Nach Remis gegen Spanien

Italien kritisiert Schiri Brych und Buffon

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Im Zentrum der Kritik: Der deutsche Referee Felix Brych. 

Köln - Die Sündenböcke waren schnell gefunden: Nach dem Remis gegen Spanien klagten die Italiener über Torhüter-Ikone Gianluigi Buffon und den deutsche Schiedsrichter Dr. Felix Brych.

Der eine zog mit einem haarsträubenden Patzer, der andere mit fragwürdigen Entscheidungen die Kritik der Azzurri nach dem 1:1 im WM-Qualifikationsspiel gegen Spanien auf sich.

"Mamma mia, Gigi. Auch der Größte macht Patzer", schrieb die Sportzeitung Tuttosport. Und die Gazzetta dello Sport schrieb: "Buffon, was für eine Blamage!" Buffon hatte Spaniens Vitolo in der 55. Minute die Führung ermöglicht, als er bei einer Rettungsaktion an der Strafraumlinie über den Ball getreten hatte.

Buffon zeigte sich trotz seiner mittlerweile 38 Jahre lernwillig und gelobte Besserung: "Man hört nie auf, aus den eigenen Fehlern zu lernen. Das ist das Benzin, das den Motor eines Sportlers vorantreibt", sagte er und war erleichtert über den geretteten Punkt: "Nach meinem Fehler haben wir uns von einer Last befreit. Für das, was wir in den letzten 25 Minuten geleistet haben, haben wir das Remis verdient."

"Zum Glück ist er keine Maschine"

Von den Kollegen gab es keine Vorwürfe. "Auch der größte Torhüter der Geschichte kann Fehler machen", sagte Daniele de Rossi vom AS Rom, der per Foulelfmeter in der 82. Minute den Ausgleich erzielt hatte: "Zum Glück ist er keine Maschine. Es wäre jedoch besser, wenn Buffon diese Fehler in Spielen mit Juventus Turin machen würde."

Tatsächlich brauchte es den umstrittenen Elfmeter, um Spaniens Revanche für das verlorene EM-Achtelfinale zu verhindern. Sergio Ramos´ spätes Foul im Strafraum an Eder brachte besonders die Gemüter der Italiener zum Kochen. Laut Azzuri-Trainer Giampiero Ventura hätten der mit einer Gelben Karte vorbelastete Madrilene und der ebenfalls verwarnte Diego Costa vom FC Chelsea, der infolge einer Abseitsentscheidung den Ball wegschlug, das Ende des Spiels nicht erleben dürfen. "Das wären zwei Platzverweise gewesen, die das Spiel komplett verändert hätten", sagte Ventura mit Blick auf den Münchner Brych.

Spanier schimpfen auf Ramos

Für die spanischen Fans musste Pechvogel Ramos als Sündenbock herhalten. Der wiederum reagierte auf die gellenden Pfiffe ungehalten. "Ich stehe da mit blankem Arsch, wie Luis Aragones gesagt hätte", sagte der Routinier: "Wenn Lob mich nicht zum Abheben bringt, bringt Kritik mich nicht zum Einbrechen."

Großer Jubel herrschte dagegen bei den Isländern nach deren Sieg in letzter Sekunde über Finnland. "Was für eine dramatische Nacht in Reykjavik", schrieb Augsburgs Alfred Finnbogason, der beim 3:2 (1:2) den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich erzielt hatte, bei Twitter. Finnlands Trainer Hasse Backe war jedoch außer sich, nachdem das EM-Überraschungsteam durch Ragnar Sigurdsson in der siebten Minute der Nachspielzeit zum Siegtreffer kam. Finnlands Torhüter Lukas Hradecky (Eintracht Frankfurt) hatte vor dem Abschluss die Hand auf dem Ball gehabt.

"Für mich ist klar, dass der Schiri in so einem Fall eine kleine Denkpause erhalten sollte!", schimpfte der Schwede über den Unparteiischen Svein Moen aus Norwegen: "Wie kann man so einen Schiedsrichter ansetzen? Wir reden hier über die WM-Qualifikation und nicht über irgendein verdammtes Turnier in Abu Dhabi!"

Auch der Kosovo ärgert sich

Sauer waren auch die Spieler des Kosovo nach der 0:6 (0:3)-Pleite gegen Kroatien. "Wir sind sehr verärgert, es tut uns sehr leid", sagte Mittelfeldspieler Fanol Perdedaj von Zweitligist 1860 München: "Wir wissen, dass wir ein gutes Team sind, aber wir waren von Anfang an nicht wach genug", so Perdedaj weiter.

Am Sonntag wartet auf die Kosovaren mit dem Spiel gegen die Ukraine eine Partie von politisch deutlich stärkerer Brisanz als die Begegnung gegen Kroatien. Die Ukraine, die beim 2:2 (2:1) in der Türkei eine 2:0-Führung aus den Händen gegeben hat, will ihr Heimspiel nicht zu Hause austragen, weil die politische Führung die Unabhängigkeit des jungen Balkanstaates nicht anerkennt. Stattdessen wird die Begegnung im polnischen Krakau angepfiffen.

sid

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