Hammer Oberligisten

Odonkor und Gambino: Freunde aus BVB-Zeiten sind in Hamm Rivalen

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Salvatore Gambino (vorne links) und David Odonkor (vorne rechts) kamen für den BVB in der Saison 2005/2006 unter Trainer Bert van Marwijk (hinten rechts) zu so vielen Einsätzen wie in keiner anderen Spielzeit.

Hamm - Vor rund zehn Jahren standen David Odonkor und Salvatore Gambino gemeinsam im Profi-Kader des Bundesligisten Borussia Dortmund, galten als Hoffnungsträger des finanziell klammen Vereins. Inzwischen hat es die beiden 32-Jährigen zu den Hammer Fußball-Oberligisten verschlagen

David Odonkor fungiert als Sportlicher Leiter bei der Hammer SpVg, Salvatore Gambino steht für Westfalia Rhynern weiterhin auf dem Platz. Jonas Austermann sprach mit den ehemaligen Profis über die kommende Spielzeit in der Oberliga Westfalen und ihre gemeinsame Vergangenheit in Schwarzgelb.

Herr Odonkor, Herr Gambino, wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung Ihrer Teams? 

David Odonkor: Ich habe ein gutes Gefühl für das erste Spiel gegen den FC Gütersloh. Besonders wichtig ist, dass die meisten Spieler gesund aus der Vorbereitung gekommen sind. 

Salvatore Gambino: Wir haben fast jeden Tag in der Woche hart gearbeitet. Ich sehe die Mannschaft auf einem guten Stand, auch wenn wir am vergangenen Wochenende im Westfalenpokal ausgeschieden sind. Die Jungs wissen, dass es jetzt richtig los geht. 

Welche Ziele haben sich Ihre Klubs für die Saison gesetzt? 

Odonkor: Wir haben einen großen Umbruch gehabt und eine gute Mannschaft zusammengestellt. Wir wollen besser Fußball spielen und mehr Punkte holen als in der vergangenen Saison. Die Mannschaft hat viel Potenzial, das hat man in den vergangenen Jahren nicht immer mitbekommen. 

Gambino: Die ersten Spiele werden entscheidend sein, weil wir sofort gegen viele Konkurrenten antreten, die oben mitspielen wollen. Danach wissen wir, wo wir stehen. Wir wollen auf jeden Fall besser starten als in der vergangenen Saison.

"HSV ist schlafender Riese"

Was macht Ihre jeweiligen Klubs aus? 

David Odonkor

Odonkor: Die Hammer SpVg ist ein schlafender Riese. Es ist aber nicht möglich, den Hebel von jetzt auf gleich umzulegen. 

Gambino: Wir haben eine gute Truppe zusammen. Hier läuft einer für den anderen. Im Sommer sind noch Verstärkungen dazu gekommen, wir sind in meinen Augen noch besser geworden als vergangene Saison. Das Besondere in Rhynern ist, dass wir eine große Familie sind. Ich habe mich sofort sehr wohlgefühlt. Wir spielen einfach Fußball, schauen, wofür die Leistung reicht und haben nicht den Druck wie andere Vereine. 

Was macht den jeweils anderen Verein aus? 

Odonkor: Westfalia Rhynern hat in den vergangenen Jahren guten Fußball gespielt und gute Leute dazu geholt. Ich bin aber keiner, der auf andere Vereine schaut, sondern schaue, was wir selbst verbessern können. 

Gambino: Die Hammer SpVg hat ganz andere Strukturen und mehr Möglichkeiten als wir – auch was das Geld betrifft. Das sagt aber nicht immer etwas über den Erfolg aus, wie die vergangene Saison gezeigt hat. (Anm. d. Red: Westfalia Rhynern wurde am Ende der Saison 2015/2016 Fünfter, die Hammer SpVg landete auf Platz 14). 

"Lassen die Rivalität ruhen"

Sie haben lange Jahre zusammen für Borussia Dortmund gespielt. Wie sind Ihre Erinnerungen an diese Zeit? 

Odonkor: Die sind absolut positiv. Wir waren damals in den Hotels oft zusammen auf einem Zimmer. Wir haben zusammen in der zweiten Mannschaft und bei den Profis gespielt. Da haben wir durchaus unsere Einsätze bekommen. 

Salvatore Gambino

Gambino: Ich bin sehr zufrieden mit meiner Karriere – mehr ging auch aufgrund der Verletzungen nicht. Wir hatten beide das Pech, dass die Verletzungen uns gestoppt haben. Wenn wir die nicht gehabt hätten, vielleicht würden wir dann heute noch in der ersten oder zweiten Liga Fußball spielen. David hatte aber auch so eine große Karriere, vor allem mit seinen Einsätzen in der Nationalmannschaft.

Mittlerweile sind Sie als Konkurrenten in Hamm. Wie sieht das Verhältnis heute aus? 

Odonkor: Salvatore ist einer meiner besten Freunde, ich kenne ihn, seitdem ich 14 Jahre alt bin. Wir hatten beim BVB viel Spaß miteinander. Er ist für mich der perfekte Freund, ich kann ihn immer anrufen und kenne auch seine Familie sehr gut. 

Gambino: Wir haben eine ganz besondere Beziehung und telefonieren mindestens zwei Mal in der Woche miteinander. So ist es mit Freunden vom Fußball nur ganz selten. Vor etwa einem Monat haben wir mal wieder zusammen auf dem Platz gestanden und für die Traditionsmannschaft von Borussia Dortmund gespielt. Wenn wir uns persönlich treffen, lassen wir die Rivalität, die wir hier in Hamm eigentlich haben, ruhen.

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