Aaron Grosser stürzt bei U23-DM kurz vor dem Ziel

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Gezeichnet vom Sturz: Aaron Grosser (2. von rechts) mit Teamkollegen in Berlin.

Berlin - Das tat mal so richtig weh: Der Hammer Radrennfahrer Aaron Grosser hat seine Titelchancen auf der Zielgeraden der U23-DM in Berlin verspielt. Gut 1000 Meter vor dem Ziel stürzte das 19-jährige Nachwuchstalent an siebter oder achter Position liegend. „Das war schon sehr ärgerlich, denn ich war in einer wirklich guten Ausgangslage für den Sprint“, meinte Grosser im Gespräch mit unserer Zeitung.

Tatsächlich schien das Rennen für den Sprintspezialisten wie gemacht. Nach gut 120 Kilometern in vornehmlich flachem Profil absolvierte das Fahrerfeld schließlich noch sieben Mal eine 8,8 Kilometer lange Runde im Berliner Stadtzentrum. Grosser hielt sich dabei stets im Hauptfeld, das den einen oder anderen Ausreißer immer wieder einholte. Beim Schlusssprint auf der Straße des 17. Juni schien dann alles zu passen: Grosser war vorne mit dabei und fühlte sich nach eigener Aussage „perfekt“ für das Finale.

Doch dann geriet er in aussichtsreicher Position unverschuldet in den Massensturz kurz vor der Ziellinie. Immerhin: Der 19-Jährige vom Team Sauerland zog sich keine schwereren Verletzungen zu. „Es sind die alten Blessuren, die ich ja gut kenne: Schürfwunden und ein paar Prellungen“, sagte Grosser, der sofort wieder nach vorne blickte: „Jetzt muss ich eben auf die nächste Woche hoffen.“ Am kommenden Sonntag findet in Erfurt das Eliterennen um die Deutsche Meisterschaft statt, wo der Hammer auf die deutschen Topsprinter Marcel Kittel, Andre Greipel und John Degenkolb trifft.

Die U23-DM, bei der Pascal Ackermann (Kandel) triumphierte, war der sportliche Höhepunkt des Berliner Jedermann-Rennens „Velothon“ mit gut 12 000 Teilnehmern. Überschattet wurde er vom Todesfall eines 65 Jahre alten Teilnehmers. Der Hobbyfahrer war nach 15 der insgesamt 60 Kilometer mit Schmerzen in der Brust zusammengebrochen.

Die U 23-Titelkämpfe hatten ursprünglich in Unna stattfinden sollen, waren dann aber nach Berlin verlegt worden. Der RSV Unna hatte einen Kurs geplant, der topografisch recht anspruchsvoll ist. Vor dem Hintergrund des flachen Profils des WM-Kurses der Straßen-WM in Katar in diesem Jahr ergab jedoch eine Vorbereitung auf vergleichbarem Terrain, wie in Berlin, mehr Sinn.

„Aufgrund der sofortigen Unterstützung des RSV Unna, angeführt von Reinhold Böhm, konnte die Veranstaltung komplikationslos verlagert werden“, sagte Martin Wolf, Generalsekretär beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR), zu der Verlegung. „Wir haben zu Gunsten des Radsports einer Übernahme der DM zugestimmt. Wir bewerben uns nun für die Meisterschaft 2018“, sagte Böhm. In dem Jahr feiert der RSV Unna sein 50. Jubiläum.

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