"Die sind fällig": Hinkender ASV empfängt den Spitzenreiter

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Jakob Macke, Markus Fuchs und Björn Zintel (in Rot von links) werden gegen Spitzenreiter TSG Ludwigshafen-Friesenheim vor allem in der Defensive gefordert sein.

Hamm - Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen hat einen enttäuschenden Saisonstart hingelegt. Am Sonntag trifft das Team von Trainer Niels Pfannenschmidt auf Tabellenführer und Pokalschreck TSG Ludwigshafen-Friesenheim - womöglich zum passenden Zeitpunkt. 

Mit zwei unerwarteten Auswärtsniederlagen startete der Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen in die Spielzeit. Am Sonntag (17 Uhr) reist nun die bisher dreimal erfolgreiche TSG Ludwigshafen-Friesenheim in die Lippestadt. Die Partie gegen den Spitzenreiter kommt für Trainer Niels Pfannenschmidt nicht ungelegen. 

„Wir hinken in der Liga etwas hinterher und dürfen nicht einfach so weitermachen wie bisher. Das Schöne am Sport ist, dass wir das schnell revidieren können“, sagt der Coach. 

Defensive krankt an Kleinigkeiten

Die Aufarbeitung der Pleite gegen den HC Empor Rostock setzt sich noch bis kurz vor dem Anwurf fort. Pfannenschmidt legt den Schwerpunkt dabei auf die Defensivarbeit. „In der Abwehr sind es Details, die wir falsch machen. Die Halbspieler sind für meinen Geschmack zu offensiv. Das werden wir trainieren, auch wenn die Zeit knapp ist“, erklärt der 42-Jährige und hat ein klares Ziel vor Augen: „Die Defensive muss stabiler werden.“ 

Besonders wurmte ihn, dass die zuvor besprochenen Abläufe, beispielsweise gegen den sechsfachen HC-Torschützen Matej Konsel, nicht auf den Platz gebracht wurden. „Wir haben die Lieblingswürfe der entscheidenden Spieler analysiert. Es fällt uns aber schwer, die Maßnahmen auch umzusetzen“, so Pfannenschmidt, der sowohl in Einzelgesprächen als auch in der großen Runde die Einstimmung auf die Gäste aus Rheinland-Pfalz vornimmt. 

Pfannenschmidt wird laut in der Kabine

Personell steht dem ASV-Trainer am Sonntag zum ersten Mal in der Saison tatsächlich der gesamte Kader zur Verfügung. Neuzugang Daniel Eggert, der den Rostock-Trip kurzfristig erkrankt absagen musste, kehrt zurück. Jakob Macke blieb gegen Empor mit leichten Wadenproblemen zunächst auf der Bank, kam aber bedingt durch zwei Zeitstrafen gegen Jan Brosch früh zum Einsatz und wird auch gegen die TSG auflaufen können. 

Unmittelbar nach der 26:28-Niederlage am Mittwochabend machte Pfannenschmidt seiner Mannschaft klar, was ihm über weite Strecken der Partie missfallen hatte. Noch vor der obligatorischen Pressekonferenz versammelte er sein Team in der Kabine und wählte deutliche Worte. „Ich bin laut geworden, weil mir die Einstellung nicht passte. Rostock hat uns trotz der begrenzteren Mittel geschlagen. In Sachen Engagement müssen wir deutlich zulegen, denn wir können in der zweiten Liga nichts im Vorbeigehen erledigen“, sagt er. 

Stärke der Eulen liegt im Rückraum

Gerade weil der kommende Gegner ein echtes Schwergewicht in der zweiten Liga ist. Die Eulen aus dem Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim gewannen bislang nicht nur alle drei Ligaspiele, sondern schalteten im DHB-Pokal auch noch den Erstligisten VfL Gummersbach aus. 

Am vergangenen Dienstag siegte die Formation von Trainer Benjamin Matschke bei der DJK Rimpar Wölfe (30:27). Besonders stark präsentierte sich der Rückraum des letztjährigen Tabellenvierten, der nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz den Aufstieg ins Handball-Oberhaus verpasste. Linkshänder David Schmidt ragte mit acht Treffern heraus, insgesamt steuerten die Rückraumschützen gegen Rimpar 24 der 30 Treffer bei. 

"Die sind jetzt fällig"

„Ludwigshafen-Friesenheim kommt mit sehr viel Selbstvertrauen, sie haben bisher eine eindrucksvolle Saison gespielt“, sagt Pfannenschmidt. Bei den Eulen stimmt in den Augen des Hammer Trainers die Mischung von Jung und Alt, die vielen talentierten Handballer werden vor allem in den entscheidenden Phasen des Spiels von Keeper Kevin Klier und dem Rückraumlinken Gunnar Dietrich geführt. „Sie haben klare Abläufe und machen weniger Fehler als wir. Vor allem ihr Gegenstoß ist sehr gut“, beschreibt der ASV-Coach die Spielweise des Tabellenführers. 

In der abgelaufenen Saison landeten die Lippestädter einen Platz hinter den Gästen von Sonntag. Die direkten Duelle gingen jeweils mit einem Treffer Unterschied zugunsten der TSG aus. „Ludwigshafen-Friesenheim ist vielleicht ein Gegner, gegen den wir weniger zu verlieren haben als in den beiden Auswärtsspielen“, meint Pfannenschmidt und gibt trotzdem klar vor: „Die sind jetzt mal fällig.“

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