Ein erster Schritt für Michler zurück in die Normalität

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Er darf wieder in die Halle kommen: SGK-Keeper Maurice Michler, hier neben Liam Hages.

Hamm – Es war ein Schock für das gesamte Team. Aber vor allem für Maurice Michler, den Torhüter des Rollhockey-Bundesligisten SK Germania Herringen, als er im Mai des vergangenen Jahres erfuhr, dass er bei einer Dopingprobe positiv aufgefallen war, als er ein Schmerzmittel vor dem Play-off-Finale um die Deutsche Meisterschaft in Iserlohn nicht angegeben hatte. Mittlerweile sieht die Welt für den 26-Jährigen angenehmer und deutlich besser aus. „Es ist wieder mehr Normalität in mein Leben eingekehrt“, sagt er, denn seit dem 19. Mai darf er wieder am Training teilnehmen und bei offiziellen Spielen vor Ort sein.

Das war ihm in den ersten zwölf Monaten seiner zweijährigen Dopingsperre untersagt gewesen. Daher hatte er sich, so schwer es ihm auch fiel, komplett zurückgezogen, sich keine Partien seiner Mannschaft angeschaut – obwohl er in unmittelbarer Nähe der Glückauf-Sporthalle in Herringen lebt. „Es ist mir schon recht schwer gefallen ohne Rollhockey. Es hat gekribbelt, ich wusste zuerst nichts mit mir anzufangen. Gerade an den Spieltagen war da eine Leere“, sagt er. „Aber ich musste mich daran gewöhnen. Ich habe mir eine Auszeit genommen, habe in Ruhe alles vom Kopf her verarbeitet und zudem meine Verletzungen, weswegen ich ja auch die Schmerzmittel genommen hatte, auskuriert. Ich habe viel Kraft getankt.“

Mit seinen Teamkollegen, die alle auch zu seinem engsten Freundeskreis gehören, hatte er dennoch Kontakt – über die Chatgruppe der Mannschaft. Und weder von seinen Mitspielern noch von anderen Leuten hat er in den vergangenen Monaten wegen seiner Dummheit negative Kommentare gehört. „Das war okay. Das, was man mir nicht zugetraut hat, ist, dass ich wieder zurückkomme. Aber das will ich unbedingt. Ich werde mich der Verantwortung stellen und zudem alles daran setzen, wieder die Nummer eins im Herringer Tor zu werden“, betont er. „Denn Rollhockey gehört zu mir. Und verlernt habe ich das auch nicht. Das ist so wie beim Fahrradfahren. Das beherrscht man auch dann noch, wenn man es längere Zeit nicht gemacht hat.“

Umso mehr genießt er es, dass er jetzt wieder am Training teilnehmen kann. Und regelmäßig in der Halle sein kann. Daher wird er am Samstag auch auf den Rängen ganz kräftig die Daumen drücken und auf diese Weise versuchen, seinen Teil dazu beizutragen, dass der SKG nach der knappen 1:2-Niederlage im ersten Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Iserlohn am Samstag zuerst den Ausgleich schafft und dann in der dritten Partie am Sonntag den dritten DM-Titel der Vereinsgeschichte feiern kann. „Ich denke, die Chancen stehen gut. Die Jungs sind topmotiviert, die werden das Ding schon drehen“, sagt Michler – und fügt hinzu: „Als wir vor zwei Jahren das Double gewonnen haben, haben wir das erste Spiel auch verloren.“ Ein Jahr noch – dann könnte er bei einem Finale um die Deutsche Meisterschaft auch auf dem Feld wieder dabei sein.

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