ASV Hamm-Westfalen in Neuhausen ohne Huesmann

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Verletzt: Fabian Huesmann

Hamm - Der Blick auf die Tabelle sorgt für herbstliche Tristesse im Lager des ASV Hamm-Westfalen. Vor dem Auswärtsspiel des Handball-Zweitligisten beim TV Neuhausen am Samstag (20 Uhr/ Hofbühlhalle) liegt die Mannschaft von Trainer Niels Pfannenschmidt mit 2:6 Punkten auf Rang 16 – knapp vor den Abstiegsrängen. Bedrohlich? „Nein“, sagt Niels Pfannenschmidt. „Dafür ist es doch noch viel zu früh in der Saison.“

Dass die ersten vier Partien an den Nerven aller Beteiligten genagt haben, ist allerdings nicht von der Hand zu weisen. „Eigentlich haben wir drei der ersten vier Begegnungen als machbar eingestuft“, hatte ASV-Geschäftsführer Franz Dressel nach der deutlichen Heimniederlage gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim gesagt und Veränderungen angekündigt. Eine Aussage, die er nicht mit personellen Konsequenzen in Verbindung bringen wollte. Vielmehr war es die Art und Weise des Auftretens der Mannschaft, die Dressel auf den Magen geschlagen war.

Der Trainer möchte dagegen vor allem in Ruhe mit der Mannschaft weiterarbeiten. Und hat eine simple Lösung für die Beruhigung der angeschlagenen Nerven parat: „Wir müssen gewinnen. Und das am besten schon in Neuhausen“, sagt er. „Natürlich ist das nicht so einfach. Aber wir hatten auch in der vergangenen Saison einen schlechten Start und sind am Ende noch Fünfter geworden.“

Doch damals wie jetzt droht die Saison für das junge ASV-Team in die falsche Richtung zu laufen. Während die Auftritte in Saarlouis und Rostock erst in der Schlussphase entschieden wurden, waren die Hammer zuletzt in eigener Halle gegen den Tabellenführer TSG Ludwigshafen-Friesenheim chancenlos. Und selbst beim einzigen Erfolgserlebnis gegen den Wilhelmshavener HV hätte das Team den verdienten Sieg in der Schlussphase fast fast verspielt. In der vergangenen Saison sorgte ein mühevoller 27:26-Erfolg in Rostock für die Wende – und der Trainer wäre nicht böse drum, wenn dieses Mal ein ähnliches Erfolgserlebnis in Neuhausen den Schalter bei seinem jungen Team umlegen würde.

Dafür hat die Mannschaft während der Woche hart gearbeitet. Der Coach hat den sonst trainingsfreien Montag gestrichen. Nicht als disziplinarische Maßnahme, sondern, weil „wir die Einheiten in der Halle momentan einfach brauchen. Wir haben an den Abläufen ein bisschen was geändert, haben gerade mit Blick auf Neuhausen viele Zweikampfsituationen geübt“, sagt Pfannenschmidt und räumt ein, dass „mir gerade das zuletzt gegen Friesenheim überhaupt nicht gefallen hat“.

Defizite, die es aufzuarbeiten galt, zumal die Spielweise des TVN mit seiner offenen 3:2:1-Deckung sehr stark auf den Kampf ausgelegt ist. „Darauf müssen wir vorbereitet sein, zumal Neuhausen im System gern auf die 5:1-Vari- ante switcht. Da musst du im Kopf klar sein, sonst vergisst du vor lauter Taktik, in die Zweikämpfe zu gehen.“

Das Gefühl der guten Trainingswoche will der Coach nun auf das Spiel übertragen. Positiv denken, mutig sein und während der 60 Minuten auf der Platte den Abschluss suchen. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass in unserer Situation immer 100 Prozent gefragt sind – in jeder Aktion. Gegen Friesenheim hat sich der eine oder andere ja gar nicht mehr getraut, aufs Tor zu werfen. Das ist das Schlimmste – wenn man gar nichts mehr macht und Angst hat.“

Fabian Huesmann wird der Mannschaft in den kommenden vier bis sechs Wochen nicht helfen können. Der Linksaußen hat sich ein Band im Ellbogen gerissen. „Ihn hätten wir jetzt gut gebrauchen können mit seiner Kampfkraft und Deckungsqualität“, ärgert sich Pfannenschmidt. Nun müssen es die anderen richten.

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