RB-Leipzig-Sportchef erklärt

Rangnick: Deshalb ist Salzburg nicht unser Ausbildungs-Verein

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Ralf Rangnick hat nur wenig Verständnis für die Kritik an der Leipziger Transfer-Politik.

Leipzig - Erst Salzburg-Trainer Garcia, dann Ex-Salzburg-Spieler Hinteregger: RB Leipzig musste zuletzt harsche Kritik für seine Transfer-Politik einstecken. Nun spricht Ralf Rangnick.

In den vergangen Jahren wechselten zwölf Spieler von Red Bull Salzburg nach Sachsen zum Schwester-Verein RB Leipzig. Und immer wieder hagelt es deshalb Kritik. 

Zuletzt griff Neu-Augsburger Martin Hinteregger Ralf Rangnick und dessen Transfer-Politik bei RB Leipzig scharf an: "Ich habe auch eine Wut auf Leipzig! Die Art und Weise, wie Leipzig Salzburg kaputt macht, ist nicht schön anzuschauen. Ich finde das schade, denn im Endeffekt sind es zwei verschiedene Vereine, aber es wird alles aus Leipzig regiert, alles nur zu Leipziger Gunsten", so der Verteidiger.

Rangnick: "Es sind zwei eigenständige Klubs"

Darauf hatte RB-Chef Oliver Mintzlaff bereits reagiert und die angesprochene Kritik zurückgewiesen. Die Behauptungen von Hinteregger seien einfach nur populistisch und inhaltlicher Nonsens.

Und nun hat sich mit Ralf Rangnick auch der Sportchef der roten Bullen gegenüber dem Kicker zu Wort gemeldet: "Es gibt keine Rollenverteilung, da es zwei eigenständige Klubs sind und jeder seine eigenen Ziele verfolgt," so Rangnick.

"Hier wird niemand zwangsdelegiert"

Dass die beiden Klubs als eigenständige Vereine wahrgenommen werden sollten, begründet Rangnick so: "Hier wird niemand zwangsdelegiert. Demnach ist Red Bull Salzburg nicht unser Ausbildungs-Verein, denn schließlich ist es dort der Anspruch, in jeder Saison um die Meisterschaft und den Pokal mitzuspielen sowie international vertreten zu sein."

Nachdem das Mittelfeld-Talent Naby Keita für 15 Millionen von Salzburg nach Leipzig gewechselt war und der Brasilianer Bernardo Österreich für sechs Millionen ebenfalls nach Sachsen verließ, hatte Salzburg-Trainer Oscar Garcia noch gegensätzlich dazu beklagt: "Wir müssen unser Ziel ändern. Jetzt sind wir ein Ausbildungs-Verein."

"Gibt kein Vorkaufsrecht und keine Sonderkonditionen"

Aber auch in seinem eigenen Verein trifft Garcia mit dieser Aussage auf Widerstand. Der langjährige Rangnick-Vertraute und derzeitige Generaldirektor von Salzburg, Jochen Sauer, springt Leipzigs Sportchef bei: "Das gezeichnete Bild eines Verschiebebahnhofs ist schlichtweg falsch. Es gibt kein Vorkaufsrecht und keine Sonderkonditionen für RB Leipzig."

Und auch Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff erwehrt sich erneut der Kritik. Er habe keinen Einfluss in Salzburg gehabt, "denn Red Bull Salzburg ist nach dem Entflechtungs-Prozess ein völlig unabhängiger Verein, bei dem Red Bull zwar Hauptsponsor ist, sonst aber keinen Einfluss auf das Geschäft hat."

Trotz aller Beschwichtigungen gibt Rangnick am Ende eines aber doch noch zu: "Es ist letztendlich schon ein Vorteil, dass sich die Spieler, die dann zu uns wechseln, nicht groß umstellen müssen und auch keine lange Eingewöhnungsphase benötigen." Das bedeute aber nicht, dass jeder einzelne Spieler im Kader der Salzburger für Leipzig interessant oder begehrenswert sei.

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sdm

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