GELSENKIRCHEN ▪ Felix Magath erschien zwar nicht als gebrochener Mann zur Pressekonferenz, doch der 58-jährige Trainer des VfL Wolfsburg hatte sichtlich gelitten. Vier Gegentreffer, dazu Hohn und Spott an seiner alten Arbeitsstätte – Magaths ausgeprägtes Selbstwertgefühl hatte zarte Risse erhalten.

Raul erzielte gegen Wolfsburg sein 400. Tor.
„Das war enttäuschend, wir haben verdient verloren. Dankeschön“, stenografierte Magath nach dem 0:4 (0:2)-Debakel des VfL Wolfsburg bei seinem Ex-Verein mit schmalen Lippen.
Rund ein Jahr nach Magaths Demission auf Schalke sind die Wunden immer noch nicht verheilt. Zu einem Handschlag zwischen Magath und seinem Manager-Nachfolger Horst Heldt reichte es gestern beispielsweise nicht, obwohl Heldt sagte: „Ich begrüße meine Gäste immer. Ansonsten möchte ich dazu nichts sagen.“ Offenbar hatte ihm Magath den Händedruck verweigert.
Für die künftigen Heimspiele sollte vielleicht die Überlegung angestellt werden, ein Felix-Magath-Double oder zumindest eine lebensgroße Magath-Stoffpuppe in der Schalker Arena zu platzieren. Nicht nur bei Jefferson Farfan, dessen Verhältnis zum 58-Jährigen als zerrüttet angesehen werden kann, weckte die Anwesenheit des Ex-Trainers Kräfte, wie man sie sonst aus den Superhelden-Comics kennt. Der Peruaner beackerte fast mit Schallgeschwindigkeit die rechte Seite und schien seine Gegner phasenweise zu dematerialisieren. Andere Schalker Spieler zeigten sich nach den zuletzt oft so blutleeren Auftritten ebenfalls hochmotiviert, so dass bereits nach wenigen Minuten deutlich wurde, dass die Wolfsburger an diesem Nachmittag keine Chance haben würden.
Die endgültige Entscheidung war in der 49. Minute gefallen, als Joel Matip nach einem Eckstoß per Hacke auf 3:0 erhöht hatte. Als kurz darauf „Nie mehr Felix Magath“-Sprechchöre in der Nordkurve erklangen, dürfte der Nachmittag für den Wolfsburger Trainer endgültig verdorben gewesen sein. Huntelaars Kopfball zum 4:0 (72.) ließ die Stimmung unter den Schalker Fans dann endgültig karnevalesk werden. Am Ende sangen sie voller Häme: „Magath raus!“
Trotz des hohen Sieges, der den vierten Platz der Schalker und den Anschuss an die Tabellenspitze festigte, legte sich aus Sicht der Gastgeber ein dunkler Schatten über diesen Nachmittag. Torwart Lars Unnerstall war in der Halbzeit durch Timo Hildebrand ersetzt worden. Der junge Keeper war kurz vor dem Pausenpfiff mit dem Wolfsburger Mario Mandzukic kollidiert. Bei der Untersuchung in der Uni-Klinik in Münster wurde eine Schultereckgelenksprengung diagnostiziert. Unnerstall wird damit einige Wochen ausfallen. ▪ Jens Greinke
| Platz | Mannschaft | Tore | Diff | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 55 | 81 |
| 2 | FC Bayern | 77:22 | 55 | 73 |
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 30 | 64 |
| 4 | Mönchengladbach | 49:24 | 25 | 60 |
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 8 | 54 |
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 17 | 53 |
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | -4 | 48 |
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | -13 | 44 |
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | -9 | 42 |
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | -11 | 42 |
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | -6 | 41 |
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | -16 | 40 |
| 13 | FSV Mainz 05 | 47:51 | -4 | 39 |
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | -13 | 38 |
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | -22 | 36 |
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | -26 | 31 |
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | -36 | 30 |
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | -30 | 23 |
für den 34. Spieltag
| Heim | Gast | Spiel |
|---|---|---|
| 1. FC Nürnberg | Bayer Leverkusen | 1:4 |
| 1. FC Köln | FC Bayern | 1:4 |
| Werder Bremen | FC Schalke 04 | 2:3 |
| FC Augsburg | Hamburger SV | 1:0 |
| Borussia Dortmund | SC Freiburg | 4:0 |
| Hannover 96 | 1. FC Kaiserslautern | 2:1 |
| Hertha BSC Berlin | 1899 Hoffenheim | 3:1 |
| VfB Stuttgart | VfL Wolfsburg | 3:2 |
| FSV Mainz 05 | Mönchengladbach | 0:3 |



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