ASV-Manager Dressel mit Saison zufrieden: "Ziele übertroffen"

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Zufriedener Manager: Franz Dressel nach dem Abschlusserfolg seines ASV Hamm-Westfalen beim TV Emsdetten.

Hamm - Auf Rang fünf hat die Mannschaft des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen die Saison abgeschlossen. Für Geschäftsführer Franz Dressel das angestrebte Ergebnis. Über die vergangene Saison, Veränderungen und seine Zukunftspläne für das Team sprach Günter Thomas mit Dressel.

Eine lange Saison in der 2. Handball-Bundesliga ist beendet, der ASV Fünfter geworden. Haben Sie Ihr Saisonziel erreicht?

Franz Dressel: Ja, ich bin absolut zufrieden. Wir haben die Ziele sogar übertroffen, weil wir nach der Verpflichtung des neuen Trainers nicht wussten, wie wir durch die Saison kommen. Platz fünf war zwischendurch zwar immer ein anvisiertes Ziel. Dass wir es jetzt erreicht haben, ist jedoch erfreulich und zeigt, dass der von uns eingeschlagene Weg richtig ist. In der Wahrnehmung des oberflächlichen Betrachters war die Saison vielleicht nicht so gut, weil wir zu viele Heimspiele verloren haben. Daher ist unsere Heimstärke künftig noch zu verbessern.

Zu Beginn der Serie lieferte das Team einen Stolperstart ab. Haben Sie damit gerechnet, dass die Umstellung zum neuen Trainer so lange brauchen würde?

Dressel: Dafür hat es ja dann auch das eine oder andere Gespräch gegeben. Wir wollten nicht warten, bis sich alles selbst regelt. Und die Gespräche haben ja auch Wirkung gezeigt – bis hin zur finalen Siegesserie von 10:0 Punkten. Auch das ist für mich ein Zeichen, dass die Mannschaft in sich funktioniert und ein großes Interesse daran gehabt hat, eine gute Platzierung zu erreichen.

Was macht Niels Pfannenschmidt anders als Kay Rothenpieler?

Dressel: Er trainiert etwas anders. Bringt die eine oder andere neue Variante. Er hat klare Vorstellungen gehabt, die auch die Mannschaft umsetzen musste. Schwierig wurde es für ihn allerdings, weil immer, wenn sie auf einem guten Weg war, neue Verletzungen dazwischen kamen, die den Trainer wieder herausgefordert haben.

"Kay und ich haben kein gestörtes Verhältnis"

Kay Rothenpieler ist seit Januar auch als Manager nicht mehr für den ASV tätig. Wie ist Ihr aktuelles Verhältnis zueinander?

Dressel: Kay und ich haben kein gestörtes Verhältnis. Als ich gemerkt habe, dass es Irritationen gab, habe ich mit ihm nochmal das Gespräch gesucht. Er ist nach wie vor enttäuscht darüber, dass es ein so abruptes Ende gefunden hat. Aber wir haben alles so kommuniziert, wie er es auch mitträgt. Ob er künftig im Wirtschaftsrat tätig sein will, darüber macht er sich noch Gedanken.

Ist er denn noch, wie ursprünglich angedacht, als Berater für den ASV tätig?

Dressel: Ich kann ihn sicherlich jederzeit anrufen, wenn ich seinen Rat brauche, da bin ich sicher. Aber aktiv ist sein Mitwirken nicht gegeben, weil wir die Saison abgeschlossen haben und nichts ansteht.

Derzeit haben Sie neben Ihrer Tätigkeit als Geschäftsführer auch das Amt des Managers inne. Sie hatten allerdings angekündigt, diese Position neu besetzen zu wollen. Wie sehen die Planungen diesbezüglich aus?

Dressel: Die eine oder andere Überlegung ist da, aber konkret ist nichts. Es gibt zwei potenzielle Kandidaten, die dafür infrage kommen. Die stehen aber beide noch unter Vertrag. Da werde ich nach meinem Urlaub Ende Juni die Gespräche weiterführen. Ich denke, dass frühestens im Januar 2017 der Stichtag sein wird, zu dem der neue Manager oder die neue Managerin die Tätigkeit aufnimmt. Wobei ich eher davon ausgehe, dass es ein Mann wird.

Zur neuen Saison wird es wieder einen großen Umbruch im Team geben. Torhüter Tomas Mrkva, die Spielmacher Ondrej Zdrahala und Stephan Just sowie die Rückraumspieler Marian Orlowski und Jan-Lars Gaubatz werden den Verein verlassen. Dafür kommen Fannar Thor Fridgeirsson, Daniel Eggert und Christoph Neuhold – fast schon ein Neuanfang, oder?

Dressel: Keine Frage, aber es sind auch Zwänge dabei gewesen. Das Aufhalten von Mrkva und Orlowski wäre auch durch überdurchschnittliche Verträge nicht gelungen. Bei Ondrej war es die Laufzeit. Wir haben ja nicht aktiv den Umbruch eingeleitet, sondern es waren die Umstände, die dafür gesorgt haben. Bei Gaubatz und Just waren es sicherlich Überlegungen von unserer Seite, die die Beendung der Verträge ausgelöst haben. Wobei beide in Hamm auch Gutes beigetragen haben. Wir glauben, auf diesen Positionen gute Alternativen gefunden zu haben. Bei Marian bin ich der Meinung, dass der Wechsel zu früh kommt. Ich glaube aber, dass wir auch auf der Position in der kommenden Saison gleichwertig besetzt sein werden – wobei ich das bei allen Positionen hoffe.

"Tabellarisch nur zwei Ränge vom Aufstieg entfernt"

Ihr zur Saison 2014/15 ausgegebenes 2-5-1-Projekt – aus der 2. Liga in fünf Jahren in die erste – geht in seine dritte Spielzeit. Wie zuversichtlich sind Sie, diese Vorgabe auch in der Praxis umzusetzen?

Dressel: Wir haben ja einen großen Schritt mit unserer Platzierung gemacht. Tabellarisch sind wir nur zwei Ränge vom Aufstieg entfernt. Das Ziel wird weiter verfolgt. Ob es im nächsten Jahr auch so gut läuft, muss man sehen. Dieses Jahr werden wir nutzen, um zu gucken, wo es möglicherweise nicht reicht. Dann werden wir versuchen, die Mannschaft so zu verstärken, dass wir einen Aufstiegsplatz anstreben können. Die nächste Saison ist das Jahr der Weiterentwicklung.

Die finanzielle Situation war in der Vergangenheit seit dem Erstligajahr stets angespannt. Haben Sie die Altlasten mittlerweile getilgt?

Dressel: Spätestens dann, wenn wir das Ziel ausgegeben haben, dass der nächste Schritt die erste Liga ist. Also durchaus in zwei oder drei Jahren. Man kann auch mit etwas geringerem Personalaufwand eine Mannschaft ins Rennen schicken, die in der Lage ist, sich unter den ersten fünf zu platzieren. Das ist nicht immer nur eine Frage des Geldes, sondern von Charakter und Einstellung.

Trainer Niels Pfannenschmidt wünscht sich, konstant mit dem Kader zusammenarbeiten zu können. Doch auch nach der kommenden Serie laufen wieder einige Verträge aus – wie zum Beispiel der von Joscha Ritterbach. Können Sie die Mannschaft über einen längeren Zeitraum halten?

Dressel: Das werden die Gespräche zeigen. Wir werden sehr früh mit den Spielern sprechen, bei denen die Verträge auslaufen. Und das wird nicht erst im Januar sein. Damit wir und die Spieler wissen, wo sie in den nächsten ein oder zwei Jahren spielen.

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