"Schweine-Einheiten" zahlen sich aus: Wiese feiert doppelt

+
Die Einheiten in der Vorbereitung haben sich für Michael Wiese (rechts) und Westfalia Rhynern bereits bezahlt gemacht. 

Hamm - Bei Michael Wiese stand das Telefon am Montag kaum still. Ein Glückwunsch nach dem anderen ging beim Fußballer des Oberligisten Westfalia Rhynern ein. Die Gratulanten hatten nicht nur den 22. Geburtstag auf dem Zettel. 

Freunde und Bekannten meldeten sich auch, um Wiese zum Last-Minute-Siegtreffer am ersten Spieltag gegen den SuS Stadtlohn zu beglückwünschen. „Ich wusste manchmal gar nicht, ob mir zum Geburtstag oder zu dem Tor gratuliert wird“, gab Wiese am Dienstag zu. „Langsam ist aber wieder Normalität eingekehrt.“ 

Mit dem schwächeren linken Fuß hatte er seine Mannschaft zum glücklichen Erfolg in Stadtlohn geführt – die dritte Minute der Nachspielzeit lief da bereits. Das Tor täuschte ein Stück weit über die Schwächen im Spiel der Westfalia hinweg. „Wir können auf jeden Fall mehr als wir gezeigt haben“, sagte auch Wiese. Umso wichtiger sei der Dreier zum Auftakt, damit das Team von Trainer Björn Mehnert in Ruhe weiterarbeiten kann. 

"Sonst fliegt der Ball nach Südlohn"

Letztlich machte sich in den Schlussminuten gegen bissige Stadtlohner die sechswöchige Vorbereitung bezahlt. „Das hat nicht immer Spaß gemacht. Manchmal bin ich zum Training gefahren und wusste, das wird heute eine Schweine-Einheit. Aber es hat sich bereits jetzt ausgezahlt“, erklärte der Rechtsverteidiger. Er sei ohnehin ein Spieler, der über die Physis komme und so auch noch in den letzten Minuten eines Spiels Akzente setzen könne, sagte Wiese. 

„Ich habe den Ball 100 Prozent getroffen. Sonst wäre er wahrscheinlich nach Südlohn geflogen“, grinste der Defensivmann, der im Sommer an den Papenloh zurückkehrte. Sein satter Abschluss, der gleichzeitig einen erfolgreichen Start bedeutete, war dabei mehr als nur ein Akzent. Und weit mehr als Zufall. „Volleyschüsse haben wir vorher noch im Training geübt“, erzählte Wiese. „Als beidfüßig würde ich mich aber trotzdem nicht bezeichnen.“ 

Ausgelassener Jubel - auch bei Mehnert

Eine Besonderheit war der Treffer aber nicht nur wegen des vermeintlich schwachen Fußes, sondern auch aufgrund des späten Zeitpunkts. „In der Nachspielzeit habe ich noch nie getroffen. Das sind ganz besondere Siege, weil dann alle ihren Emotionen freien Lauf lassen“, meinte Wiese. 

In Stadtlohn stürmten alle Rhyneraner Feldspieler auf den Torschützen, selbst der sonst eher reservierte Mehnert jubelte ausgelassen. Die gängige Fußballer-Floskel, dass es ja letztlich egal sei, wer den Treffer erzielt, bemüht auch der 22-Jährige. Der Unterschied: Man nimmt Wiese diese Aussage ab. 

Fast scheint ihm der Trubel um seine Person unangenehm. „Ich hätte es schöner gefunden, wenn wir eine unserer Chancen in der ersten Halbzeit genutzt hätten“, sagte er und richtet den Blick schon wieder nach vorne auf das Heimspiel am kommenden Wochenende. „Es ist Zeit, das Tor abzuhaken. Mit dem TuS Erndtebrück kommt ein ganz starker Gegner“, erklärte Wiese.

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare