ASV Hamm-Westfalen verliert knapp in Nettelstedt

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Lübbecke - Gut gespielt und doch verloren. Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen musste nach 60 umkämpften Minuten auch beim Tabellenzweiten TuS N-Lübbecke eine Niederlage hinnehmen und bleibt damit auswärts ohne Punkt. 27:26 (11:12) hieß es am Ende für die Gastgeber, während die Hammer zumindest einen moralischen Sieg für sich verbuchten.

„Wir nehmen viel Positives aus dieser Begegnung mit - aber leider keine Punkte", fasste ASV-Coach Niels Pfannenschmidt das Geschehen zusammen. „Wir waren mutig. Und es war wichtig für uns, dass wir in diesem Spiel immer wieder zurück gekommen sind, wenn wir hinten gelegen haben." Nettelstedts Trainer Aaron Zierke war dagegen froh über die zwei Punkte, jedoch nicht mit der Art und Weise, wie seine Mannschaft sie erspielte. „Wir hatten einen Matchplan“, sagte er. „Aber den haben wir heute nicht gut umgesetzt. Der ASV hat uns das Leben sehr, sehr schwer gemacht. Letzltlich war es ein glücklicher Sieg. Nicht schön, aber kämpferisch in Ordnung.“

Pfannenschmidt hatte bereits im Vorfeld er Begegnung seine Planungen ändern müssen. Denn neben dem langzeitverletzten Fabian Huesmann und Lukas Blohme fiel wie befürchtet auch Mannschaftskapitän Jakob Macke aus. Eine MRT-Untersuchung hatte ergeben, dass der Abwehrchef eine Quetschung des rechten Handgelenks zugezogen hatte. Dauer der Pause: ungewiss. Daniel Eggert, dessen Einsatz ebenfalls fraglich war, gab dagegen Entwarnung. 

Doch auch ohne die Ausfälle war den Gästen bereits im Vorfeld klar, dass die Hürde Nettelstedt sehr hoch sein würde. Die Gastgeber hatten mit 12:2 Punkten einen fast perfekten Start hingelegt - der ASV war mit 4:10 Zählern weit hinter den Erwartungen geblieben. 

Das Spiel, in dem Fannar Fridgeirsson zunächst bei den Hammern umsichtig, klug und stark verbessert zu den bisherigen Partien die Fäden zog, begann intensiv. Beide Abwehrblöcke standen sehr gut, so dass es bis zur fünften Minute dauerte, ehe der erste Treffer fiel. Lukasz Gierak traf für den Gastgeber. Doch der ASV blieb dran, hatte nach zehn Minuten den zwischenzeitlichen 2:4-Rückstand wieder egalisiert (4:4), ehe die Hausherren einen 4:0-Lauf zum 8:4 folgen ließen (17.). 

Wer dachte, dass es nun den erwarteten Spielverlauf geben würde, sah sich getäuscht. In einem zähen Ringen behielt der ASV die Nerven und die nötige Ruhe, kämpfte sich zurück in die Partie. Und als Jan Brosch zum zweiten Mal in der Begegnung ausglich (9:9/26.), schnellte die Faust des Trainers erstmals triumphierend in die Luft. Julian Possehl sorgte in der letzen Minute des ersten Durchgangs für das i-Tüpfelchen auf der ASV-Leistung, als er per Gegenstoß zur ersten Hammer Führung traf. „Egal, ob beim 2:4, 4:7 oder später in der zweiten Halbzeit – wir sind immer wieder zurück gekommen“, lobte Pfannenschmidt. „Wir waren der unbequeme Gegner, der wir sein wollten.“ 

Und auch Geschäftsführer Franz Dressel stellte seiner Mannschaft zur Pause ein gutes Zwischenzeugnis aus. „Das ist hier ein Duell auf Augenhöhe", sagte er und wagte eine Prognose für die folgenden 30 Minuten: „Vielleicht verlieren wir noch, aber die Mannschaft wird sicher nicht wieder einbrechen."

 Er sollte Recht behalten. Vor allem zu Beginn des zweiten Durchgangs sah es sehr gut für die Hammer aus. Zunächst zwang der ASV den Tabellenzweiten sofort ins Zeitspiel und legte das 13:11 durch Jan Brosch nach, der einen schönen Pass von Possehl verwertete. Und auch, als der Faden anschließend wieder riss und die Hausherren mit vier Treffern in Folge auf 15:13 wegzogen (37.), behielt der Gast die Nerven. Beim 19:19 (44.) durch Daniel Eggert gelang noch einmal der Ausgleich, und kurz darauf hatte Brosch sogar die große Chance, sein Team erneut in Führung zu bringen, nachdem Dennis Doden in einer 1:1-Situation die Oberhand behielt. Doch der Kreisläufer traf, allein auf TuS-Torhüter Peter Tatai zulaufend, nur den Pfosten. 

Das sollte die letzte Chance für die Hammer bleiben, um noch einmal in Führung zu gehen. Denn als Pontus Zettermann per Siebenmeter nach 50 Minuten zum 22:20 traf, wurde es sehr schwer für die Gäste. Pfannenschmidt versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, brachte einen siebten Feldspieler. Und tatsächlich gelang es noch, in der Schlussminute auf 27:26 zu verkürzen. Doch der Anschlusstreffer durch Joscha Ritterbach 15 Sekunden vor dem Ende fiel zu spät, um mit der folgenden Manndeckung noch etwas bewirken zu können. „Das war ein unheimlich engagierter Auftritt“, sagte Pfannenschmidt. „Und es war wichtig, dass wir unsere Fehler als Mannschaft immer wieder kompensiert haben. Aber das muss jetzt auch in Zukunft der Maßstab sein, wie wir uns präsentieren wollen.“

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