Weit weg von der großen Bühne: Dartclub Garfield setzt auf Kneipen-Flair

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Ben Sudhoff ist einer der wenigen Hammer beim 1. DC Garfield. Durch einen Freund kam er zum Dart-Sport.

Hamm - Der 1. Dartclub Garfield ist zurück in seiner Heimat. Nach Jahren der Standortwechsel spielt der 30 Mitglieder starke Verein seit rund einem Jahr in der Paroli-Schenke in Herringen. Und hält in Zeiten der wachsenden Fernsehpräsenz des Dart-Sports bewusst an den Traditionen fest.

Im Vereinszimmer riecht es nach Bier, Zigarettenqualm hängt in der Luft und schränkt die Sicht auf die zwei Dartscheiben am Ende des Raumes ein. An zwei langen Tischreihen sitzen die Mitglieder des DC Garfield, sie sind zwischen 19 und 64 Jahre alt. 

Vier Spieler stehen vor den Scheiben und lassen die Pfeile durch die Luft fliegen. Zwei Mann stehen neben den Boards, notieren die Treffer und halten fest, wie viele der 501 Punkte noch verbleiben. „Dass wir in einer Kneipe spielen, ist etwas Ursprüngliches. Das hat schon was“, findet der Vorsitzende Helmut Seegert. „Darts ist bei uns nichts Steriles.“ 

Alliierte und Großstädte machten Darts bekannt

Seit mittlerweile 32 Jahren geht er seinem Hobby nach, kennengelernt hat Seegert den Sport während seiner Zeit in Berlin. „Durch die Alliierten gab es dort Dartboards in den Kneipen“, erzählt er. Zurück in der Region traf er sich mit Bekannten zunächst in Bergkamen zum Darten, war Gründungsmitglied der ersten Mannschaft mit dem Namen Garfield. „Heute sind noch drei Spieler aus diesem Team übrig“, sagt er. 

Über Bockum-Hövel wanderte die Gemeinschaft nach Kamen und schließlich nach Unna weiter. Vor zwei Jahren erfolgte die Rückkehr zu den Wurzeln. Seit gut zwölf Monaten ist die Paroli-Schenke die Heimat des Klubs. „Wir gehören nach Hamm, haben uns hier gegründet und wollen auch hier bleiben“, sagt der Vorsitzende. Die Mitglieder jedoch kommen unter anderem aus Kamen, Unna, Dortmund und Werne, nur ein Bruchteil stammt aus Hamm. 

Strenge Auflagen für Liga-Spiele

Der 1. DC Garfield

Aktuell stellt der Verein zwei Mannschaften, eine tritt in der Bezirksliga an, die andere spielt Bezirksklasse. 20 Punkte sind bei den Spielen, die stets am Samstagabend stattfinden, zu holen. Vergeben werden sie in 16 Einzeln und vier Doppel-Partien. Anfang September geht es für Garfield wieder los, dann sind Alkohol und Zigaretten strengstens verboten. „Das ist nur beim Training und im Vereinszimmer erlaubt“, erklärt Seegert. 

Mit den Leistungen der Profis, die im Fernsehen mittlerweile eine große Bühne bekommen, können die Hammer Dartspieler nicht mithalten. „Wenn wir 60 oder 70 Punkte mit den drei Pfeilen werfen, ist das gut“, sagt der Garfield-Vorsitzende. Zum Vergleich: Michael van Gerwen, jüngster Profi-Weltmeister des Weltverbandes Professional Darts Corporation (PDC), schaffte mit einem Schnitt von 123,4 Punkten das beste von TV-Kameras aufgezeichnete Ergebnis. 

Van Gerwen hilft auch in Herringen

Bei aller Distanz und den Unterschieden profitiert der Hammer Klub von der wachsenden Popularität des „großen Bruders“. „Lange Jahre hatten wir nur noch 15 Mitglieder – es stagnierte“, erzählt Seegert. „Seit zwei, drei Jahren ist die Zahl auf das Doppelte angewachsen. Durch die TV-Übertragungen haben wir deutlich Zulauf erhalten.“ 

Die Mitglieder vom 1. DC Garfield haben mehr als nur Pfeile im Kopf, der Verein begreift sich als Gemeinschaft. Zusammen fahren sie Kart oder gehen zum Bowling. Das ist auch nötig, wie Seegert mit einem Lachen erklärt: „Am Anfang geht die Erfolgskurve im Darts steil nach oben, nach zwei Jahren aber habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr besser werde.“

Der 1. DC Garfield trainiert freitags ab 20 Uhr in der Paroli-Schenke. Neue Gesichter sind auch ohne Anmeldung willkommen. Mehr Infos gibt es unter www.dcgarfield.de.

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