Rhynerns Kollektiv gegen Erndtebrücks Individualisten

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Gerrit Kaiser (links) hat mit Westfalia Rhynern einen 1:0-Auswärtssieg in Stadtlohn gefeiert.

Hamm – Das Glück war mit den Tüchtigen. So sah es Björn Mehnert, Trainer des Fußball-Oberligisten Westfalia Rhynern, nach dem 1:0-Auswärtssieg seiner Mannschaft beim SuS Stadtlohn. In der Schlussphase hatte seine Elf noch eine Schippe drauf gelegt und sich so die ersten drei Punkte der neuen Spielzeit gesichert. Jetzt gilt es, am Sonntag ab 15 Uhr gegen den TuS Erndtebrück am Papenloh nachzulegen.

„Das wird nicht einfach werden“, ist sich der Westfalia-Coach sicher. „Mit dem Regionalliga-Absteiger haben wir einen schweren Gegner vor der Brust. Für mich zählt Erndtebrück zu den Top-Favoriten für den Meistertitel.“ Die Gäste sind wie die Mehnert-Elf mit einem 1:0-Sieg beim SuS Stadtlohn in die Saison gestartet, deshalb belegen sie gemeinsam mit den Gastgebern den fünften Tabellenplatz. Dass dieser Platzierung nach nur einem Spieltag noch keine Bedeutung beizumessen ist, dürfte jedem klar sein. Aber es zeigt, dass beide Teams hochmotiviert und bis zum Schluss konzentriert ihre ersten Aufgaben erfüllt haben. Denn sowohl Rhynern als auch Erndtebrück erzielten die Siegtreffer in der Nachspielzeit. Das sind aber auch schon alle Gemeinsamkeiten der beiden Teams. Michael Wiese erzielte den einzigen Treffer in Stadtlohn. Der eingewechselte Philipp Böhmer war beim Heimdebüt der Mannschaft von Trainer Florian Schnorrenberg gegen den SV Lippstadt der Erfolgsgarant. So wie im Meisterjahr 2015, als er den 1:0-Siegtreffer am Papenloh erzielte.

„Dem TuS ist es nach dem Abstieg gelungen, wichtige Spieler zu halten und den Kader mit guten Neuen zu verstärken“, weiß Mehnert. „Dadurch ist der Kader individuell sehr stark und gehört zu den Besten der Liga.“ Aber das ist für ihn kein Grund, sich hinter den Gästen zu verstecken. Denn die Mannschaft vom Papenloh ist als Kollektiv sehr stark. „Respekt ist auf beiden Seiten vorhanden“, sagt Mehnert. „Am Sonntag treffen zwei Mannschaften aufeinander, die fußballerische Lösungen bevorzugen. Die Tagesform kann deshalb zum entscheidenden Faktor werden.“

Nach der 0:1-Heimniederlage in der vorletzten Spielzeit kassierten die Rhyneraner am Pulverwald eine bittere 0:5-Klatsche. Doch dieses deutliche Resultat ist im Duell der beiden Mannschaften eher die Ausnahme. In welcher Konstellation die Trainer ihre Teams auflaufen lassen, machen Mehnert und Schnorrenberg vom Abschlusstraining am Samstag abhängig. Dann wird der TuS-Coach sehen, ob er auf Tim Treude und Fatih Tuysuz zurückgreifen kann, die angeschlagen sind. Angesichts des überschaubaren Kaders, in dem noch nicht alle Akteure spielberechtigt sind, hätte der TuS-Trainer, der gerade die Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert, die erfahrenen Spieler gerne dabei.

Der Westfalia-Coach schließt die ein oder andere Veränderung gegenüber der Startelf in Stadtlohn nicht aus. Erst nach dem Samstagstraining stellt er den 18er-Kader zusammen. „Ich bin froh, dass wir so breit aufgestellt sind“, erklärt er. „Das schürt den Konkurrenzkampf. Außerdem gibt das den jüngeren Spielern die nötige Zeit, die sie noch brauchen.“

Die Partie in Stadtlohn hat Mehnert unter der Woche noch einmal per Video unter die Lupe genommen. „Da habe ich gesehen, dass wir zum Teil falsche Lösungen getroffen haben“, analysiert er. „Aber wir haben auch viele richtige Entscheidungen getroffen und viele Chancen erarbeitet, deshalb haben wir verdient gewonnen.“

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