ASV gegen den Spitzenreiter aus Friesenheim chancenlos

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Savvas Savvas war am Sonntag gegen Friesenheim mit sieben Treffern der erfolgreichste Hammer Werfer.

[Update] Hamm - Als die 60 Minuten in der Westpress-Arena zwischen dem ASV Hamm-Westfalen und der TSG Ludwigshafen-Friesenheim beendet waren, herrschte akuter Klärungsbedarf.

Noch auf der Platte versammelte ASV-Trainer Niels Pfannenschmidt seine Spieler am Mittelkreis, um ihnen ein paar Worte mit auf den Weg in die Kabine zu geben – nach einer 24:30 (14:17)-Niederlage gegen den Tabellenführer bei der das Ergebnis noch schmeichelhaft war.

In einer von den Hammern desolat geführten Partie war der Sechs-Tore-Rückstand die Folge der Tatsache, dass sich die ASV-Spieler in der Schlussphase zumindest nicht hängen lassen haben. „Man hat gesehen, bei welcher Mannschaft das Selbstvertrauen vorhanden war und bei welcher nicht“, sagte Pfannenschmidt. „Es gab eigentlich keinen Grund, um so verunsichert zu sein. Am Ende haben wir zumindest noch Einiges ausprobiert, damit wir dieses Spiel nicht mit 13 abschenken. Aber insgesamt war das natürlich keine tolle Leistung.“ Friesenheims Coach Benjamin Matschke empfand die Vorstellung seines Teams als „außergewöhnlich. Wir wollten dieses unglaubliche Tempo der Hammer Schnellen Mitte und der zweiten Welle verteidigen. Das ist uns gut gelungen.“

Nicht nur das: Denn vor allem in der ersten Halbzeit boten die Gäste im Angriff eine Vorstellung, die „mit 17 Toren bei 19 Versuchen nahe der Perfektion war“, freute sich Matschke. „Zudem hatten wir ein klares Torhüterplus.“ Das war angesichts des rabenschwarzen Tages, den die komplette ASV-Deckung inklusive der beiden Keeper Felix Storbeck und Dennis Doden erwischt hatte, nicht sonderlich schwierig. Klier kam in den 60 Minuten auf zwölf Paraden, die Hälfte war es für Storbeck, während Doden, der zwischen der 16. und 30. Minute seinen Torhüterkollegen ablöste, ganz leer ausging. „Wir präsentieren uns gerade nicht gut“, war Storbeck ratlos. „Wir helfen uns in der Abwehr gegenseitig nicht, Dennis und ich müssen mehr halten in der ersten Halbzeit. Und dann funktioniert das einigermaßen in der zweiten, ehe wir wieder einige verwerfen. Das sind alles so kleine Stellschrauben, die uns runterdrücken.“

Vor allem das Prunkstück der Hammer, die Abwehr, präsentierte sich desolat. Während der ASV von der ersten Minute an um jeden Treffer hart kämpfen musste, durfte auf der anderen Seite TSG-Akteur Alexander Feld schalten und walten wie er wollte. Und so war es nur eine Frage der Zeit, wann Hamm seine knappe Führung der ersten Minuten 6:5 (13.) verlieren würde. Vier Tore in Folge zum 6:9 (17.) für die TSG ließen das fragile Gebilde ASV zusammenbrechen. Fannar Fridgeirsson, der erstmals auf Rückraum Mitte begann, mühte sich, die zündenden Ideen in der Offensive hatte er allerdings nicht.

Immerhin: Die Gastgeber hielten in der Folge Kontakt zum dominant auftretenden verlustpunktfreien Tabellenführer und durften beim 14:17-Pausenstand noch auf die Wende hoffen. Was fast ausschließlich Savvas Savvas zu verdanken war, der seine Mannschaft im ersten Durchgang mit sechs seiner sieben Tore und einer couragierten Vorstellung fast alleine im Spiel hielt. Es passte ins Bild, dass die Änderungen, die der ASV-Coach nach dem Wechsel vornahm, nicht zur Entfaltung kommen konnten. So sah Christoph Neuhold, der erst nach dem Wechsel ins Spiel kam, bereits in der 35. Minuten nach einem Stoß in den Bauch von Feld die Rote Karte. „Alex geht immer extrem in die Lücke rein. Ich würde da keine Absicht unterstellen“, nahm anschließend sogar Matschke den Hammer in Schutz.

Was die Hammer im Anschluss auch probierten: es funktionierte nicht. Die TSG schraubte das Ergebnis gegen im Angriff ängstliche und in der Deckung überforderte Gastgeber fast mühelos auf 18:27 (48.). Und so war es zumindest ein Pluspunkt für den Hammer Kampfgeist, dass die Mannschaft in den letzten Minuten den Vorsprung auf sechs Treffer verkürzte. „Wir müssen uns als Mannschaft pushen, im Training mega vorbereiten und dann auf den Punkt da sein“, blickte Storbeck auf die Auswärtsaufgabe in Neuhausen. „Und wir müssen natürlich auch mehr Bälle halten.“

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