WDR dreht Doku-Serie über Dustin Wurst und seine Familie

+
Der WDR dreht über die Familie Wurst eine Doku. 

Hamm - Auf Schritt und Tritt wird Dustin Wurst derzeit verfolgt. Nein, nicht im Trikot des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern, vielmehr kann der 31-Jährige in diesen Tagen keinen Schritt in seinem normalen Leben machen, ohne dass er dabei unter Beobachtung steht. Denn der WDR dreht seit zweieinhalb Monaten eine Dokumentation über die Familie Wurst, die ab dem 17. Oktober montags um 21 Uhr unter dem Titel „Familie Wurst – Mit Herz und Haaren“ ausgestrahlt wird.

„Der WDR hatte eine Familie gesucht, die etwas anders ist, bei der die Optik eher ungewöhnlich ist und die verrückte Sachen macht. Vor allem mein Vater und mein Onkel sehen ja alles andere als normal aus. Da ist der Sender dann auf uns gekommen“, verrät Dustin Wurst und versichert, dass es innerhalb der Familie keine langen Diskussionen gab, sich auf diese Geschichte einzulassen: „Wir fanden das sofort interessant und lustig, so dass wir nicht lange nachdenken mussten, um ja zu sagen. Unsere Welt ist mittlerweile durch Facebook, Instagram und Co. so gläsern geworden, und die Oberliga ist eine Bühne genauso wie der Stadionsprecher-Job vom Micha und die Musik der Langhaarigen – warum dann nicht gleich richtig machen?“

Mit den Langhaarigen meint er seinen Vater Werner und seinen Onkel Manfred (beide 61 Jahre alt), deren Häupter heutzutage eher ungewöhnliche Frisuren schmücken. Micha ist sein Cousin Michael (41), der sein Glück als Sänger schon mal vor einigen Jahren beim SAT1-Format „Star Search“ und im Frühjahr dieses Jahres bei „Voice of Germany“ versucht hatte, der Stadionsprecher beim Fußball-Zweitligisten VfL Bochum ist, der zusammen mit Stefan Hoffmann den Bezirksligisten FC Frohlinde trainiert und der gemeinsam mit Manfred sowie Werner Wurst in der Coverband „The Tweens“ spielt.

„Wir fallen schon auf“

Doch damit nicht genug: Alle vier „Würste“ sind Versicherungsvertreter, führen die Bezirksdirektion eines großen Unternehmens in Witten. „Machen wir uns nichts vor: Wenn uns einer in Bayern sieht, denken die, im Ruhrpott ist ein Ufo gelandet und wir sind da ausgestiegen“, lacht Michael Wurst. „Wir fallen schon auf und merken auch die Blicke, wenn wir durch die Stadt gehen. Aber wir machen unser Ding – und das ziehen wir durch.“

Nun gewährt die Familie also Einblick in ihr tägliches Leben – und das ist alles andere als langweilig, zumal Manfred, Werner, Michael und Dustin auch noch in einem Drei-Generationen-Haus alle zusammen unter einem Dach in Bochum wohnen. „Gott sei Dank hat jeder seine eigene Wohnung, sonst gäbe es Mord und Totschlag“, meint Dustin Wurst. 

Dustin Wurst ist als Kapitän des SV Westfalia Rhynern bekannt.

Und so steht die Fernsehcrew des WDR derzeit jeden Morgen gegen halb neun bei den Wursts auf der Matte und zeichnet das auf, was in dieser überaus ungewöhnlichen Familie alles passiert. „Manchmal besprechen wir bestimmte Dinge, manchmal nehmen die auch einfach Dinge auf, die cool oder spontan sind, die aus einer Situation heraus entstehen“, erklärt Dustin Wurst, der nur anfangs damit Probleme hatte, dass er kaum einmal einen Schritt machen konnte, ohne dass er dabei von einer Fernsehkamera verfolgt wurde.

„Zuerst war das ein komisches Gefühl. Zumal man bestimmte Spielregeln einhalten musste wie nie in die Kamera zu blicken. Aber selbst wir als Laien haben schnell eine gewisse Routine entwickelt, so dass das jetzt kein Problem mehr ist. Das blendet man irgendwann komplett aus.“ Vielmehr genießt er mittlerweile die Drehtage mit der TV-Crew, hat sogar ein wenig Gefallen daran gefunden. „Klar geht es einem schon mal auf die Nerven. Und das ist auch mal anstrengend. Aber es ist oft unfassbar witzig, wir haben immer viel zu lachen. Der Spaß steht jedenfalls absolut im Vordergrund.“ 

Egal, ob beim Job, bei privaten Unternehmungen, bei der Arbeit oder bei Proben beziehungsweise Auftritten der Tweens – der WDR ist mit seinen Kameras immer dabei und hält alles fest. „Ich glaube, es gibt wenige Familien, wo alle zusammen arbeiten, gemeinsam unter einem Dach wohnen, die gleichen Interessen haben und wo die Väter zwei Altrocker sind. Und wenn ich sage, dass ich da noch der Normalste bin, dann ist das schon sehr aussagekräftig“, meint Dustin Wurst.

Drehtermin am Papenloh verschoben

Allzu große Gedanken, dass er demnächst nicht nur auf den Fußballplätzen Westfalens, sondern auch weit darüber hinaus bekannt sein wird, macht er sich nicht. „Sicher muss ich nach der Ausstrahlung der Sendung den einen oder anderen Spruch in Kauf nehmen. Aber aufgrund meines Nachnamens hat sich auch schon vorher manches Gespräch mit einem Gegenspieler ergeben. Ich glaube nicht, dass sich für mich oder uns als Familie viel ändern wird“, stellt Wurst klar.

Ob ein Teil der Reality-Soap auch noch bei einem Heimspiel der Westfalia am Papenloh gedreht wird, ist derzeit noch offen. Zuerst war es angedacht, dass zwei Kamerateams am vergangenen Sonntag das Heimspiel der Westfalia gegen die Spvgg. Erkenschwick Dustin Wurst begleiten, doch aufgrund von Koordinationsproblemen seitens des WDR wurde diese Idee wieder verworfen. „Für die ersten sechs Folgen haben die schon genug Material, es kann aber sein, dass es noch weitere Ausstrahlungen gibt. Und dann kommen die nach Rhynern. Ad acta ist es jedenfalls noch nicht gelegt“, sagt der Westfalia-Kapitän.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare