Hammer Höhenflug: HSV und Westfalia setzen sich oben fest

+
Tim Neumann und Westfalia Rhynern haben sich nach schwachem Start in die Oberliga-Saison mittlerweile berappelt. Platz fünf ist der Lohn.

Hamm - Die Oberligisten Hammer SpVg und Westfalia Rhynern haben sich in der oberen Tabellenregion der Oberliga festgesetzt. HSV-Trainer Sven Hozjak tritt dennoch auf die Euphoriebremse, Rhynerns Rafal Krumpietz erklärt die anfänglichen Probleme seines Teams. 

Viel mehr als eine Momentaufnahme lässt die Tabelle der Oberliga Westfalen nach dem neunten Spieltag noch nicht zu. Aus Sicht der beiden Hammer Fußball-Klubs aber stimmt das Bild: Sowohl die Hammer SpVg als auch Westfalia Rhynern haben sich mit den Erfolgen am vergangenen Wochenende oben festgesetzt. 

HSV-Trainer Sven Hozjak scheut in diesen Tagen dennoch den Blick auf die Tabelle. Und das, obwohl seine Mannschaft den dritten Rang belegt – zwei Zähler hinter dem neuen Spitzenreiter TSV Marl-Hüls und mit der Neuansetzung des Spiels gegen den TuS Ennepetal (der WA berichtete) in der Hinterhand. Es winkt die Tabellenführung. 

Hozjak verbietet Träumereien

„Ich finde, es macht wenig Sinn, momentan eine Bewertung abzugeben“, sagt Hozjak in der ihm typischen Zurückhaltung. Dabei sind die Eindrücke des 2:1-Sieges gegen den SC Paderborn II, der sich als hartes Stück Arbeit erwies, wohl noch sehr frisch. „Wir müssen bodenständig bleiben. Man hat am Sonntag gesehen, dass es ohne die grundlegenden Tugenden nicht geht.“ 

Eine klare Ansage, wo der Weg der Hammer SpVg hinführen soll, lässt sich der Trainer noch immer nicht entlocken. Die Verantwortlichen im Hammer Osten geben derweil seit einigen Jahren das Ziel Regionalliga aus. „Wir dürfen nicht von Dingen träumen, die noch lange nicht erreicht sind“, sagt der 35-Jährige und spielt damit auf die traditionell hohe Erwartungshaltung rund um die HSV an, die er seit seinem Dienstantritt einzudämmen versucht. 

Pfeiler steigern sich wöchentlich

Trainer Sven Hozjak und die HSV sind Dritter. 

Das ruhige und akribische Arbeiten gehört zu den Tugenden, die der Neu-Trainer etablieren will. „Wir sind auf dem Weg und sehr positiv gestimmt. Hätte man mir vor der Saison gesagt, dass wir nach dem neunten Spieltag auf Platz drei stehen, hätte ich das blind unterschrieben“, erklärt Hozjak, der aber auch deutlich sagt: „Wir haben noch Luft nach oben.“ 

Viel mehr als das aktuelle Tabellenbild erfreut den HSV-Coach, dass sich erfahrene Kräfte wie David Loheider, Manuel Dieckmann sowie die Gataric-Brüder Danijel und Dalibor wöchentlich steigern. „Es macht einen Trainer glücklich, wenn man mehrere Möglichkeiten ausspielen kann.“ 

Vier Siege in Serie auch dank der Torfabrik

Rafal Krumpietz, der in den vergangenen beiden Partien seinen Chef Björn Mehnert als Trainer in Rhynern vertrat, blickt anders als sein HSV-Kollege sehr gerne auf das Oberliga-Tableau. Das liegt vor allem daran, dass sich die Westfalia nach den Schwierigkeiten zu Saisonbeginn mit vier Niederlagen aus den ersten fünf Spielen mittlerweile mehr als gefangen hat. Vier Siege in Serie mit einem Torverhältnis von 15:2 und Tabellenplatz fünf sprechen eine deutliche Sprache. 

„Die Jungs haben am Anfang noch nicht das umgesetzt, was wir uns vorgestellt haben“, sagt Krumpietz. Dem Trainerteam der Westfalia ging es dabei vor allem um die gemeinschaftliche Arbeit gegen den Ball und eine aggressive Zweikampfführung. Das klappte zu Beginn wohl auch deshalb noch nicht wie gewünscht, weil viele Spieler zunächst auf das eigene Wohl bedacht waren. 

"Am Anfang kämpft jeder erstmal um seinen Platz"

„Man muss auf dem Platz auch manchmal eine Familie sein. Am Anfang einer Saison kämpft aber jeder erstmal um seinen eigenen Platz. Jetzt hat sich der Kern gefunden, wir sind eingespielt und erzwingen das Glück auch mal“, erklärt der Rhyneraner Co. 

Er warnt jedoch im selben Atemzug vor den kommenden Wochen. Neben unangenehmen Gegnern kämen immer tiefer werdende Böden auf seine Formation zu. „Die Oberliga ist eine Wundertüte. Da entscheiden oft Nuancen“, sagt Krumpietz und setzt in den kalten Monaten auf die Physis seiner Mannschaft. 

Das Ziel, unter die Top 6 zu kommen, hat die Westfalia weiter fest im Blick. „Wir haben uns oben festgebissen und wollen auch dort bleiben“, macht der Mehnert-Vertreter deutlich.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare