Viel Lob vom ASV-Coach nach dem Sieg in Hagen

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Stephan Just

Hagen - Besser hätte die Antwort der Spieler des ASV Hamm-Westfalen nach zuvor 1:9 Punkten in Serie nicht ausfallen können. Der 23:21 (11:9)-Sieg beim VfL Eintracht Hagen war der dritte in Folge und zudem einer, der ein großes Maß an Willenskraft erforderte.

Denn während sich die Frage nach den sportlichen Zielen für den ASV in den verbleibenden zwei Begegnungen darauf beschränkt, ob am Ende der Saison Platz fünf erreicht werden kann, ging es für die Gastgeber ums nackte Überleben in der 2. Handball-Bundesliga. Und das bekamen die Hammer in einer Partie, die für viel Gesprächsstoff sorgte, zu spüren. Von Beginn an herrschte in der Enervie Arena eine aufgeheizte, aggressive Grundstimmung, die sich auch auf das Feld übertrug. „Dieses Spiel war von Anfang an sehr hektisch“, sagte ASV-Coach Niels Pfannenschmidt. „Vielleicht haben es die Schiedsrichter verpennt, diese Hektik rauszunehmen. Trotzdem hat meine Mannschaft die Ruhe bewahrt – von kleineren Phasen abgesehen. Und zum Glück hatten wir einen überzeugenden Tomas Mrkva im Tor, den wir auch brauchten.“

Der Tscheche entschärfte gleich vier der neun Siebenmeter der Gastgeber, kam auf 22 Paraden und hatte Pech, dass sein finaler Treffer ins leere Hagener Tor von der Schlusssirene unterbunden wurde. Es wäre seine Krönung gewesen, in einer Begegnung, die das Wort Kampf ein wenig zu wörtlich nahm. 13 Zeitstrafen verhängte das Schiedsrichtergespann Ramesh und Suresh Thiyagarajah, sieben davon gegen die Gäste – das Spiel beruhigten sie damit jedoch nicht.

Für Joscha Ritterbach, den mit fünf Treffern neben Routinier Stephan Just erfolgreichsten Hammer, wirkte diese hitzige Atmosphäre wie Doping. „Ich finde es gut, wenn es schön körperbetont zur Sache geht. Und die vielen Zeitstrafen zeigen ja, dass das hier eher wie beim griechisch-römischen Stil im Ringen zuging“, sagte der in dieser Sportart eher zur Fliegengewichts-Klasse zählende ASVer. „Da weißt du hinterher, was du getan hast.“ Der Linksaußen war sich sicher, dass seine Mannschaft spätestens mit der kämpferischen Vorstellung von Hagen alle Kritiker verstummen lassen hat, die dem Team noch vor einer Woche vorwarfen, die Saison locker ausklingen lassen zu wollen. „Wir haben absolut nicht zurückgeschaltet“, betonte er. „Wir versuchen, alles zu gewinnen. Und die Saison ist erst beendet, wenn nach 60 Minuten im letzten Spiel in Emsdetten die Schlusssirene erklingt.“

Pfannenschmidt war einfach nur stolz auf seine Mannschaft. „Das war sensationell“, sagte der Coach, dessen Team die letzten 15 Minuten ohne Linkshänder überstehen musste. Denn Jan-Lars Gaubatz fehlte krankheitsbedingt, Lukas Blohme sah nach seiner dritten Zeitstrafe schon in der 40. Minute Rot, und Julian Possehl taumelte nach einem Zusammenstoß mit Hagens Matthias Aschenbroich benommen vom Feld. Und den A-Jugendlichen Jan Pretzewofsky hatte der Anblick der schweren Verletzung des Ex-Hammers im Eintracht-Trikot, Sebastian Schneider, so mitgenommen, dass sein Coach darauf verzichtete, ihn auf das Feld zu schicken.

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