Ärger um Felix Frank: Zur HSV statt nach Rhynern?

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Gegenstand des Wirbels: Felix Frank (links).

Hamm - Seinen Ärger konnte Martin Schiffer nicht verbergen. Das wollte der Sportliche Leiter des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern auch nicht.

„Mir fehlen da die Worte“, schimpfte Schiffer – und wusste nicht, über wen er sich mehr aufregen sollte: über Felix Frank, den die Papenloh-Elf Anfang Juni als Neuzugang vermeldet hatte, nachdem sie von ihm die Zusage bekommen hatte, an die er sich jetzt nicht mehr halten will. Oder über den Ortsrivalen Hammer SpVg, zu dem der 24-jährige Linksverteidiger nun offenbar wechselt.

„Dieses Gebaren macht mich fassungslos. Ich weiß nicht, wie ich das Verhalten des Spielers und der HSV beschreiben soll“, echauffiert sich Schiffer. Und Fußball-Abteilungsleiter Andreas Kersting fügt hinzu: „Das ist eine Charaktersache. Es ist doch leider so, da kommt ein anderes, vielleicht besseres Angebot und dann interessiert den Spieler sein Geschwätz von gestern nicht mehr. Man sagt, dass man sich zweimal im Leben sieht. Aber manchmal ist es besser, wenn man sich nur einmal sieht.“

"Er hatte uns persönlich zugesagt"

Intensiv hatten sich die Rhyneraner in den vergangenen Wochen um den in Astana geborenen und zuletzt für den Regionalligisten SF Lotte spielenden Frank bemüht, hatten ihm sogar eine Arbeitsstelle besorgt, die er am 1. August antreten sollte. „Er hatte uns persönlich am Telefon zugesagt und uns auch per Whatsapp und SMS bestätigt, dass er zu uns kommt, dass er sich auf uns freut und dass wir uns keine Sorgen machen sollten. Daher haben wir diesen Wechsel vor einem Monat auch öffentlich gemacht“, sagt Schiffer.

Die Zusage war also da, nur noch nicht die Unterschrift, da Frank zuerst krank und danach in den Urlaub gefahren war. Da aber der Akteur, der in der Jugend unter anderem bei Preußen Münster und Schalke 04 ausgebildet worden war, für seine Signatur schon einen Termin nach seiner Rückkehr aus den Ferien vorgeschlagen hatte, machten sich die Rhyneraner keine Gedanken, zumal Frank die Westfalia-Verantwortlichen wissen ließ, dass er „die Sache auf jeden Fall bis zum 2. Juli unter Dach und Fach bringen“ will.

Martin Schiffer maßlos verärgert

„Daher haben wir da vor seinem Urlaub Rücksicht auf ihn genommen. Als er vergangenen Montag aus dem Urlaub wieder da war, er uns dann aber mit der Unterschrift vertröstete und das immer mehr rausschob, waren wir etwas irritiert. Zumal er auf einmal davon redete, dass er noch mit einem anderen Verein sprechen müsse. Jetzt wissen wir den Grund: Er geht zur Hammer SpVg“, ärgert sich Schiffer maßlos über das Verhalten des Spielers.

Und auch über das der HSV. Denn eigentlich war der Wechsel perfekt, auch das Internetportal www.transfermarkt.de führt Frank bereits als Spieler von Rhynern. „Das Tischtuch mit diesem Verein ist nun komplett zerschnitten“, stellt Schiffer klar und überlegt, beim Verband Beschwerde gegen den Akteur und die HSV einzulegen: „Wir als Westfalia Rhynern distanzieren uns eindeutig von solchen Geschäftsgebaren und finden, dass so etwas nicht zu einem seriösen Umgang unter Konkurrenten gehört.“ Kersting meinte: „Ich denke, es ist der normale Weg, dass man kurz anruft und Bescheid gibt, wenn sich da ein Spieler ins Gespräch bringt, der woanders schon zugesagt hat. So kenne ich das. Schade, dass das jetzt nicht so gemacht wurde.“

Gespräche mit HSV schon länger

Die Hammer SpVg bestätigte in einer Stellungnahme ihr Interesse an der Verpflichtung von Frank, der am Donnerstag mit dem Team trainierte. „Die Gespräche mit ihm laufen schon seit einigen Wochen, einen rechtsverbindlichen Vertrag gibt es allerdings zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht“, heißt es darin, und: „Wir hoffen, dass wir in kürzester Zeit Vollzug melden können.“

Zu der Kritik aus Rhynern äußert sich die HSV wie folgt: „Gesprochen hat mit uns darüber bisher niemand. Natürlich haben wir die Meldung über die Verpflichtung von Felix Frank in Rhynern gelesen. Darauf angesprochen, hat uns Felix mitgeteilt, dass er der Westfalia zu keinem Zeitpunkt eine Zusage gegeben habe und er die Meldung daher nicht nachvollziehen könne. Anderenfalls hätten wir die Gespräche sofort abgebrochen.“

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