Handball: Pokal-Modus ohne Zukunft

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Volle Ränge wie in der Hammer Arena sind im Pokal-Wettbewerb eher selten.

Hamm - Erst zum zweiten Mal wurde die erste Runde des DHB-Pokals im neuen Gruppenmodus ausgetragen. Zukunft dürfte das Spielsystem, bei dem vier Mannschaften in Halbfinale und Finale einen Teilnehmer für das Achtelfinale des Wettbewerbs ermitteln, nicht haben.

„Die Vereinbarung mit dem Deutschen Handball-Bund gilt noch für diese Saison“, sagt ASV-Geschäftsführer Franz Dressel, der selbst als Vize-Präsident dem Vorstand der Handball-Bundesliga (HBL) angehört. „Dazu haben sich die Mannschaften der HBL verpflichtet. Nach der Saison wird dann geguckt, ob es so beibehalten werden soll. Der Modus muss aber sicherlich überprüft werden, und ich kann mir gut vorstellen, dass er wieder abgeschafft wird.“

Zu groß war der Unmut der meisten Vereine über das System – denn vor allem den Drittligisten bringt es wenig, sportlich chancenlos zu den Viererturnieren anzureisen. „Wir hätten Kiel gerne zuhause gehabt, da wären locker 1800 Leute in der Halle gewesen“, machte Andreas Ott, Trainer des VfL Fredenbeck, seinem Unmut nach dem erwarteten Aus gegen den THW Kiel am Samstag in Hamm seinem Ärger Luft. „Das ist für uns ein Minusgeschäft, da muss sich der DHB Gedanken machen. Die Hammer machen das ja auch nur, weil sie Kiel bekommen haben, weil das ein Publikumsmagnet ist.“

Das wollte Dressel so nicht stehen lassen. „Es ist nicht so, dass wir gesagt haben, wir machen es nicht“, betonte er, räumte aber ein. „Wir haben das Glück mit Kiel gehabt, ich kann andere Vereine verstehen, die nicht so ein Glück gehabt haben. Letztes Jahr, als wir Minden zugelost bekommen haben, sind wir auch nur mit einem blauen Auge rausgekommen. Ich würde daher auch dafür stimmen, dass der alte Modus zurückkommt.“

Unabhängig von der Konkurrenz in anderen Hallen, in denen die Zuschauerresonanz auch in diesem Jahr bescheiden blieb, feierten die Hammer in der Westpress-Arena ein Handball-Fest und sorgten für zufriedene Gesichter bei den ASV-Verantwortlichen. „Das war ein tolles Wochenende und beste Werbung für unseren Sport“, sagte Dressel, der bei den drei Begegnungen am Wochenende mehr als 5000 Handball-Fans zählte und sich darüber freute, dass „wir damit den größten Zuschauerzuspruch dieser Runde hatten.“

Sportlich richtet sich das Hammer Augenmerk nun zu 100 Prozent auf den Saisonstart am Samstag bei der HG Saarlouis. Dann soll Markus Fuchs, der aufgrund seiner Rippenverletzung gegen den THW Kiel geschont wurde, wieder mit von der Partie sein. Lars Gudat stieg bereits gestern wieder ins Mannschaftstraining ein, dürfte allerdings für Samstag noch keine Option sein. Und auch auf Mittelmann Fannar Thor Fridgeirsson muss Pfannenschmidt weiter warten. „Er hat in dieser Woche noch eine MRT-Untersuchung, in der geprüft wird, ob seine Schulterverletzung ausgeheilt ist“, sagt ASV-Trainer Niels Pfannenschmidt. „Aber auch mit ihm plane ich für Saarlouis noch nicht.“

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