RB Leipzig nach dem Aufstieg

Rangnick verspricht "jüngste Mannschaft der Bundesliga"

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Ralf Rangnick setzt bei RB Leipzig auf die Jugend. Foto: Jan Woitas

Leipzig - Der Aufstieg in die Bundesliga ist nur ein weiterer Schritt in eine ambitionierte Zukunft von RB Leipzig. Sechs Neuzugänge sollen den Kader verstärken - und alle sollen ins Jugendkonzept passen. Mit dem Abstieg wollen die Sachsen nichts zu tun haben.

Der Oberschenkel schmerzt noch, doch Ralf Rangnick gönnt sich keine Pause. Schon vier Wochen nach dem Aufstieg will der Sportdirektor und Noch-Trainer von RB Leipzig das jüngste Team der Fußball-Bundesliga präsentieren.

"Die Kaderplanung beginnt heute", sagte Rangnick am Montag in Leipzig. Mit seinem Trainer-Nachfolger Ralph Hasenhüttl, der ihm direkt nach dem Aufstieg Glückwünsche per WhatsApp übermittelte, will er sich in den nächsten Tagen zusammensetzen.

Umringt von zahlreichen Medienvertretern saß der 57-Jährige im hochmodernen Trainingszentrum auf einem schwarzen Stuhl und schonte seinen lädierten Oberschenkel. Auf der Flucht vor der Bierdusche hatte er sich am Vortag einen Muskelfaserriss im Beuger zugezogen. "In zwei Wochen kann ich wieder joggen", verkündete Rangnick. Nach dem Feiern auf dem Rasen ging es dann in einem Doppelstock-Oldtimerbus zur Aufstiegsparty.

An seinen Plänen ändert das nichts. Denn fest steht: Der Jugend-Trend bleibt. "Wir werden eine ältere U23-Mannschaft stellen. Wir werden mit großer Wahrscheinlichkeit die jüngste Mannschaft der Bundesliga haben", betonte der Erfolgscoach. So werden nur Transfers getätigt, "die Sinn machen und zu uns passen. Und wenn Ralph Hasenhüttl einen Spieler vorschlägt, den er gerne hätte, und wir auch überzeugt sind, dass er richtig gut zu uns passt, dann spricht auch überhaupt nichts dagegen", sagte Rangnick.

Sechs Neuzugänge sollen kommen

Aus dem Zweitliga-Team rechnet er lediglich mit Abgängen von Spielern, die nicht so oft zum Einsatz kamen. "Gehen wir mal davon aus, dass es die Spieler der Nummern 16 bis 22 sind", ergänzte der Sportchef und sieht sechs Neuzugänge als "realistische Zahl" an.

RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff hatte in der Aufstiegseuphorie eine große Historie des noch jungen Vereins angekündigt. "Wir haben heute Geschichte geschrieben und werden in den nächsten Jahren noch mehr Geschichte schreiben", meinte er forsch. Rangnick gab sich wesentlich verhaltener und formulierte die Zielsetzung für das Premieren-Jahr im Oberhaus so ähnlich wie Ingolstadt in dieser Saison: "Das Entscheidende ist ja das Wie. Die Mannschaft so durch die Saison zu bringen, dass sie quasi nie in Abstiegsgefahr war, das ist schon bemerkenswert. Wenn wir das nächstes Jahr schaffen, das würde ich so sofort unterschreiben", betonte Rangnick.

RB-Vorstandschef: Rangnick ist unser Matermind

RB-Vorstandschef Mintzlaff würdigte noch einmal den enormen Verdienst des Schwaben. "Ihm gebührt großer Respekt als Mastermind", meinte Mintzlaff über den Macher, dem als Coach nach Hannover 96 (2002) und Hoffenheim (2008) zum dritten Mal ein Erstliga-Aufstieg gelang. Vor acht Jahren in Hoffenheim war auch Marvin Compper schon dabei. Der Verteidiger tönte nun: "Es zeigt einfach, was das hier in Leipzig für ein schlafender Riese war. Den haben wir jetzt geweckt."

Glücklich mit seiner Partnerin im Arm und umringt von Red-Bull-Formel-1-Pilot Daniel Ricciardo und Ex-Fahrer Mark Webber strahlte auch Dietrich Mateschitz, der sich nach dem 2:0 gegen den Karlsruher SC den Besuch in der Mannschaftskabine nicht nehmen ließ. "Es war ein riesen Moment für Herrn Mateschitz, der extrem in den letzten Jahren investiert hat. Mit dem Aufstieg konnten wir viel zurückzahlen", meinte Mintzlaff über den Millionen-Förderer des Vereins.

dpa

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