Klare Niederlage: Lemgo zeigt dem ASV die Baustellen auf

+
Der ASVer Savvas Savvas versuchte es bei der Niederlage im Testspiel gegen Erstligist TBV Lemgo oft auf eigene Faust.

Hamm - Handball-Erstligist TBV Lemgo hat dem ASV Hamm-Westfalen im Testspiel am Donnerstagabend deutlich die Baustellen aufgezeigt. Dem klaren 26:33 (11:17) gewann Trainer Niels Pfannenschmidt dennoch Gutes ab. 

Der Zweitligist unterlag dem TBV Lemgo in der heimischen Westpress-Arena verdient mit 26:33 (11:17). Schon in den ersten Minuten wirkten die Hausherren gegen den von Weltmeister Florian Kehrmann trainierten Gast müde – von Kopf bis Fuß. „Die Jungs hatten schwere Beine. Das hat sich offensiv und defensiv bemerkbar gemacht“, wertete Pfannenschmidt. 

Auf dem Feld schlug sich dieser Umstand zunächst nur in einer knappen 5:3-Führung für Lemgo nieder, doch der ASV-Trainer sah sich bereits nach neun Minuten zu einem Time-Out und einer klaren Ansage gezwungen. „Wir sind noch gar nicht richtig da“, sagte der ehemalige TBV-Coach laut und versuchte seine Formation wachzurütteln. 

ASV schenkt viele Bälle her

Den Trend stoppen konnte Pfannenschmidt damit nicht, einzig Christoph Neuhold wehrte sich erfolgreich und markierte drei der ersten vier Hammer Treffer. Lemgo aber schaltete im Verbund einen Gang hoch, zog auf 11:5 davon (18.). Vor allem Mittelmann Andrej Kogut und den Halbrechten Max Höning bekam die 6:0-Deckung des ASV kaum in den Griff. 

In der Offensive leistete sich Pfannenschmidts Mannschaft viele Unsauberkeiten, schenkte so zahlreiche Bälle her und lud den TBV zu Tempogegenstößen ein. Die Abstimmung zwischen Savvas Savvas, Neuhold und Julian Possehl im Rückraum wirkte speziell in dieser Phase verbesserungswürdig. TBV-Rechtsaußen Tim Hornke lief ein ums andere Mal frei auf den glücklosen Felix Storbeck im Tor der Gastgeber zu und erzielte leichte Punkte für den 13. der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit. Sieben Minuten lang blieb der ASV zwischenzeitlich ohne eigenen Treffer, auch weil Possehl bei zwei Pfostentreffern Pech hatte. Mit sechs Toren Rückstand ging es für Hamm in die Pause. 

Weiterer Ausfall schränkt Möglichkeiten ein

Nach Wiederbeginn kassierte Jan Brosch früh eine Zwei-Minuten-Strafe, auch deshalb zog der Erstligist auf acht Treffer davon. Im Rückraum schien Lemgo qualitativ deutlich besser besetzt, kam ohne große Anstrengungen zu einfachen Würfen. Einigen stellte sich Dennis Doden erfolgreich entgegen.

Handball Testspiel: ASV Hamm Westfalen - TBV Lemgo

Vorne suchte der dezimierte ASV – Markus Fuchs blieb mit einer Prellung in der Kabine – sein Glück jetzt vermehrt in Einzelaktionen. Savvas brach häufiger als noch in Halbzeit eins kraftvoll durch die Deckung der Gäste und traf. 

"Haben vieles schon besser gemacht"

Immer wieder aber schlichen sich unsaubere Pässe und Missverständnisse ein, auch der sehr bewegliche Mittelmann Neuhold zeigte sich nicht immer sattelfest. Neun Tore zog Kehrmanns TBV kurz vor dem Ende davon. 

Der Österreicher Neuhold stemmte sich in den Schlussminuten noch einmal gegen den zu starken Erstligisten. Zwei Treffer hintereinander machten ihn immerhin zum besten Werfer seines Teams. „Wir haben vieles beim Turnier in Polen schon besser gemacht“, sagte Pfannenschmidt. „Aber das ist ein ganz normaler Prozess. Vielleicht kommt so eine Niederlage zum richtigen Zeitpunkt.“

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare