Westfalia Rhynern siegt mit 3:2 bei Arminia Bielefeld

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Starker Auftritt: Lennard Kleine traf einmal und bereitete zwei Tore vor.

Bielefeld - Das Stück Kuchen hatte sich Björn Mehnert, Trainer des Fußball-Oberligisten Westfalia Rhynern, nach der Pressekonferenz redlich verdient. Schließlich hatte seine Mannschaft in der vorletzten Partie der laufenden Saison bei der U 23 von Arminia Bielefeld gerade „drei Big Points“ (Mehnert) im Kampf um den sechsten Platz, der noch zur Teilnahme am Westfalenpokal berechtigt, eingefahren.

Mit 3:2 (1:0) fiel der Sieg der Westfalia zwar eng aus, daran, dass er verdient war, ließen aber beide Trainer keinen Zweifel. „Das war ein enges Spiel bei hochsommerlichen Temperaturen“, sagte Mehnert. „Die Anteile waren zwar verteilt, aber wir hatten die größeren Chancen.“ Ähnlich sah es Bielefelds Coach Daniel Scherning, der monierte, dass sein Team „nach gutem Beginn zu langsam und einfallslos mit dem Ball agiert hat. In der zweiten Halbzeit waren wir gut im Spiel, aber am Ende hat die etwas cleverere Mannschaft gewonnen – und das nicht unverdient.“

Mehnert hatte sein Team im Vergleich zum 2:2 gegen den Liga-Zweiten TSG Sprockhövel mit Adrian Cieslak und Jan Apolinarski für Gerrit Kaiser und Markus Maier in die Startaufstellung beordert. Der Auftakt war allerdings recht verhalten und fiel eher unter die Rubrik „Sommerkick“. Beiden Teams gelang wenig Konstruktives, und die Arminia wirkte dominanter, weil „sie im Zentrum präsenter war“, so Mehnert. Doch während Bielefeld den Weg zum Tor nicht fand, war die Westfalia bei ihren Kontern wesentlich gefährlicher. Ein erster Warnschuss von Salvatore Gambino (5.) geriet noch zu harmlos, und ein Kopfball von Tim Neumann strich am Tor vorbei (8.). Doch beim zweiten Schussversuch Gambinos musste sich Christopher Balkenhoff im Arminen-Tor schon enorm strecken, um den Ball zu entschärfen (26.).

Die Partie hatte Fahrt aufgenommen. Und nachdem zunächst Khalil Kleit aus spitzem Winkel mit der ersten echten Chance der Gastgeber an Rhynerns Keeper Alexander Hahnemann gescheitert war (37.), hätte Schiedsrichter Denis Magne im Gegenzug auf Foulelfmeter für Rhynern entscheiden müssen, als Lennard Kleine allein auf das Tor zuging und von Nico Schneck gefällt wurde. Der Pfiff blieb aus, Kleine reklamierte und sah zudem Gelb. Um so größer sein Jubel, als er eine Minute vor der Pause gekonnt für Thanh-Tan Tran auflegte, der den Ball nur noch einschieben musste.

Nach dem Wechsel folgte die stärkste Phase der Arminen, die, beflügelt vom schnellen Ausgleich durch Aytürk Gecim (53.), die Rhyneraner in die eigene Hälfte drückten. Mehnert reagierte, nahm mit Lucas Arenz und Gerrit Kaiser für Tran (Mehnert: „Er hatte Luftprobleme, weil er Allergiker ist.“) und Gambino einen Doppelwechsel vor, und mit zunehmender Spielzeit bekamen die Gäste wieder die Kontrolle über das Spiel.

Robin Hoffmann hatte zunächst noch Pech mit einem Schuss (66.), doch als sich Arenz bis zur Grundlinie vorgespielt und Kleine bedient hatte, schob der Goalgetter überlegt zur erneuten Führung ein (74.). Nur zwei Minuten später legte der überragende Kleine, der an allen Rhyneraner Treffern beteiligt war, von der anderen Seite für Hoffmann auf, und es hieß 1:3. „Lennard hat sich im vergangenen dreiviertel Jahr richtig gut entwickelt“, lobte Mehnert. „Ich bin zufrieden mit ihm – nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz.“

So blieben am Ende nur zwei Schönheitsfehler für die Gäste: der 3:2-Anschluss durch Kleit (82.) und die Tatsache, dass die Westfalia durch die Niederlage des SV Lippstadt zwar auf Rang fünf geklettert ist, sie durch den Sieg des SC Eintracht Rheine aber Platz sechs vor dem letzten Spieltag noch nicht sicher hat. So fehlte zunächst noch das sportliche Sahnehäubchen für den Kuchen des Trainers – doch das will die Mannschaft ihm am letzten Spieltag gegen den FC Gütersloh nachliefern.

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