Interview mit dem neuen HSV-Trainer

HSV-Trainer Sven Hozjak: "Wir müssen zusammenwachsen"

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Trainer Sven Hozjak (rechts) und der Sportliche Leiter David Odonkor wollen die Hammer SpVg aus dem zweistelligen Tabellenbereich führen.

Hamm - Beim ungewöhnlich frühen Testspiel gegen RW Essen stand Sven Hozjak an der Seitenlinie des Fußball-Oberligisten Hammer SpVg, ohne zuvor mit der Mannschaft trainiert zu haben. Seit Mittwoch ist der neue Coach nun richtig da. In den kommenden Wochen will der 35-jährige Münsteraner den auf vielen Positionen umgebauten Kader auf den Liga-Start am 14. August vorbereiten – und auf eine Saison außerhalb des zweistelligen Tabellenbereiches. WA-Redakteur Simon Stock sprach mit ihm über die Vorbereitung, Geduld und Hozjak-Fußball.

Herr Hozjak, was für ein Start: Für das Testspiel gegen Rot-Weiss Essen haben Sie extra ihren Kroatien-Urlaub für 24 Stunden unterbrochen. 

Sven Hozjak: Ja, das wünscht man sich sicherlich anders (lacht). Der Urlaub war lange gebucht, bevor feststand, dass ich zur HSV wechsle. Für mich war aber klar, dass ich komme. Daran sieht man vielleicht, wie verrückt ich bin. Mir war es sehr wichtig, da zu sein, ein paar Einblicke zu gewinnen und zu sehen, wie die Mannschaft sich präsentiert.

Hat Ihnen gefallen, was Sie gesehen haben? 

Hozjak: Das Spiel ist kein Maßstab. Trotzdem ist es ärgerlich, 1:6 zu verlieren, denn ich bin ein Typ, der überhaupt nicht verlieren kann. Ich glaube, dass das Resultat anders ausgesehen hätte, wenn wir schon zwei Wochen im Training gewesen wären. Vor dem Spiel war ja nicht viel mehr als ein Kabinen-Crashkurs in Sachen Taktik möglich. Fitness, Taktik, Laufwege – alles, was wir uns in den kommenden Wochen erarbeiten wollen – waren natürlich noch nicht so da. Da ist das Ergebnis keine große Überraschung. In der Vorbereitung wird es immer wieder holprige Spiele geben. Dafür ist sie ja da. Die Jungs sollen probieren, machen, tun, sich finden. Wichtig ist, dass wir bei Saisonstart so weit sind. 

Am Mittwoch haben Sie zum ersten Mal das Training geleitet. Welchen Eindruck haben Sie von ihrem Kader? Inwieweit waren Sie in die Planung eingebunden? 

Hozjak: Der erste Eindruck ist gut. Ich kenne die Spieler, aber zu 100 Prozent wird sich das Bild erst in den nächsten Tagen und Wochen ergeben. Es war erst relativ spät klar, dass ich Trainer der HSV werde. Der Kader stand daher schon fast. Bei Felix Fuchs und David Loheider war ich involviert. 

Apropos Loheider: Mit ihm und Damir Ivancicevic haben sie zwei umworbene Regionalliga-Stürmer im Kader. Ist das eine Kampfansage an die Konkurrenz? 

Hozjak: Hinter diesen beiden Jungs liegt ein Jahr, das nicht so glücklich war. David wurde in Rödinghausen von Verletzungen zurückgeworfen und hat daher nicht die Rolle gespielt, die er gerne gehabt hätte. Auch Damir hatte eine schwierige Saison in Ahlen. Da merkt man, wie groß der Unterschied zwischen Ober- und Regionalliga ist. Gerade für die beiden ist es wichtig, dass sie in der Vorbereitung viele Minuten auf dem Platz stehen. Ich möchte die Messlatte – auch für die anderen Spieler – nicht so hoch hängen. Wer denkt, uns fällt alles in den Schoß, der irrt sich. Es ist nicht damit getan, Spieler aus höheren Ligen zu holen. Wir müssen zusammenwachsen und ein Team werden. Wir wollen so schnell wie möglich ein gutes Bild abgeben.

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