Lücke im Kader

ASV Hamm-Westfalen startet ohne Lukas Blohme

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Lukas Blohme

Hamm - Es herrschte rege Betriebsamkeit vor dem Glaselefanten im Hammer Maximilianpark, als sich die Spieler des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen dort versammelten, um sich für das obligatorische Saisonfoto ablichten zu lassen. Alle Spieler waren zum Auftakt-Pflichttermin erschienen – mit einer Ausnahme.

„Lukas Blohme wird uns zumindest in den kommenden drei Wochen nicht zur Verfügung stehen“, sagte ASV-Coach Niels Pfannenschmidt. „Er absolviert derzeit die Vorbereitung mit der SG Flensburg-Handewitt und wird dort auch mit der Mannschaft ins Trainingslager fahren.“ Möglich macht das die Tatsache, dass Blohme nach wie vor als Akteur mit Zweitspielrecht für den ASV bei den Flensburgern geführt wird. Soll heißen: Der Erstligist hat jederzeit ein Zugriffsrecht auf die Dienste des schnellen Rechtsaußen, der zur vergangenen Saison von der SG zum ASV gekommen ist.

„Daher war es vertraglich gesehen auch völlig in Ordnung, dass Lukas jetzt dort ist“, sagt Pfannenschmidt, der aber ursprünglich die Zusage von Flensburgs Geschäftsführer Dierk Schmäschke hatte, dass sich der 21-jährige in der kommenden Saison noch in Hamm weiterentwickeln könne. „Für uns wäre es natürlich jetzt auch sehr schwierig, so kurzfristig Ersatz zu bekommen, falls Lukas ganz in Flensburg bleiben sollte.“ Denn das ist ein Szenario, mit dem der Hammer Coach im für die Hammer schlechtesten Fall rechnen muss, sollte sich der Linkshänder in den kommenden Wochen, in denen die SG auch nach Südschweden ins Trainingslager fährt, bei Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes empfehlen können.

Dass es überhaupt zu der Rückholaktion gekommen ist, hat in erster Linie mit Olympia zu tun. Denn durch die Spielerabstellungen zu den Nationalmannschaften für das olympische Turnier in Rio de Janeiro herrscht bei den Nordlichtern derzeit ein arger personeller Engpass, dem die SG mit der Aufstockung des Kaders durch Jugendspieler und eben Blohme begegnete.

Lücke intern schließen

Pfannenschmidt will die entstandene Lücke im eigenen Kader nun ebenfalls erst einmal intern schließen. „Jan Pretzewofsky wird die komplette Vorbereitung mit uns bestreiten“, sagt Pfannenschmidt, dessen Probleme auf der Rechtsaußen-Position sich dadurch verstärken, dass Lars Gudat aufgrund eines Kreuzbandanrisses ebenfalls noch länger ausfallen wird. „Jan hat ja auch in der vergangenen Saison bereits ausgeholfen.“

Somit hat sich die Hoffnung des Trainers auf eine ruhigere Vorbereitung als in der vergangenen Saison bereits erledigt. Da hatten zahlreiche Verletzungen und die Abstellungen von Joscha Ritterbach und Björn Zintel zu den Nachwuchs-Nationalmannschaften für erschwerte Bedingungen gesorgt. „Und jetzt geht es fast schon wieder genauso los“. ärgert sich Pfannenschmidt, der auch diese Vorbereitung fast durchgängig ohne Youngster Zintel bestreiten muss. Der 20-jährige Spielmacher wird sich ab Sonntag im bayerischen Herrsching auf die U 20-Europameisterschaft in Dänemark (28. Juli bis 7. August) vorbereiten und entsprechend erst Ende Juli wieder zur Mannschaft stoßen.

Die Lücke, die Zintel während der Vorbereitungszeit beim ASV hinterlassen wird, soll Julius Herbert schließen. Der Rückraumspieler war zur neuen Saison von den Youngsters des TBV Lemgo verpflichtet worden und wird nun „als 16. Spieler unseren Zweitligakader ergänzen“, sagt Pfannenschmidt.

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