Im Derby geht es mehr als nur um das Prestige

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Während Salvatore Gambino ausfällt, ist der Einsatz von Nils Kisker im Derby noch offen.

Hamm -  Wenn Schiedsrichter Sören Storks am Samstag um 17.30 Uhr auf dem Sportplatz Papenloh das Ortsduell in der Fußball-Oberliga zwischen dem SV Westfalia Rhynern und der Hammer SpVg anpfeift, steht für beide Seiten viel auf dem Spiel. Es geht ums Prestige. Sowieso. Und um drei Punkte. Die wollen beide Teams, denn wer verliert, verliert auch fürs Erste den Anschluss an die vorderen Tabellenplätze.

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Die Erinnerungen an das letzte, wenig ansehnliche, Derby sind noch frisch. Anfang Mai trafen sich die beiden Rivalen am Papenloh. Es gab keine Tore und damit – wie so oft in den vergangenen drei Spielzeiten – keinen Sieger. Dafür jedoch viel Unruhe auf und neben dem Platz. 

„Die Zuschauer sollen kommen, Fußball zu schauen“, sagt Westfalia-Coach Björn Mehnert und meint damit, dass beim letzten Mal Fans der HSV auf den Platz gerannt waren. „Bei aller Brisanz: Das ist nur Sport. Die Begleit-Erscheinungen vom letzten Mal haben da nichts zu suchen. Es sollen nur die kommen, die Lust auf guten Fußball und super Stimmung haben.“

Die äußeren Bedingungen können nach Meinung des Rhyneraner Trainers nicht besser sein. Das Wetter wird mitspielen, der Platz ist von der Stadt extra hergerichtet worden, und es findet parallel kein anderes Fußallspiel in Hamm statt. „Ich denke, das wird das interessanteste Derby der vergangenen Jahre. Wir haben jedenfalls viel Lust“, meint der Ex-Profi.

Mehnert ist ein alter Hase, was das Derby angeht. Für HSV-Trainer Sven Hozjak ist es hingegen das erste – zumindest als direkt Beteiligter. Vor zwei Jahren schaute er sich das Ortsduell als neutraler Beobachter an einem Freitagabend am Papenloh an – und war beeindruckt. „Das war eine super Atmosphäre“, erinnert sich der 35-Jährige. „Ich freue mich total auf dieses Spiel. Und die Mannschaft auch.“ Das wertet Hozjak als gutes Zeichen für die Partie – und für seine Ziele. „Wir wollen Wiedergutmachung betreiben. Gegen Lippstadt haben wir zu viele Fehler produziert. Die müssen wir abstellen, denn wir wollen etwas mitnehmen“, sagt Hozjak.

Wie genau – das lässt er offen. So wie er sich personell nicht in die Karten schauen lässt. Die Start-Elf könnte sich gegenüber der Partie gegen Lippstadt verändern. Denn bei Damir Ivancicevic und Nils Kisker, der sich am vergangenen Sonntag eine Bänderdehnung zugezogen hat, ist ein Einsatz fraglich, wenn auch nicht ausgeschlossen. Das gilt auch für Dalibor Gataric. Nicht im Kader stehen werden David Loheider, Danijel Gataric und Manuel Dieckmann. „Manuel hat durchtrainieren können, aber er hat durch seine lange Verletzung brutalen Trainingsrückstand“, so Hozjak.

Wer auch immer spielt – geschenkt wird es nichts geben. „Rhynern hat eine gefestigte Truppe. Es ist klar die Handschrift von Björn Mehnert zu erkennen. Das imponiert mir“, sagt Hozjak, der die Rhyneraner vor gut zwei Wochen bei ihrem Heimspiel gegen den TuS Erndtebrück beobachtet hat. „Rhynern hat brutale Qualität in der Offensive und mit Lennard Kleine einen überragenden Oberliga-Spieler“, sagt Hozjak. An seinem Vorhaben ändert das nichts: Er will einen Punkt. Mindestens.

Auch die Rhyneraner wollen nicht mit leeren Händen den Platz verlassen, verspüren nach lediglich drei Punkten aus den ersten Partien aber keinen allzu großen Druck. „Natürlich hätten wir gerne mehr Zähler. Aber uns war bewusst, dass wir ein schweres Auftaktprogramm haben. Daher sind wir nicht überrascht und blasen auch kein Trübsal“, sagt Mehnert, der einen großen personellen Ausfall zu verkraften hat. Die Verletzung, die sich Salvatore Gambino am vergangenen Sonntag beim 1:3 in Beckum zugezogen hat, entpuppte sich als Außenbandriss. Dadurch fällt er zwei bis drei Wochen aus.

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