Neuss bestraft schwache Defensivleistung der Eisbären

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Destin Demuth traf sechs Minuten vor Schluss ins eigene Netz.

Hamm - Jetzt hat es die Hammer Eisbären auch auf eigenem Eis erwischt. Vor 292 Zuschauern kassierte die Mannschaft von Trainer Ralf Hoja am Sonntagabend gegen den Neusser EV mit 5:6 (2:4, 1:1, 2:1) die erste Heimniederlage in der Regionalliga West. Mit erst fünf Punkten nach vier Spielen liegen die Hammer damit weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

„Wir haben uns im ersten Drittel auskontern lassen und sind diesem Rückstand lange hinterhergelaufen“, ärgerte sich der Coach am Ende über die Defizite im Defensivverhalten seiner Mannschaft, wobei er auch die Stürmer mit einbezog, die zu wenig nach hinten gearbeitet hätten.

Schon nach dem ersten Drittel gab es von den Rängen Pfiffe für die Eisbären. Und die lautstarke Forderung der Fans: „Wir wollen euch kämpfen sehen.“ Maßgeblichen Anteil am 2:4-Rückstand der Hammer nach 20 Minuten hatte der unglücklich agierende Schlussmann Steffen Pietzko, der zunächst den erkälteten Sebastian May zwischen den Pfosten vertrat.

Dabei begann es ganz gut für die Gastgeber, die nach sechs Minuten durch einen Treffer von Marvin Cohut in Führung gingen. Der hatte sich den Puck an der Mittellinie geschnappt hatte und ein Solo Richtung Neusser Tor erfolgreich vollendete. Doch in Unterzahl kassierten die Eisbären nur wenig später den Ausgleich durch Balasz-Szaboics Peter. Der rumänische U20-Nationalspieler mit ungarischen Wurzeln war auch in der Folgezeit nicht zu halten. Er beantwortete den erneuten Führungstreffer der Eisbären (9.) durch Oliver Kraft postwendend mit dem 2:2. Auch bei diesem Tor machte Pietzko eine unglückliche Figur. Peter war es auch, der die Neusser nach 13 Minuten erstmals in Führung brachte. Wieder sah Pietzko nicht gut aus. Kurz darauf gelang David Bineschpayouth das 2:4, was für Unmut auf den Rängen sorgte.

Eisbären-Coach Hoja reagierte und beorderte den geschwächten May ins Tor. Doch die Gastgeber mussten durch Alexander Richter sogar das 2:5 (23.) hinnehmen. Immerhin steckten die Hammer nicht auf, kamen kurz darauf durch Kamil Vavra nach Vorarbeit von Kevin Thau zum 3:5 (26.). Danach offenbarten sie aber große Schwächen im Überzahlspiel, das sie zweimal nicht zum Anschluss nutzen konnten.

Zumindest die Moral schien bei den Eisbären intakt zu sein, denn im Schlussdrittel legten sie noch einmal deutlich zu. Vielleicht war den Neussern, die mit nur zwölf Feldspielern angereist waren, auch etwas die Puste ausgegangen. In der 47. Minute gelang den Gastgebern der vierte Treffer. Andre Kuchnia kam direkt von der Strafbank, wurde mit einem genauen Pass bedient und schob sicher zum 4:5 ein. Als wenig später Kevin Thau in Überzahl sogar den Ausgleich (49.) erzielte, waren die Eisbären wieder voll im Geschäft, zumal sie die Neusser auch in der Folgezeit im eigenen Drittel einschnürten. Wie aus dem Nichts heraus gelang dem NEV sechs Minuten vor Schluss das 5:6. Dustin Demuth wollte einen Schuss von Richter abwehren, traf dabei aber ins eigene Netz. 80 Sekunden vor dem Ende riskierte Trainer Hoja alles, nahm sogar noch Schlussmann May vom Eis, doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. Neuss verteidigte die Führung geschickt. - st

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