BVB-Kicker aus Hamm

Burnic und die Gänsehaut in Fernost

+
Der Heessener Dzenis Burnic beim Testspiel des BV Borussia Dortmund in St. Gallen gegen Athletic Bilbao.

Dortmund - Dzenis Burnic durfte bei Borussia Dortmund in diesem Sommer ordentlich Profi-Lift schnuppern. Auch wenn der Hammer schon eine Fangemeinde hat: Große Ansprüche stellt er nicht.

466 Minuten. So viel Spielzeit sammelte Dzenis Burnic, Fußballer aus Hamm in Diensten des BV Borussia Dortmund, in der Saisonvorbereitung der Schwarz-Gelben. Allerhand für einen Spieler, der eigentlich noch in der A-Jugend der Borussen aktiv ist, aber schon gehörig Luft bei den Profis schnuppern durfte – und das sogar in Fernost.

Für weitere Artikel über Dzenis Burnic hier klicken

Der Höhepunkt der neun Testpartien in denen Burnic zum Einsatz kam, war für ihn das Kräftemessen mit den Fußball-Schwergewichten aus Manchester auf der Marketing-Reise des BVB in China. Beim „International Champions Cup“ trat der 18-Jährige gegen Weltklassespieler wie Sergio Agüero, Juan Mata, Yaya Touré oder David Silva an. Akteure, die er sonst nur von der Play Station kennt. „Das war schon der Wahnsinn. Ein Gänsehaut-Moment“, schwärmt Burnic, dem auch die 60.000 Zuschauer im Stadion in Shenzhen imponierten. Eine Chinesin hatte sogar ein Plakat gemalt mit der Aufschrift „Burnic – you are the apple of my eyes“. Grammatikalisch zwar nicht ganz korrekt, aber dennoch ein Indiz dafür, dass der Hammer sich selbst im Reich der Mitte schon eine kleine Fangemeide aufgebaut hat. „Das sieht man nicht alle Tage, dass die Anhänger sogar den ganzen Tag vor dem Hotel kampieren“, ist Burnic von den fußballverrückten Chinesen verblüfft.

Burnic: Fokus liegt weiter auf der U19

Nach sieben Wochen Vorbereitung fällt das Fazit des Defensiv-Allrounders erfreulich aus: „Ich habe durch die vielen Einsätze ordentlich an Erfahrung gewonnen und auch einiges gelernt, als ich mal nicht gespielt und auf der Bank gesessen habe.“ Inwieweit Burnic nach der erfolgreichen Warmlauf-Phase in den Plänen von BVB-Coach Thomas Tuchel schon eine Rolle spielt, ist für ihn aber eher zweitrangig. Für Burnic liegt der Fokus weiter auf der U19 mit der er in der vergangenen Saison die Deutsche Meisterschaft gewann und so den Titel aus dem Jahr zuvor mit der B-Jugend verteidigte. „Ich weiß, dass der Trainer mir vertraut, aber auch, dass ich weiter an mir arbeiten muss. Wenn sich dann irgendwann die Chance ergibt, will ich sie ergreifen“, sagt Burnic, dessen Zimmerkollege aus der Vorbereitung, Felix Passlack, das schon geschafft hat und genauso wie der vier Monate jüngere Christian Pulisic in der vergangenen Saison einige Bundesliga-Minuten sammelte.

Dembélé, Mor und Merina kein Nachteil

Mit den beiden sieht sich Burnic auf einem ähnlichen Niveau. „Wir sind aber alle sehr jung und noch in der Lernphase.“ Das gelte auch für die neuen Talente Ousmane Dembélé (19), Emre Mor (19) und Mikel Merino (20), deren Verpflichtung Burnic aber nicht als Nachteil für die eigene Entwicklung sieht. Schließlich würde die ganze Mannschaft von ihren Fähigkeiten profitieren. „Außerdem sind das richtig gute Kicker, mit denen ich sehr gut zurechtkomme“, so Burnic.

Für die anstehende Saison hat sich der 18-Jährige vorgenommen, so viele Partien wie möglich in der U 19-Bundesliga zu absolvieren und mit Leistung zu überzeugen. Wenn es geht, dann soll auch die Meister-Schale wieder nach Dortmund gehen. „Wir konzentrieren uns aber erstmal auf die kommenden Liga-Spiele und schauen noch nicht zu weit nach vorne“, sagt Burnic, der beim BVB noch bis 2018 unter Vertrag steht und nebenbei Spanisch lernt, um sich auch abseits des Rasens weiterzubilden.

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare