Die HSV gewinnt das Offensiv-Spektakel gegen Aplerbeck mit 4:3

+
Allein gegen alle: Emre Demir (rechts) brachte die HSV gegen Aplerbeck mit 1:0 in Führung.

Hamm - Nach 95 Minuten Offensivspektakel waren die Spieler müde – aber zufrieden: die Akteure der Hammer SpVg, weil sie ihre letzte Heimpartie der Saison gegen den ASC 09 Dortmund mit 4:3 (1:2) gewonnen hatten. Und die Gäste aus Aplerbeck ebenfalls, nachdem sie mit etwas Verzögerung die Kunde von der Niederlage des SV Schermbeck und damit vom eigenen Klassenerhalt erhalten hatten. „Wir haben heute große Unterhaltung geboten“, sagte der scheidende HSV-Trainer Ferhat Cerci nach dem Sieg, den auch sein ASC-Kollege Daniel Rios als verdient bezeichnete.

Einen Gutteil ihres Reizes bezog die für die HSV bedeutungslose Partie vor 360 Zuschauern aus der Schlussphase. Mehrfach tauchten die Hammer bei Kontern gegen weit aufgerückte Gäste vor dem ASC-Kasten auf, scheiterten jedoch auf mitunter groteske Weise. „Wenn du diese Chancen auslässt und am Ende noch das 4:4 kassierst, darfst du dich nicht wundern“, sagte Emre Demir, der zu einem Regionalligisten wechseln wird. „Das war schon etwas chaotisch“, ergänzte Serdar Yigit. Gewürzt wurden die letzten Spielminuten zudem durch eine Rote Karte gegen Damir Kurtovic, nachdem er Michael Seifert mit kernigem Einsatz abgeräumt hatte.

Die Partie war von Beginn an eine offene. Beide Teams überbrückten schnell das Mittelfeld. Die erste Großchance hatte der aufgerückte ASC-Außenverteidiger Rafik Halim, der aus nächster Nähe an HSV-Torwart Michael Strzys scheiterte (9.). Der erste Treffer gelang jedoch Hamm. Nach einem Rückpass von Durim Feta traf Eigengewächs Demir bei seinem Heimabschied zum 1:0 (15.). Sieben Minuten durften sich die Gastgeber in der Führung sonnen, dann jagte der unbedrängte Tim Schwarz den Ball mit einem herrlichen Drehschuss aus 20 Metern zum 1:1 in die Maschen (22.). Nicht lange danach kam er gegen Strzys einen Schritt zu spät (26.).

Kurz vor der Pause war es Kevin Brümmer, der die Gäste mit einem weiteren Fernschuss in Führung brachte. Wieder landete der Ball flach im Eck, diesmal zum 1:2 (39.). „Wir waren zweimal nicht eng am Mann. Wir haben die Gegentore aus dem Nichts kassiert“, ärgerte sich Cerci. „Allerdings haben die Jungs in der zweiten Halbzeit den Schalter umgelegt und richtig tollen Fußball gespielt“, fand der 34-Jährige. Seine Elf – nun mit Serdar Yigit und Damir Kurtovic für Giacomo Serrone und Dennis Mooy – drückte zu Beginn der zweiten 45 Minuten auf die Tube. Roman Maciejak, der nach Polen zurückkehren wird, nutzte nach neuerlicher Vorarbeit von Feta den Raum, den ihm die Gäste im Strafraumzentrum großzügig gewährt hatten, und glich zum 2:2 aus (53.).

Kurze Zeit später begannen die wilden Minuten in der Evora Arena. Zunächst zögerte Strzys beim Herauslaufen, kam gegen Schwarz zu spät und brachte ihn zu Fall. Schiedsrichter Jonathan Lautz entschied auf Elfmeter, den Simon Rudnik souverän zum 2:3 verwandelte (59.). Doch gleich im ersten Angriff nach Wiederanpfiff rannte Dino Dzaferoski Nils Kisker um – wieder Strafstoß, diesmal auf der Gegenseite. Yakup Köse ließ sich die Chance zum prompten Ausgleich nicht nehmen (3:3/61.). Es folgte ein Freistoß von Tayfun Cakiroglu an die Oberkante der Latte (64.) und keine zwei Minuten später das 4:3 für die HSV: Demir legte für Serdar Yigit auf, der seine gute Leistung mit einem Treffer krönte.

Das war der letzte schnelle Gegenangriff, den die Gastgeber nutzten. Feta (77.), Maciejak (89., 90.+1) und der eingewechselte Serafettin Sarisoy (90.+4) vergaben einen höheren Sieg. „Machst du das fünfte Tor, dann ist es vorbei“, sagte HSV-Kapitän Yakup Köse. Weil die Gastgeber es nicht machten, mussten sie bis zur fünften Minute der Nachspielzeit um den Sieg zum Heimkehraus bangen – vor allem bei einem Versuch von Halim (84.).

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare