Westfalia Rhynern siegt beim SC Hassel mit 3:1

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Raus mit Applaus: Rhynern Mathieu Bengsch verlässt kurz vor Schluss den Platz für Marvin Buchta.

Gelsenkirchen - Als die Fußball-Oberliga-Partie beim SC Hassel für den SV Westfalia Rhynern beendet war, hatte Björn Mehnert den 3:1 (1:0)-Erfolg seiner Mannschaft bereits abgehakt. Der Coach hatte es sehr eilig. Schließlich machte es die frühe Anstoßzeit beim Aufsteiger (13.30 Uhr) möglich, dass Mehnert direkt im Anschluss den nächsten Gegner, die SpVg Erkenschwick, bei ihrer 1:2-Niederlage gegen den SV Lippstadt unter die Lupe nehmen konnte.

In den 90 Minuten zuvor hatte er „einen absolut verdienten Sieg“ für seine Mannschaft gesehen. „Wir haben es gut gemacht, aggressiv dagegen gehalten und in Halbzeit eins schon drei, vier richtig gute Chancen erarbeitet, wo wir hinter die Kette kommen“, sagte Mehnert. „Nach der Pause haben wir etwas tiefer gestanden und bewusst auf Konter gesetzt.“ Sein Hasseler Kollege Thomas Falkowski war mit der Leistung seiner Spieler weniger zufrieden. „Wir haben zu keiner Phase Zugriff auf den Gegner bekommen“, stellte er fest. „Und die Gegentore sind viel zu einfach gefallen. Das war unsere schlechteste Saisonleistung.“

Bis diese Erkenntnis reifte, bedurfte es allerdings einiger Überzeugungsarbeit der Gäste auf dem Platz. Denn zu Beginn sahen die rund 100 Zuschauer auf dem Rasenplatz an der Lüttinghofstraße eine zähe Begegnung, in der sich beide Teams über weite Strecken neutralisierten. Mehnert musste kurzfristig auf Salvatore Gambino (privat verhindert) und Lucas Arenz, der sich eine Blutblase unter dem Fuß entfernen lassen musste, verzichten. Für sie kamen Sven Ricke auf der rechten Seite und Xhino Kadiu im Sturmzentrum zum Einsatz. Für Dustin Wurst lief zudem Tim Neumann in der Innenverteidigung auf.

30 Minuten lang war der spannendste Zweikampf auf dem Platz der zwischen Lennard Kleine und der Kapitänsbinde, die der Rhyneraner in dieser Partie stellvertretend für Wurst übergestreift hatte. Nach 20 Minuten war der Stürmer entnervt, und dieBinde flog auf die Aschebahn. „Die war ein bisschen kaputt – und irgendwann habe ich es aufgegeben“, sagte Kleine lächelnd. Im Spiel hatten er und seine Kollegen mehr Geduld, die nach zwei zunächst guten, aber nicht genutzten Versuchen, hinter die Hasseler Abwehrreihe zu kommen (30., 36.), belohnt wurde. Mathieu Bengsch hatte mehrfach gegen zwei Gegenspieler nachgesetzt und so eine Ecke erzwungen. Diese zirkelte Robin Hoffmann in Höhe 16-Meter-Raums zurück zum Linksfuß, und Bengsch vollendete mit einem trockenen Flachschuss zum 1:0. „Diese Variante haben wir erst in dieser Woche einstudiert“, freute sich Kleine, und Mehnert ergänzte. „Wir wussten, dass es in dem Raum Möglichkeiten gibt – das war gut gemacht.“ Falkowski wetterte indes: „Ein billiges Gegentor – einstudiert, klar. Aber da gab es bei uns klare Zuordnungen.“

Nach dem Wechsel übernahmen die Hausherren die Initiative – auch, weil „wir tiefer gestanden und bewusst auf Konter gesetzt haben“, sagte Mehnert. Die blieben jedoch lange aus – erst in der 60. Minute waren es Hoffmann und Bengsch, die gemeinsam am Hasseler Strafraum den Ball eroberten – Kadiu verzog freistehend.

Nur zwei Minuten später machte es der Stürmer besser, als er zunächst Torhüter Drobe umspielte, dann erst einen auf der Torlinie liegenden Hasseler anschoss, um im zweiten Versuch das 0:2 perfekt zu machen. Der Weg des Torschützen führte direkt in die Arme von Betreuer Bernd Zurkuhl, der ihm in den vergangenen Wochen immer wieder Mut zugesprochen hatte. „Ich habe ihm immer gesagt, dass alles in Ordnung ist und er die Ruhe bewahren soll“, betonte Mehnert. „Irgendwann fällt einem Stürmer der Ball eben auch vor die Füße.“

Danach galt es für die Westfalia eine Drangphase zu überstehen – unter anderem ein Freistoß von Titz an den Pfosten (78.). Diese endete allerdings mit dem 2:1 durch Dominik Milaszewski, der nach einer Ecke per Kopf traf (80.). Denn ehe Hassel zur Schlussoffensive rüsten konnte, sorgte Lennard Kleine mit dem entscheidenden 3:1 für Ruhe (84.).

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