Haie im Freibad Süd: Australische Wasserballer besuchen Hamm

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Die U 17-Wasserballer der Melville Sharks trainieren eine Woche lang im Hammer Freibad Süd. Außerdem bestreiten sie zwei Freundschaftsspiele.

Hamm - Budapest, Rom, Nizza und Hamm - diese außergewöhnliche Reiseroute wählten die U 17-Wasserballer der Melville Sharks aus dem australischen Perth. Der Kontakt kam über Trainer Tom Hoad zustande, der einst in der Lippestadt für den SC Rote Erde spielte. 

Seit Anfang der Woche weilen die zwölf Spieler samt Trainer und Betreuer in Hamm, untergebracht sind sie in sechs Gastfamilien. „Die Jungs sind richtig klasse drauf“, sagt Ludger Weeke, Ehrenmitglied und Jugendtrainer des SC Rote Erde im TuS 59 Hamm. Zwei 16-Jährige leben noch bis Freitag bei ihm. 

Zwei Mal täglich stehen Einheiten im Freibad Süd an, zudem testeten die Melville Sharks (zu Deutsch: Haie) gegen eine Spielgemeinschaft aus Hamm und vom SV Brambauer. „Die sind erheblich besser als unsere U 17, deshalb haben wir einige Spieler aus der ersten und zweiten Mannschaft eingesetzt. Es macht ja keinen Sinn, wenn die Australier haushoch gewinnen“, erklärt Weeke. Die Rechnung ging auf: ein Spiel gewannen die Gastgeber, eins entschieden die Gäste für sich. 

Vom SC Rote Erde zum Ministerposten

Der Kontakt nach Hamm entstand über Tom Hoad, der 1966 und 1967 laut Weeke vor allem zum Deutschlernen in die Lippestadt kam. Für den SC Rote Erde spielte er damals unter anderem bei der Deutschen Meisterschaft in Würzburg. „Tom hat hier noch heute viele Freunde. Wir treffen uns regelmäßig mit ihm“, sagt Weeke. 

Hoad, der ehemalige Sportminister von West-Australien, ist aktuell mit seiner U 17 in Europa unterwegs, um die alten Kontakte zu pflegen und den Spielern einmalige Erfahrungen zu ermöglichen. Neben dem sportlichen Aspekt spielen auch die verschiedenen europäischen Kulturen eine gewichtige Rolle. „Wir gehen mit dem Programm auf die Jungs ein. Ich habe es früher gehasst, immer nur das Schwimmbad zu sehen“, erzählt Weeke. 

Bayrische Küche und "Lake Möhne"

Am Dienstag lernten die 16-Jährigen die bayrische Küche kennen, außerdem versuchten sie sich im Wasserski – in Australien ist dieser Sport unbekannt. Bis zum Rückflug am Freitag steht ein Segeltörn auf dem Möhnesee, oder – wie Weeke für seine Gäste sagt – auf dem „Lake Möhne“ an. Zum Abschluss wird gemeinsam gegrillt. 

Als besonders bemerkenswert empfindet der dreifache Olympiateilnehmer Weeke die morgendlichen Essgewohnheiten seiner Gäste. „Was hier an Toast weggeht, ist unvorstellbar. Täglich muss ich eine neue Stange kaufen. Dazu gibt es bei den Jungs Nutella, Erdnussbutter, Spiegeleier und Speck“, sagt Weeke und lacht. 

Schreckmoment in Nizza

Weniger schöne Stunden verbrachten die australischen Gäste in Nizza. Die Gruppe aus Perth stand auf der Strandpromenade und beobachte das Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag, als ein Attentäter mit einem Lkw in die Menschenmenge raste. Über 80 Menschen starben, mehr als 300 wurden zum Teil schwer verletzt.

„Die Jungs standen 25 Meter von der Stelle entfernt, an der der Lkw in die Menge fuhr“, erklärt Weeke. Glücklicherweise blieben die Melville Sharks unbeschadet und setzten die Europa-Reise fort. Die Gruppe aus dem Westen Australiens hat die Einladung für einen Gegenbesuch ausgesprochen. „Das planen wir auf lange Sicht“, sagt Weeke.

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