TSC überrascht: Akyüz und das Tabuwort

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Erdal Akyüz gefällt, was sein TSC Hamm aktuell leistet. Trotzdem tritt der Trainer auf die Euphoriebremse. 

Hamm - Der TSC Hamm ist nach acht Spieltagen die positive Überraschung in der Bezirksliga 7. Trainer Erdal Akyüz nennt einen banalen Grund für den Lauf und schränkt das Vokabular seiner Spieler ein. 

Für den Sprung an die Tabellenspitze hat es noch nicht gereicht, doch der TSC Hamm ist nach acht Spieltagen die positive Überraschung in der Fußball-Bezirksliga 7. Mit 19 Punkten liegt das Team auf dem zweiten Platz – punktgleich mit Spitzenreiter TuS Wiescherhöfen. Trainer Erdal Akyüz tritt aber auch nach sechs Siegen in Folge bewusst auf die Euphoriebremse. 

„Wir sind froh, dass wir oben in der Tabelle mitmischen können“, räumt der TSC-Coach zwar ein, blenden lassen will er sich von der aktuellen Situation aber keinesfalls: „Die Liga ist sehr stark. Wir müssen gut aufpassen, denn es kann ganz schnell nach unten gehen.“ 

"Ziel ist das obere Mittelfeld"

Eben dorthin, wo sich das Team am Ende der vergangenen Spielzeit wiederfand. Letztlich hielt der TSC nur die Klasse, weil das weniger schlechte Torverhältnis im Vergleich mit dem VfL Hörste-Garfeln den Ausschlag gab. 

Auch wenn Akyüz sich mit Ansagen an die Konkurrenz bewusst zurückhält, hofft er, sich in dieser Saison keine Abstiegssorgen machen zu müssen. „Mit dem unteren Tabellenbereich wollen wir nichts zu tun haben. Ich bin überzeugt davon, dass das klappt. Unser Ziel ist das obere Mittelfeld“, erklärt der 44-Jährige.

Abwehr verbessert, aber noch nicht sattelfest

Um die Erwartungen erfüllen zu können, verstärkte der TSC im Sommer gezielt die Defensive. Das war nach 62 Gegentreffern in der Vorsaison dringend notwendig. Unter anderem kam Damir Kurtovic vom Oberligisten Hammer SpVg. In Zahlen schlagen sich die Ausbesserungen noch nicht nieder: Zwölf Tore kassierte das Akyüz-Team in acht Spielen. 

Der Trainer aber sieht seine Formation auf dem richtigen Weg. „Wir stehen defensiv deutlich besser als in der vergangenen Saison und lassen weniger Torchancen zu. Die paar Gelegenheiten aber führten bisher zu Gegentoren“, sagt Akyüz. 

Training auf Rasen als Anreiz

Nach einem Remis gegen Westfalia Rhynern II und einer 0:4-Pleite gegen die Warendorfer SU baute der Coach seine Formation um, seitdem läuft sie im 4-4-2-System auf – und gewann sechsmal. Das Erfolgsrezept für die Arbeit unter der Woche ist banal wie einleuchtend: Dank der Unterstützung des SSV Hamm trainiert der TSC auf dem Rasenplatz in der Friesenkampfbahn – voraussichtlich klappt das sogar über den Winter. 

„Das ist ein entscheidender Faktor dafür, dass die Jungs zum Training kommen“, erklärt Akyüz, dem während der Einheiten meist 16 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung stehen. Das Wort „Landesliga“ ist für den Trainer des TSC aktuell noch ein Tabuwort. „Das müssen wir außen vor lassen. Wir können nicht schon nach ein paar guten Spielen von der Landesliga sprechen“, meint er, schiebt aber doch nach: „Wir müssen uns nicht verstecken und wissen, was wir können.“

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