Zwanziger zieht neue Verbindung

Skandal um WM-Vergabe: "Spiegel" legt nach

Theo Zwanziger
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Theo Zwanziger.

Hamburg - Theo Zwanziger hat offenbar eine neue Verbindung zwischen der ungeklärten Millionen-Zahlung der Organisatoren der Fußball-WM 2006 und dem Zuschlag für Deutschland sechs Jahre zuvor gezogen.

Einem Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins Der Spiegel zufolge erinnert sich der Ex-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an eine Aussage des früheren OK-Vize Horst R. Schmidt in einer Unterhaltung, dass es, so der Spiegel, „um Zusagen im Vorfeld der Bewerbung gehe“.

Zwanziger hat für seine Behauptung von einer „eindeutig Schwarzen Kasse in der deutschen WM-Bewerbung“ bislang nur eine angebliche Aussage des früheren WM-Botschafters Günter Netzer als Beleg angeführt. Ex-Europameister Netzer allerdings bestreitet vehement, gegenüber Zwanziger einen vermeintlichen Kauf von Stimmen vor der Wahl des WM-Gastgebers bestätigt zu haben, und will den früheren Vizepräsidenten Finanzen des WM-Organisationskomitees wegen der Aussage verklagen. Eine Frist zur Unterzeichnung einer von Netzer geforderten Unterlassungserklärung hatte Zwanziger am vergangenen Freitag verstreichen lassen.

Schmidt war im WM-OK für das operative Geschäft zuständig gewesen. Der frühere DFB-Generalsekretär hatte ebenfalls in der Vorwoche erklärt, dass 2005 durch eine Überweisung von 6,7 Millionen Euro an den Weltverband FIFA ein Darlehen des früheren adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus von 2002 ausgeglichen werden sollte. Der Franzose soll die Summe laut Schmidt seinerzeit gegen einen Schuldschein von WM-Chef Franz Beckenbauer gezahlt haben, damit das OK später von der FIFA einen Organisationszuschuss von 170 Millionen Euro erhalten würde. In einem „Gedächtnisprotokoll“ zu einem ebenfalls in der Vorwoche geführten Telefonat mit Schmidt hatte Zwanziger allerdings auch festgehalten, dass Schmidt den früheren FIFA-Funktionär Mohamed Bin Hammam (Katar) als Empfänger der Dreyfus-Millionen genannt hätte.

sid

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