Ein Tor von Kunz reicht dem VfL nicht

Marker Aufstiegsträume platzen in Barop endgültig

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Enttäuscht kauern die Spieler des VfL Mark nach dem Schlusspfiff in Barop auf dem Boden.

Dortmund - Hendrik Kunz saß auf dem Kunstrasen, schaute ins Nichts und schüttelte den Kopf. Ein paar Meter weiter saß Bastian Wappler und hatte Tränen in den Augen. Hinter ihm, im Mittelkreis, lag Sven Rüther minutenlang reglos auf dem Platz, sein Trikot über den Kopf gezogen. Er wollte nicht sehen, am liebsten auch nicht hören, was direkt neben ihm geschah.

Dort feierten die Spieler von Rot-Weiß Barop ausgelassen den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga. Der VfL Mark bleibt nach dem 1:1 (0:0) in der Kreisliga A. Der Traum vom Aufstieg; er ist geplatzt.

„Es tut unfassbar weh“, sagte Leon Schmitz, der als einer der ersten VfL-Akteure seine Worte wiederfand. „Wir spielen in der Aufstiegsrunde dreimal nicht unseren besten Fußball, verlieren trotzdem dreimal nicht nach 90 Minuten. Und am Ende steigen wir nicht auf. Nach so einer Saison. Als Meister. Das ist ungerecht.“

Erst im Elfmeterschießen hatte Mark das kreisinterne Aufstiegsduell gegen den Holzwickeder SC II verloren. Im Hinspiel gegen den Dortmunder A-Liga-Zweiten Barop gab es am Sonntag ein 2:2, am Donnerstag ein 1:1. Die letzte Niederlage der Markaner datiert vom 25. Oktober. 120 Tore hatten sie in der Spielzeit geschossen, nur 14 kassiert. All das sind Zahlen, die nach dem Schlusspfiff des überforderten Schiedsrichters Sven Moning (Herne) keine Bedeutung mehr hatten. „Ich bin stolz auf die Mannschaft und wie sie sich in dieser Saison präsentiert hat. Aber im Moment sind wir nur enttäuscht und traurig“, sagte Marks Spielertrainer Thorsten Heinze.

Rückspiel um den Aufstieg zur Bezirksliga: RW Barop - VfL Mark 1:1

„Vollgas“ hatte er angekündigt – ein letztes Mal nach schweren Englischen Wochen. Und das gaben die Gäste von Beginn an. Nach nur vier Minuten hatten sie bereits zwei Eckbälle und einen Lattentreffer durch Leon Schmitz (4.) auf dem Konto. Die Gastgeber waren sichtlich irritiert, stabilisierten sich jedoch bald, ohne allzu gefährlich zu werden. Zwar kamen sie, je länger die erste Halbzeit dauerte, immer häufiger in die Nähe des VfL-Strafraums, doch erst ein später Freistoß von Michael Mühlmann zwang Jan Teepe zu verschärftem Eingreifen (39.). Doch auch ohne Dauerfeuer vor den Toren war die Partie packend: Tempo und Intensität waren hoch und der Spektakelfaktor – nicht zuletzt dank dem lautstarken Baroper Trainer Ingo Kleefeldt und etlichen Ballverlusten – ebenfalls.

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Ab der 53. Minute wurde die Partie noch schneller, noch unruhiger. Hendrik Kunz war es, der Marks Aufstiegshoffnungen durch seinen Treffer zum 0:1 befeuerte. Wenn auch nicht lange. Bereits drei Minuten später sank Barops Chekkar Youssef nach einem Zweikampf mit Yannick Giersch zu Boden. Schiedsrichter Moning entschied zum Entsetzen des mitgereisten VfL-Anhangs auf Elfmeter. Mohamed El Harmazi verwandelte ihn zum 1:1 (57.). 

Danach ging es noch wilder hin und her. Chancen hatten beide Teams, doch die beste verwehrte der Schiedsrichter dem VfL, indem er ein deutliches Handspiel eines Baropers im Strafraum ungeahndet ließ (79.). „Der ist ganz klar absichtlich mit der Hand zum Ball gegangen“, ärgerte sich Leon Schmitz. Er hatte kurz darauf das 1:2 auf dem Fuß, traf den Ball aus spitzem Winkel jedoch nicht voll (87.). Auf der Gegenseite verhinderte Teepe das 2:1 für Barop, das kaum noch etwas zuzusetzen hatte. Es blieb beim 1:1. Zu wenig für Mark.

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