. „Wir können immer Tore schießen, in der Abwehr sind wir aber noch etwas zu anfällig“, weiß Koc.

Heimaturlaub stört Vorbereitung

SVF Herringen (8.): „Wir nehmen uns Zeit, die Mannschaft zu entwickeln“, sagt Ralph Oberdiek, Trainer des SVF. „Wir streben einen Platz im oberen Drittel der Tabelle an. Alles Weitere werden wir sehen.“ Oberdiek, der zusammen mit Jan Niehues das Trainerteam bildet, freut sich, dass sie beide so gut aufgenommen worden sind. 

Ralph Oberdiek (rechts)

Mit der Vorbereitung ist er im Großen und Ganzen zufrieden. „Man muss natürlich auch Abstriche machen“, ergänzt der Coach. „Es waren fast die gesamte Zeit über fünf bis sechs Spieler im Urlaub, sodass es schwer war, alle auf den gleichen Stand zu bekommen.“ 

Yunus Emre HSV (9.): Eine „durchwachsene“ Vorbereitung hat der Tabellenneunte der vergangenen Spielzeit hinter sich, wie Trainer Heiko Schelle befindet. Viele Spieler seien vier oder fünf Wochen am Stück im Heimaturlaub gewesen, der gesamte Kader steht erst Mitte August zur Verfügung. 

„Ich kann deshalb nicht so richtig sagen, wo die Mannschaft steht“, erklärt er. Zeitweise erschienen nur acht Spieler aus dem 19-Mann-Aufgebot zum Training. „Für die Saison bin ich zuversichtlich. Eine genaue Prognose kann ich erst abgeben, wenn alle Jungs wieder da sind“, so Schelle.

Nadelstiche und Pressing

TuS Wiescherhöfen II (11.): Als Stefan Küritz die Bezirksliga-Reserve übernahm, hatte er Defizite der Mannschaft im konditionellen Bereich ausgemacht. Daran hat er mit seinen Spielern in den vergangenen Wochen gearbeitet. „Deshalb mussten taktische Belange erst einmal in den Hintergrund treten“, sagt der TuS-Coach. 

In drei oder vier Wochen sei sein Team da, wo er es sehen will. „Dann können wir über 90 Minuten mithalten. Wir werden mit zwei Spitzen spielen und aus einer kompakten Defensive den Gegnern Nadelstiche versetzen“, verspricht er. „Wenn wir weniger Gegentore zulassen, dann steuern wir einer ruhigen Saison entgegen und haben mit dem Abstieg nichts zu tun.“ 

TuS Germania Lohauserholz II (13.): „Beim Trainingsauftakt hatte die Mannschaft Schwierigkeiten das umzusetzen, was ich mir vorstelle“, erklärt Trainer Orhan Secer. „Aber mittlerweile haben alle kapiert, wohin ich will.“ 

Frühes Pressing hat er seinem Team verordnet. „Wir müssen agieren und nicht wie zuletzt regieren. Daran haben wir intensiv gearbeitet“, fordert Secer, der mit der Trainingsbeteiligung sehr zufrieden ist. „Die Jungs haben gut gearbeitet. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem Abstieg auf keinen Fall etwas zu tun haben werden.“ Der TuS-Coach sieht sein Team im Mittelfeld angesiedelt.

"Nicht so lange zittern wie vergangene Saison"

Marco Liedtke

Hammer SC (14.): Mit dem Abstiegskampf will Trainer Marco Liedtke in der kommenden Saison nichts zu tun haben. „Das Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz. Die Mannschaft ist zu gut, um in der Abstiegsregion mitzuspielen“, ist er sicher. 

Im Sommer wagte der HSC einen kompletten Umbruch und setzt im 22-köpfigen Kader auf viele junge Kräfte. „Den Jungs muss man Zeit geben. Kurzfristig sollte man keine Wunderdinge von ihnen erwarten“, sagt Liedtke. Die Vorbereitung stellte den Trainer vollends zufrieden, auch weil sie kaum durch Verletzungen gestört wurde. 

TSC Hamm II (15.): Mittelmäßige Trainingsbeteiligung und kein einziges Testspiel – die Bilanz von Hafid Chamlali, der in Abwesenheit von Trainer Mustafa Tirgil die Verantwortung beim TSC II übernahm, fällt bescheiden aus. 

Am ersten Spieltag sollen genug Akteure aus dem 17-köpfigen Kader zur Verfügung stehen. „Es werden genug Jungs da sein, nur eben ohne Spielpraxis“, sagt Chamlali, der auch zum A-Liga-Auftakt noch einmal übergangsweise den Trainerposten besetzt. „Das Ziel kann für uns nur der Nicht-Abstieg sein, über alles andere brauchen wir nicht zu diskutieren. Wir hoffen, dass wir nicht so lange zittern müssen wie in der vergangenen Saison“, sagt er.

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