ASV Hamm-Westfalen ringt Hagen mit 23:21 nieder

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Überragender Mann: Tomas Mrkva.

HAGEN - Als die Schlacht geschlagen war, wollte Niels Pfannenschmidt, Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen einfach jeden seiner Spieler umarmen. In einer unglaublich hektischen und umkämpften Partie, die teilweise eher an einen Ringkampf erinnerte, setzte sich der ASV mit 23:21 (11:9) beim abstiegsbedrohten VfL Eintracht Hagen durch und schaffte damit seinen dritten Sieg in Folge. „Das war klar, dass es hier nicht schön werden würde“, atmete ASV-Geschäftsführer Franz Dressel nach 60 Nerven aufreibenden Minuten auf. „Wichtig war einfach, dass wir es gewonnen haben.“

Der Spielberichtsbogen war so gut ausgefüllt wie lange nicht mehr bei den Hammern. Pfannenschmidt hatte gleich 15 Akteure mit nach Hagen genommen. Verzichten musste er allerdings neben den Langzeitverletzten Savas Savas und Lars Gudat auch auf Jan-Lars Gaubatz. Der Rückraumrechte hatte sich, wie vor einigen Wochen sein Teamkollege Tomas Mrkva, eine Entzündung zugezogen, die für einen stark angeschwollenen Hals sorgte. Er durfte zum Spiel aber zumindest der Mannschaft in der Halle die Daumen drücken. Ein Einsatz von Gaubatz hätte eine gewisse Brisanz gehabt, denn der Linkshänder wechselt in der kommenden Saison nach Hagen, hätte also selbst dazu beitragen können, seinen künftigen Arbeitgeber ein Stück weiter in die 3. Liga zu verabschieden. „Die Eintracht steckt ja noch im Abstiegskampf“, sagte Pfannenschmidt. „Das wäre sicherlich eine schwierige Situation für Gaubi gewesen.“

Die anderen Hammer Akteure hatten weniger Probleme damit, den Gastgebern das Leben schwer zu machen – auch wenn mit Sebastian Schneider und Matthias Aschenbroich gleich zwei ehemalige ASVer das Trikot der Eintracht trugen. Nach zuletzt zwei überzeugenden Erfolgen gegen die Handballfreunde Springe (36:25) und die DJK Rimparer Wölfe (36:30) strotzte der Tabellensechste vor Selbstbewusstsein. Allerdings zeigten auch die Hagener um Trainer Lars Hepp, dass sie bereit waren, bis zum letzten Tropfen Schweiß um den Klassenerhalt zu kämpfen.

So entwickelte sich von der ersten Minute an ein überaus intensives Spiel. Der ASV erwischte dabei den besseren Start, ging durch Treffer von Ondrej Zdrahala, Fabian Huesmann und Julian Possehl schnell mit 3:1 in Führung (3.), und hatte nach elf Minuten bereits einen 6:3-Vorsprung erarbeitet. Die Stimmung in der mit 1200 Zuschauern besetzten Halle war allerdings von Beginn an überhitzt, so dass Pfannenschmidt seine Spieler immer wieder zur Ruhe mahnen musste: „Lasst euch von der Hektik hier nicht anstecken“, sagte der Coach. Doch als sich der Ex-Hammer Schneider bei seinem ersten Treffer schwer verletzte (Ellbogen ausgekugelt) und mit Schmerz verzerrtem Gesicht aus der Halle geführt werden musste, schien der Faden bei den Gästen zu reißen. Es waren die Hammer, die sich nach der Unterbrechung wieder fangen mussten. Binnen drei Minuten war Hagen zurück im Spiel (6:6/14.). Pfannenschmidt reagierte, stellte um, gönnte Zdrahala eine Verschnaufpause und brachte Routinier Stephan Just. Und nachdem Joscha Ritterbach Glück hatte, dass er nach einem vergebenen Siebenmeter einen zweite Chance bekam, lag der ASV wieder mit zwei Toren vorn (6:8/17.). Ein Vorsprung, den das Team in einem zähen Abnutzungskampf bis zur Pause verteidigte (11:9).

Nach dem Wechsel beließ es Pfannenschmidt bei einem Doppelwechsel in der Deckung. Markus Fuchs im Innenblock und Huesmann auf der Albrechten Deckungsseite hatten gute Arbeit verrichtet, was die geringe Gegentor-Quote unterstrich. Doch leichter wurde es nicht für den ASV, weil Hagen mit dem bärenstarken Pavel Prokopek ebenfalls ein Bollwerk stellte. So gelang den Hausherren nach 35 Minuten erstmals der Ausgleich, drei weitere Umdrehungen später lag die Eintracht sogar vorn (14.13). Zeit für Pfannenschmidt, die Grüne Karte zu zücken. Wenig später – Hagens Julian Renninger hatte gerade zum 15:13 getroffen (40.), taten es die Schiedsrichter ihm nach und zeigten Lukas Blohme nach dessen dritter Zeitstrafe Rot. Danach agierte der ASV vorne mit zwei Kreisläufern - und ging nach 46 Minuten durch Marian Orlowski erstmals wieder in Front.

Als Prokopek nach Foul gegen Ritterbach Rot sah (53./20:19 für Hamm), war die Partie entschieden.

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