HSV besiegt Paderborns U21: Loheider kann es auch doppelt

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David Loheider traf gegen die U21 des SC Paderborn doppelt und ließ seine Kritiker verstummen. 

Hamm - Die Hammer SpVg besiegt die U21 des SC Paderborn dank zweier Tore von David Loheider. Der HSV-Angreifer widerlegt mit dem Doppelpack kritische Stimmen - und antwortet mit einer besonderen Jubelgeste. 

David Loheider riss sich von seinen Teamkollegen los und stürmte zum Mittelkreis. Dort angekommen, legte er den Zeigefinger auf den Mund, lächelte in Richtung Tribüne und vollzog einen Jubelsprung. Erst dann ließ sich der Stürmer des Oberligisten Hammer SpVg von seinen Mitspielern zum Doppelpack und zum Siegtreffer beim 2:1 (0:1) gegen die U21 des SC Paderborn gratulieren. 

Diesen Moment der Erlösung hatte sich die HSV zuvor hart erarbeitet – unter gütiger Mithilfe eines Gäste-Akteurs. In Minute 39 machte Paderborns Anton Safonov deutlich, wie nah Genie und Wahnsinn beieinander liegen können. Danijel Gataric hielt den Rechtsaußen der Gäste nach einem Zweikampf kurz fest, Safonov quittierte das mit einem beherzten Tritt gegen die Beine des Hammers. Schiedsrichter Jonathan Lautz stand nur wenige Meter vom Tatort entfernt und zückte zurecht die Rote Karte. 

Safonov nutzt Tiefschlaf

Das alles passierte beim Stand von 0:1 aus Sicht der HSV, die in der ersten Halbzeit Vieles vermissen ließ. „Wir haben nicht zu unserem Rhythmus gefunden, einfache Fehler gemacht und waren schlicht nicht wach“, kritisierte Trainer Sven Hozjak. Auf dem Feld machte sich das erstmals bemerkbar, als sich Safonov eine kurz ausgeführte Ecke schnappte, einen Haken schlug und den Ball in die lange Ecke des HSV-Tores hob (15.). 

Fußball Oberliga: Hammer SpVg - SC Paderborn ll 2:1

Die Hausherren hatten schwer zu knabbern an diesem Rückschlag gegen ein vermeintliches Leichtgewicht der Oberliga. Die Verunsicherung griff vor allem im Zentrum des Hammer Spiels um sich, Yakup Köse und Nils Kisker kamen oft zu spät in die Zweikämpfe und spielten haarsträubende Fehlpässe. Das besserte sich erst, als Hozjak den angeschlagenen Rechtsverteidiger Manuel Dieckmann vom Feld nehmen musste (33.). Danijel Gataric übernahm auf der Doppelsechs, Kisker rückte rechts in die Viererkette. 

HSV dreht in Halbzeit zwei auf

„Ich habe mir von Danijel erhofft, dass er unser Spiel strukturiert und das Tempo diktiert. Das ist aufgegangen“, sagte der HSV-Trainer. Trotzdem bedurften die Hausherren noch der schon erwähnten Mithilfe durch den bis dahin stärksten Gästeakteur Safonov. „Wir haben uns selbst geschwächt und mussten die Ausrichtung deshalb verändern. Nach der Halbzeitpause habe ich schnell gemerkt, dass es eng wird“, haderte Paderborns Trainer Christoph Müller. 

Das Tor der Gäste geriet ab Minute 46 zunehmend unter Beschuss, weil die HSV – jetzt mit Mike Pihl für den glücklosen Damir Ivancicevic unterwegs – ein völlig verändertes Auftreten zeigte. Pihl (49.) scheiterte noch an SCP-Keeper Dominique Soethe, doch wenig später stand Angreifer Loheider nach Flanke von Kisker parat und drückte das Leder aus wenigen Metern über die Linie (51.).

Loheider wird angestachelt und trifft doppelt

„Ohne die Jungs und ihre Vorlagen bin ich vorne aufgeschmissen. Wir haben in der zweiten Halbzeit eine super Mannschaftsleistung gezeigt“, lobte der Torschütze. Und die HSV wollte mehr, drückte Paderborn weit in die eigene Hälfte und suchte immer wieder den Weg über die Flügel. Die Gataric-Brüder Dalibor und Danijel zogen geschickt die Fäden, vor allem die rechte Seite mit Kisker und dem bärenstarken Giacomo Serrone stellte die Gäste vor unlösbare Probleme. 

Doch der „Lucky Punch“ fehlte lange Zeit, obwohl sich ausreichend Chancen boten. Serrone (62./71.), Dalibor Gataric (69.) und Loheider (72.) ließen gute Gelegenheiten aus. Der HSV-Torjäger aber hatte noch einen Pfeil im Köcher: Kisker trieb das Geschehen erneut über Rechts an, Serrone flankte scharf ins Zentrum, und Loheider köpfte unbedrängt aus sieben Metern ein (76.). 

Es folgte besagter Jubel. „Ich habe unter der Woche gehört, dass ich pro Spiel nur einmal treffen kann. Das hat mich richtig angestachelt“, erklärte Loheider nach seinem Doppelpack lächelnd. Den Namen des Provokateurs wollte der bullige Stürmer aber nicht verraten: „Das ist alles im Spaß abgelaufen. Die Person freut sich jetzt am allermeisten über den Sieg.“

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