Rollhockey-EM: Herringer Brüder peilen Halbfinale an

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Kevin Karschau will auch in Portugal jubeln - an der Seite seines jüngeren Bruders. 

Hamm - Von Herringen über Frankfurt nach Porto: Diese Route nehmen Kevin und Lucas Karschau am Freitag. Die Rollhockeyspieler des SK Germania Herringen streifen bei der EM in Portugal das Trikot der deutschen Mannschaft über. 

Acht Feldspieler und zwei Torhüter nominierte Bundestrainer Marc Berenbeck für die EM in Oliveira de Azemeis, darunter auch die Brüder des Deutschen Vizemeisters aus Hamm. In Iserlohn versammelte er sein Aufgebot zu Wochenbeginn, gearbeitet wurde an Taktik und Feinabstimmung. „In der Nationalmannschaft spielen wir ein anderes System. An das müssen wir uns erstmal gewöhnen, da wir alle aus unterschiedlichen Vereinen kommen“, erklärt Kevin – mit 25 Jahren ist er der ältere Karschau.

„Ein kleiner Vorteil ist, wenn man mit Leuten aus der Vereinsmannschaft zusammen spielt.“ Umso besser, wenn das der eigene Bruder ist. Als Nachrücker steht zudem Herringens Torwart Timo Tegethoff im Aufgebot des Nationalteams. Die letzte EM und WM schloss die deutsche Mannschaft jeweils auf dem vierten Platz ab, dementsprechend selbstbewusst formuliert Lucas die Ziele für die Titelkämpfe in Portugal: „Wir wollen definitiv ins Halbfinale. Alles andere wäre nicht zielorientiert.“ 

Gute Chancen für WM-Vierten

Lucas Karschau

Nach der Gruppenphase ist keinesfalls Schluss, selbst der Letzte zieht ins Viertelfinale ein. Dort wartet jedoch der Erste der anderen Gruppe und damit eine kaum lösbare Gruppe. Von Donnerstag bis Samstag stehen in jedem Fall drei weitere Spiele an – im besten Fall geht es um Medaillen, im schlechtesten nur um Platzierungen. Auf dem Weg dorthin stehen ab Montag innerhalb von drei Tagen alle drei Vorrundenpartien an. 

Deutschland trifft in Gruppe A auf Frankreich, Italien und England – sie alle landeten bei der letztjährigen WM hinter dem Berenbeck-Team. „Die Chancen stehen gut“, sagt der 23-jährige Lucas. Für Platz zwei soll es in jedem Fall reichen, dann würde der WM-Vierte den Favoriten aus Spanien und aus dem Gastgeberland im Viertelfinale wohl aus dem Weg gehen. 

"Portugiesen sind rollhockeyverrückt"

„Die sechs Spiele hintereinander werden sicherlich an die Substanz gehen, da international deutlich schneller und intensiver gespielt wird als in der Bundesliga“, erklärt Kevin. Der Kader sei allerdings ausreichend groß und deshalb viele Wechsel möglich. Während der Turnierwoche bleibt nur Zeit für Regeneration. „Zum Glück haben wir eine gute Physiotherapeutin dabei“, scherzt Lucas. 

Trotz hoher Belastung überwiegt bei den Karschau-Brüdern die Vorfreude auf die kommende Woche. „Die Hallen sind immer sehr voll und die Portugiesen echt rollhockeyverrückt“, sagt Lucas. Kevin ergänzt: „Die Stimmung wird hervorragend.“ 

Arbeitgeber spielen mit

Die Sommerpause ihres Hammer Klubs nutzen die beiden Karschaus also, um internationale Erfahrung zu sammeln. Ihre Arbeitgeber spielen mit: Kevin arbeitet als Justizvollzugsbeamter in der JVA Hamm, für die Dauer der Europameisterschaft stellten ihn die Verantwortlichen frei. 

Lucas ist bei AB Elektronik in Werne angestellt, auch er erfährt Unterstützung seines Arbeitgebers. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, finden die Brüder. Bevor es am Montag (15 Uhr Ortszeit, 16 Uhr deutscher Zeit) ernst wird, stehen Testspiele gegen die Schweiz und einen portugiesischen Drittligisten an.

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