Klarheit im zweiten Durchgang

Ticker zur Fifa-Präsidentenwahl: Infantino will neue Ära einläuten

Fifa-Präsidentenwahl, Kongress, Zürich
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Im zweiten Durchgang bei der Fifa-Präsidentenwahl siegte mit Gianni Infantino der Favorit aus der Schweiz (r.) knapp vor dem Scheich Salman.

Zürich - Hier finden Sie unseren Live-Ticker zur Fifa-Präsidentenwahl 2016. Am Freitag bekommt der Fußball-Weltverband Fifa einen neuen Chef. Wir bieten alle Infos.

+++ AKTUALISIEREN +++

Die Fifa-Präsidentenwahl 2016: Die Fakten im Überblick

  • Seit Mai 2015 ist der Fußball-Weltverband in einen Skandal um Geldwäsche und Korruption verwickelt. Der ehemalige Präsident Joseph S. Blatter trat im Laufe der Ermittlungen zurück.
  • Blatter darf nicht mehr zur Präsidentenwahl antreten. Er ist für sechs Jahre gesperrt. Fünf Kandidaten haben sich um das Amt beworben.
  • In einem Außerordentlichen Kongress in Zürich wird am Freitag, 26. Februar, der neue Präsident gewählt. 207 Mitgliedsstaaten dürfen ihre Stimme abgeben.
  • Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Überblick zur Fifa-Präsidentenwahl 2016

Niersbach: "Der beste Kandidat hat gewonnen"

19.54 Uhr:

 

Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat Gianni Infantino zur Wahl zum neuen FIFA-Präsidenten gratuliert. Der Schweizer sei eine Mann mit „Erfahrung“ und „großem kreativen Potenzial“, wird Putin in einer vom Kreml veröffentlichen Mitteilung zitiert. „Durch Ihre erfolgreiche Tätigkeit in internationalen Sportorganisationen und Ihren bedeutenden persönlichen Beitrag zur Entwicklung des Fußballs haben Sie zu Recht hohe Autorität gewonnen“, sagte Putin. Infantino sei geeignet, die Position der FIFA zu stärken. Russland ist 2018 Gastgeber der kommenden WM.19.21 Uhr: Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa hat nach seiner Wahlniederlage dem neuen FIFA-Chef Gianni Infantino gratuliert. „Die neue FIFA muss integrativer sein und die Unterschiede im Welt-Fußball reflektieren. Ich vertraue Gianni Infantino, dass er die Führungskraft hat, dies zu erreichen und die dringend benötigten Reformen umzusetzen“, wurde der Chef der asiatischen Konföderation AFC in einer Pressemitteilung zitiert.

„Die AFC freut sich darauf, mit der neuen FIFA und ihren neuen Präsidenten Gianni Infantino zusammenzuarbeiten, um die Fußball-Regierung zu reformieren und die Glaubwürdigkeit des Fußballs weltweit wieder herzustellen“, sagte Scheich Salman. Bei der Abstimmung am Freitag in Zürich war der 50 Jahre alte FIFA-Vize seinem Schweizer Konkurrenten mit 88:115 Stimmen unterlegen.

19.11 Uhr: IOC-Präsident Thomas Bach hat dem neuen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino unmittelbar nach dessen Wahl seine Glückwünsche übermittelt. „In diesen schwierigen Zeiten für den Fußball wünsche ich ihm alles Gute bei der Implementierung der vom außerordentlichen FIFA-Kongress beschlossenen Reformen. Ich freue mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit im Sinne des Sports“, sagte Bach am Freitag.

18.56 Uhr: DFB-Interimspräsident Rainer Koch hat die Wahl von Gianni Infantino zum neuen Boss des Fußball-Weltverbands FIFA ausdrücklich begrüßt. „Wir sind froh und erleichtert, dass Gianni Infantino gewonnen hat und der europäische Fußball weiter starken Einfluss nehmen kann“, sagte Koch: „Zusammen mit dem Reformpaket macht das Mut und gibt Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Aber es gibt viel zu tun.“ 

Ähnlich äußerte sich der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. „Das war ein guter Tag für die FIFA, vielleicht sogar ein historischer, dass muss die Zukunft zeigen. Die Arbeit ist noch nicht beendet, sie beginnt mit dem heutigen Tag erst richtig“, sagte das Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees: „Ich bin froh, dass der aus meiner Sicht beste Kandidat gewonnen hat. Ich traue Gianni zu, dass ihm die Wende in Sachen Ansehen und Glaubwürdigkeit der FIFA gelingt.“

18.55 Uhr: Für den ehemaligen FIFA Präsidenten Joseph Blatter ist Gianni Infantino ein „würdiger Nachfolger“. Der neue Chef des Fußball-Weltverbandes habe „alle Qualitäten, meine Arbeit fortzusetzen und die FIFA wieder zu stabilisieren“, erklärte der von der FIFA-Ethikkommission für sechs Jahre suspendierte Blatter am Freitag. Infantino zeichne sich durch seine „Erfahrung, Kompetenz, strategische und diplomatische Fähigkeiten“ aus.

18.52 Uhr: FIFA-Sponsor Adidas hat das am Freitag beschlossene Reformpaket des Fußball-Weltverbands als einen „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet. Eine Sprecherin des Sportartikelherstellers sagte, Adidas erwarte von der FIFA und ihrer neuen Führung transparente Compliance-Standards, also etwa Regeln, die Korruption verhindern sollen. „Wir werden unseren Dialog mit der FIFA und ihrer neuen Führung weiterführen.“ 

Die FIFA war in den vergangenen Monaten von ihren Sponsoren heftig für die mangelhafte Aufarbeitung verschiedener Skandale kritisiert worden.

ECA gegen Mammut-WM á la Infantino 

18.51 Uhr: Nur wenige Minuten nach der Wahl von Gianni Infantino zum neuen Präsidenten des Fußball-Weltverbands FIFA hat die Europäische Klub-Vereinigung ECA unter dem Vorsitz von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge den Plänen Infantinos für eine Mammut-WM mit 40 Mannschaften eine Absage erteilt. „Die ECA betont erneut, dass sie gegen eine Aufstockung der WM von 32 auf 40 Mannschaften ist“, hieß es in einer ECA-Stellungnahme, in der dem scheidenden UEFA-Generalsekretär zunächst noch für die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren gedankt wurde. 

„Alle, die Klubs wie die nationalen und internationalen Verbände, tragen Verantwortung für die Spieler“, ließ Rummenigge verlauten: „Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir den Spielern keine weiteren Bürden auferlegen können, sondern sie entlasten müssen. Die FIFA muss ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Spieler Rechnung tragen.“

Infantino: "Fußball soll wieder ins Zentrum rücken"

18.23 Uhr:

 

Gianni Infantino hat nach seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten den Beginn einer neuen Zeitrechnung für den Fußball-Weltverband angekündigt. „Ich will eine neue Ära bei der FIFA einläuten, bei der der Fußball wieder ins Zentrum rückt“, sagte der Schweizer am Freitag beim außerordentlichen Kongress in Zürich angesichts der schweren Krise des Dachverbands.

„Das ist der Zeitpunkt, wieder zurückzukehren zum Fußball. Es ist vorbei, wir blicken nach vorne, wir werden die Reformen umsetzen. Aber wir möchten auch den Respekt der gesamten Welt, die der Fußball-Welt geschuldet ist. Wir werden dafür sorgen, dass wir uns endlich auf das wunderbare Spiel Fußball konzentrieren können“, betonte der 45-Jährige.

Infantino sieht die Einheit des Fußballs durch seine Wahl zum Chef des Weltverbandes trotz des knappen Wahlausgangs nicht gefährdet. „Der Fußball ist nicht gespalten. Wir hatten heute eine Wahl, aber keinen Krieg. Es war ein Rennen, aber kein Kampf“, sagte der Schweizer am Freitagabend bei seiner ersten Pressekonferenz. Er wolle die Fußball-Kontinente vereinen und sei kein „Kandidat Europas, sondern ein Kandidat des Fußballs.“

Der künftige FIFA-Generalsekretär solle nicht aus Europa kommen, bekräftige Infantino. Im Wahlkampf hatte er gesagt, dass dieses Amt mit ihm als Präsident erstmals ein Afrikaner ausüben werde.

Gianni Infantino gewinnt die Fifa-Präsidentenwahl 2016

18.01 Uhr: Und auf einmal ging alles ganz schnell. Der 45-jährige Schweizer Gianni Infantino ist neuer Präsident des Fußball-Weltverbands FIFA

17.20 Uhr: Der zweite Wahlgang ist nun bei P wie Peru. Wie lange es wohl noch dauert?

17.15 Uhr: Der ehemalige Präsident des venezolanischen Fußballverbandes (FVF) hat in der FIFA-Affäre seine Auslieferung an die USA akzeptiert. Der in der Schweiz inhaftierte Rafael Esquivel informierte am Freitag das Justizministerium über seine Entscheidung, wie ein Sprecher der Behörde bestätigte. Die Schweiz bewilligte noch am Freitag seine Auslieferung.

Esquivel muss nun innerhalb von zehn Tagen in die USA gebracht werden. Über den genauen Zeitpunkt gab es keine Auskünfte. Seine Anwälte wollten ursprünglich erreichen, dass ihr Mandant an Venezuela überstellt und ihm dort der Prozess gemacht wird.

Esquivel, der seit 1988 an der Spitze des FVF stand, wurde Ende Mai 2015 mit anderen Fußball-Funktionären in Zürich festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, beim Verkauf von Vermarktungsrechten für die Copa America bestechlich gewesen zu sein. Esquivel droht laut US-Justizministerium wegen organisierten Verbrechens, Betrugs, Geldwäscherei und Bestechung eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.

17.06 Uhr: Der deutsche FIFA-Richter Hans-Joachim Eckert hat den Internationalen Fußball-Verband nach der Verabschiedung des umfangreichen Reformpakets zu weiteren Neuerungen aufgefordert. „Die FIFA ist mit Sicherheit noch nicht fertig mit den Reformen. Was heute beschlossen wurde, ist okay, es gibt aber noch Verbesserungsbedarf“, sagte der Vorsitzende der Spruchkammer der FIFA-Ethikkommission „FAZ.net“ in Zürich. „Die Frage ist, wer wird darauf achten, dass die Reformen umgesetzt werden“, mahnte Eckert. 

Der ehemalige Vorsitzender Richter der Großen Wirtschaftskammer am Landgericht München hatte vor dem Wahlkongress den langjährigen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter und den Präsidenten des Europäischen Verbandes UEFA, Michel Platini, wegen verschiedener Verstöße gegen den Ethikkodex des Weltverbandes für acht Jahre gesperrt. Die Strafe wurde von der Berufungskommission des Weltverbandes auf je sechs Jahre reduziert.

Die Wahl im zweiten Durchgang ist mittlerweile bei Buchstabe M wie Mali angelangt.

Die Fifa-Präsidentenwahl 2016: Zuletzt 1974 ein zweiter Wahlgang

16.47 Uhr: Bei der FIFA-Präsidentschaftswahl hat erstmals seit 1974 wieder ein zweiter Durchgang begonnen. Zuletzt mussten die FIFA-Mitglieder beim Kongress vor 42 Jahren in einem weiteren Wahlgang abstimmen, damals bezwang João Havelange aus Brasilien den Engländer Stanley Rous.

16.30 Uhr: Bis morgen Abend können die Fifa-Wahldelegierten in der Halle in Zürich verweilen. Spätestens dann werden sie aus dem Stadion katapultiert, das dann für Eishockey freigegeben wird. Vorher muss dort noch das Eis gemacht werden. Um 19.45 Uhr hat im Hallenstadion die Züricher Eishockeymannschaft ZSC Lions ein Heimspiel gegen den HC Davos. Die Züricher sind momentan an der Tabellenspitze. 

16.24 Uhr: Der zweite Wahlgang beginnt wieder mit den Staaten, die mit A beginnen, allen voran Afghanistan. Der erste Wahlgang dauerte über zwei Stunden. Bis ein Präsident gewählt ist oder zumindest einer der vier Kandidaten ausscheidet, werden also wieder Stunden vergehen.

16.14 Uhr: Was hat der erste Wahlgang gebracht? In diesem Fall nichts.  Der Scheich, der Prinz, der Franzose und der Schweizer bleiben weiter im Rennen. Alle 207 Mitgliedsstaaten müssen erneut wählen. Die Ergebnisse: Infantino 88 Stimmen, Scheich Salman 85 Stimmen, Prinz Ali 27 Stimmen und Jerome Champagne 7 Stimmen. Alle vier Kandidaten dürfen nochmal antreten. Erreicht einer der vier eine absolute Mehrheit, wird er Präsident. Wenn das keiner schafft, geht es in Runde drei. Es scheint ein langer Abend in Zürich zu werden...

Die Präsidentenwahl: Die Fifa Mitgliedsstaaten haben gewählt

16.08 Uhr: Die Auszählung ist vorbei. Keiner der Kandidaten hat eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Es wird also einen zweiten Wahlgang geben. Infantino hatte mit 88 die meisten Stimmen, Champagne mit 7 die wenigsten.

15.50 Uhr: Der erste Wahlgang ist abgeschlossen. Die Stimmen werden nun ausgezählt. Worüber sich die Delegierten wohl die ganze Zeit unterhalten? Es wird weiterhin einschläfernde Musik gespielt. Wie wäre es denn mal mit ein paar fetzigeren Liedern wie beispielsweise Waka Waka von Shakira, dem offiziellen Fifa-WM Song 2010?

15.24 Uhr: Mittlerweile sind wir bei T wie Tadschikistan angelangt. Über 20 Länder fehlen noch, bis Z wie Zimbabwe als letztes Land an der Reihe ist. Auf der Homepage der Fifa werden alle Mitgliedsstaaten aufgezählt.

14.58 Uhr: Während im Hallenstadion in Zürich der erste Wahlgang läuft, wird draußen demonstriert. 2011 lehnten sich in Bahrain viele Menschen gegen den Scheich Slaman bin Ibrahim al Khalifa auf. Einige von ihnen wurden in Haft genommen und misshandelt. Der Scheich geriet wegen Verstoßes gegen die Menschenrechte in die Negativ-Schlagzeilen. Bei der Wahl zum Fifa-Präsidenten gilt er als großer Favorit. Er hat wohl die kompletten Stimmen aus Afrika und Asien auf seiner Seite. Das sind insgesamt 108. Kann er für eine demokratische Fifa stehen? Demonstranten in Zürich sehen das nicht so.

Die Fifa-Wahl 2016: Deutschland sprach sich im Vorfeld bereits für den Schweizer Kandidaten aus

14.49 Uhr: Die DFB-Delegierten haben bereits ihre Stimme abgegeben. Da Helmut Sandrock nicht mit nach Zürich gereist war - der Generalsekretär trat heute morgen zurück - übernahm die Stimmenabgabe für ihn Reinhard Grindel. Der DFB hatte sich bereits im Vorfeld für den Schweizer Kandidaten Gianni Infantino ausgesprochen.

14.40 Uhr: Die Reihenfolge für die Wahlgänge erfolgt alphabetisch nach den englischen Namen der Länder. Mittlerweile ist der Wahlgang bei H und I angelangt. Dadurch, dass es nur zwei Wahlboxen gibt, zieht sich das Prozedere in die Länge.

14.25 Uhr: Der Wahlgang dauert an. Die Delegierten kommen einzeln nach vorn, um ihren Stimmzettel in die Urne zu werfen. Das sind im Überblick für Afrika 54, Europa 53, Asien 44, Nord- und Mittelamerika 35, Ozeanien 11 und Südamerika 10. Für einen Wahlgang sind rund 80 Minuten angesetzt.

14 Uhr: Die Fußballwelt schaut nach Zürich: Fußball-Idol Diego Maradona fordert vom neuen FIFA-Präsidenten, den Verlockungen des Milliardengeschäfts zu widerstehen. „Der Präsident darf das Amt nicht ausführen, um sich mit Millionen zu bereichern, durch Sponsoren und die Weltmeisterschaften. Dann hat er meine Unterstützung“, sagte der Argentinier kurz vor der Wahl des Nachfolgers des gesperrten Joseph Blatter der argentinischen Nachrichtenagentur Telam. Für das Votum auf dem außerordentlichen FIFA-Kongress in Zürich am Freitag hatte Maradona sich hinter Prinz Ali aus Jordanien gestellt, aber auch Scheich Salman aus Bahrain als Favoriten genannt. Dagegen bezeichnete Maradona den Schweizer Gianni Infantino als „Verräter“. Der Wunschkandidat des Deutschen Fußball-Bundes habe noch immer so weiter gemacht, als sei nichts gewesen, als Blatter bereits „in den Seilen hing, um nicht zu sagen fast hinter Gittern war“, erklärte Maradona seine Ablehnung. 

13.57 Uhr: Hier noch einmal der Überblick zum Wahlvorgang. Da mehr als ein Kandidat zur Verfügung steht, wird mehrmals gewählt. Jeder Mitgliedsstaat hat dabei eine Stimme, egal, wie groß er ist - bei dieser Wahl also insgesamt 207. Erreicht ein Kandidat im ersten Wahlgang eine Zwei-Drittel-Mehrheit, wird er neuer Präsident. Ist dies nicht der Fall, wird es weitere Wahlgänge geben. Ab dem Zweiten Wahlgang scheidet immer der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aus. Für einen Präsidenten genügt dann die einfache Mehrheit.

Die Fifa-Präsidentenwahl: Der Kandidat aus Südafrika tritt zurück

13.45 Uhr: Tokyo Sexwale ist ebenfalls fertig. Er wird nicht weiter als Kandidat antreten. Nun kann es mit den Wahlen weitergehen. Vier potentielle Präsidenten sind noch übrig. Markus Knatter läutet die erste Wahlrunde ein. Der Reihe nach fordert er alle Delegierten auf, ihre Stimme abzugeben.

13.29 Uhr: Infantino gibt ab an den fünften Kandidaten ab: Tokyo Sexwale aus Südafrika. Er scherzt zu Beginn seiner Rede: Die anderen hätten nicht ihre vollen 15 Minuten beim Sprechen verbraucht. Ob er dann die übrige Zeit haben könne, wenn er in 15 Minuten nicht fertig werde? Der Südafrikaner gilt als Außenseiter. Der Trumpf, den er im Wahlkampf spielte: Seine Verbindung zu Nelson Mandela. Sie saßen gemeinsam 13 Jahre im Gefängnis.

13.15 Uhr: Der zweite Favorit tritt ans Rednerpult: Gianni Infantino aus der Schweiz. Er beginnt seine Rede auf italienisch, wechselt ins Deutsche, dann ins Französische, letztendlich Englisch. Er ist Generalsekretär der UEFA und hat wohl die gesamte Unterstützung Europas hinter sich.

UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino hat seine finanziellen Versprechungen an die FIFA-Mitglieder für den Fall einer Wahl zum neuen Weltverbands-Präsidenten verteidigt. „Ich frage Sie alle: Wenn die FIFA fünf Milliarden einnimmt, können wir dann nicht 1,2 Milliarden reinvestieren“, sagte der Schweizer am Freitag beim Wahlkongress in Zürich. „Das Geld der FIFA ist Ihr Geld. Das Geld der FIFA muss der Entwicklung des Fußballs dienen.“ Für diese Aussage erhielt Infantino Extra-Applaus von Vertretern der Nationalverbände.

Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa, größter Kontrahent auf die Nachfolge des gesperrten Amtsinhabers Joseph Blatter, hatte Infantino vorab scharf für seine wirtschaftlichen Pläne kritisiert. Der Schweizer will die Finanzmittel für die FIFA-Mitgliedsverbände mehr als verdoppeln und pro Nation je fünf Millionen Dollar (4,5 Millionen Euro) für vier Jahre auszahlen, sollte er zum FIFA-Präsident gewählt werden. 

Die Kandidaten bei der Fifa Präsidentenwahl: Scheich Salman gilt als einer der Favoriten

13.03 Uhr: Als Nächster spricht der Franzose Jerome Champagne. Ihm werden mit am wenigsten Chancen zugeschrieben, der nächste Präsident zu werden. Er hatte bereits einige Funktionen bei der Fifa inne und galt als enger Vertrauter von Ex-Präsident Sepp Blatter. Ob das den gewünschten Neuanfang für den Fußballverband bringt? 

FIFA-Präsidentschaftskandidat Jérôme Champagne hat in seiner Ansprache vor den Kongress-Delegierten des Weltverbandes eine Ungleichheit der Fußball-Kontinente beklagt. Das Gefälle zwischen den Ländern der reichen Ligen, und denen, die die jungen Spieler hervorbringen, sei ungerecht. Der Franzose warnte vor einer Entwicklung wie im Basketball, wo die amerikanische Profiliga alles dominiere, aber Nationalverbände hinten anstünden. Zudem sprach er sich gegen eine Aufblähung der WM auf 40 Teams aus. Mit ihm werde die FIFA demokratischer. Der frühere FIFA-Direktor hat allerdings keine Chancen auf einen Wahlerfolg bei der Abstimmung am Nachmittag. 

Fans von Scheich Salman demonstrieren in Zürich.

12.55 Uhr: Der Scheich gilt als Favorit - obwohl er wegen Verstößen gegen die Menschenrechte 2011 in seiner Heimat Bahrain negative Schlagzeilen machte. Seine Fans demonstrierten vor dem Gelände in Zürich und zeigten dem Kandidat, dass sie hinter ihm stehen. Kann er das Blatt für die Fifa wenden und dem Weltverband seine Glaubwürdigkeit zurückgeben?

Top-Favorit Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa hat in seiner letzten Wahlkampfrede vor den Delegierten des FIFA-Kongresses auf die in seiner Konföderation Asien bereits vollzogenen Reformen hingewiesen. Kernelemente der kurz zuvor verabschiedeten Statutenänderung des Weltverbandes seien in seinem Heimatverband schon umgesetzt worden. Der 50-Jährige schlug am Freitag in Zürich die Einrichtung eines Jugend-Rates vor, um dem Fußball-Nachwuchs eine Stimme zu geben.

Scheich Salman betonte, dass er alle seine Fußball-Ämter durch demokratische Wahlen erreicht habe. Der Cousin des Königs von Bahrain war wegen einer angeblichen Denunziation von oppositionellen Fußballern während der Niederschlagung der Demokratiebewegung im Jahr 2011 kritisiert worden. Die Vorwürfe hatte er stets zurückgewiesen.

12.51 Uhr: Der Prinz sagt, er sei der einzige Kandidat, für den Fußball und all seine Formen. Dann beendet er seine Rede. Der Nächste: Scheich Salman bin Ibrahim al Khalifa.

FIFA-Präsidentschaftskandidat Prinz Ali bin al-Hussein hat für den Fall seiner Wahl an die Spitze des Fußball-Weltverbandes die Einführung eines prominenten, externen Expertengremiums versprochen. Mit dieser Gruppe um den ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan wolle er den Kulturwandel bei der FIFA einleiten. „Wir lassen das Schlimme hinter uns, aber bewahren das Gute“, sagte der Jordanier. Der 40-Jährige sprach als erster der fünf Kandidaten zu den Delegierten der 207 stimmberechtigten FIFA-Mitglieder. Al-Hussein werden keine realistischen Siegchancen eingeräumt. 

12.40 Uhr: Es geht weiter. Die Kandidaten haben nun jeweils 15 Minuten Zeit, um ihr Programm vorzustellen. Prinz Ali bin al-Hussein beginnt. Er hatte im Mai bei den regulären Wahlen gegen Sepp Blatter den Kürzeren gezogen. 

Die Fifa-Präsidentenwahl 2016: Entscheidung wird wohl erst am Abend feststehen

12.35 Uhr: Die Delegierten scheinen sich Zeit zu lassen. Noch sind sie nicht von ihrer Mittagspause zurückgekehrt. Sie müssen sich stärken, denn möglicherweise gibt es erst nach 21 Uhr eine Entscheidung.

12.20 Uhr: Beim FIFA-Kongress in Zürich läuft noch bis etwa 12.30 Uhr die Mittagspause, anschließend stellen sich die fünf Präsidentschaftskandidaten vor. Mit dem ersten Wahlgang ist gegen 15 Uhr zu rechnen. Pro Wahlgang sind rund 80 Minuten veranschlagt, bis zu fünf Wahlgänge sind möglich. (dpa)

Es könnte also noch ein wenig dauern, bis der neue Präsident feststeht...

Mesut Özil unterstützt den Kandidaten aus Jordanien bei der Wahl zum Fifa-Präsidenten.

11.51 Uhr: Übrigens: Fußball-Weltmeister Mesut Özil unterstützt bei der Wahl eines neuen FIFA-Präsidenten den jordanischen Bewerber Prinz Ali bin al-Hussein. Der Profi vom FC Arsenal twitterte am Freitag wenige Stunden vor der Abstimmung in Zürich ein Foto von sich und dem 40-Jährigen. „Viel Glück heute für meinen Freund Prinz Ali“, schrieb Özil. Bei der vergangenen Präsidentschaftswahl war der jordanische Verbandspräsident gegen Joseph Blatter unterlegen, hatte mit 73 Stimmen aber einen Achtungserfolg erzielt. Dies wird ihm diesmal nicht zugetraut. Als Favoriten gelten FIFA-Vizepräsident Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa aus Bahrain und UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino aus der Schweiz. Keine Chancen werden Jérôme Champagne aus Frankreich und Tokyo Sexwale aus Südafrika eingeträumt. 

11.28 Uhr: Interimspräsident Issa Hyatou kündigt eine einstündige Mittagspause an. Dann soll es mit den Wahlen des neuen Präsidenten weitergehen.

Die Präsidentenwahl 2016: Delegierte verabschieden Reformpaket

11.24 Uhr:  Der Kongress des Fußball-Weltverbands FIFA hat umfangreiche Reformen verabschiedet. Das Paket mit einer Machtbeschränkung für den Präsidenten und die Exekutivmitglieder erhielt bei der Versammlung der FIFA-Mitglieder am Freitag in Zürich die notwendige Drei-Viertel-Mehrheit. 

11.21 Uhr: Markus Knatter leitet die Wahlen ein: 89 Prozent stimmen für die neuen Reformen der Fifa! Knatter ist sichtlich erleichtert.

11.19 Uhr: Der Delegierte aus Palästina meldet sich zu Wort. Er sagt, es sei zu schnell, um bei diesem Kongress über Reformen abzustimmen. Die Fifa brauche ihre Glaubwürdigkeit zurück, aber das benötige mehr Zeit. Werden sich viele der Mitgliedsstaaten ihm anschließen und womöglich gegen die Reformen stimmen?

11.05 Uhr: Mitglieder des Fifa-Exekutiv-Komitees stellen die neuen Strukturen des Fußball-Weltverbands vor. Der Weltfußballverband will unter anderem mehr Frauen einbeziehen. Die Fifa hat ihre Reformen in einem Video Zusammengefasst:

Die Fifa-Reformen

10.56 Uhr: Die FIFA steht durch die diversen Korruptionsskandale vor finanziellen Verlusten in dreistelliger Millionenhöhe. Finanzdirektor Markus Kattner sprach beim außerordentlichen Kongress am Freitag in Zürich von einem zu erwartenden Defizit für den Zyklus bis 2018 von 550 Millionen Dollar. Dies würde die Rücklagen des Fußball-Weltverbandes von rund 1,5 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2014 um rund ein Drittel reduzieren. „Wir befinden uns in einem schwierigen ökonomischen Umfeld“, sagte Kattner. Der Druck der juristischen Behörden sei groß. Nur durch die Annahme des Reformpaketes könne neues Vertrauen geschaffen werden, das für den Abschluss notwendiger neuer Sponsorenverträge essenziell sei. Im vergangenen Jahr hatten mehrere Geldgeber die Zusammenarbeit mit der FIFA beendet. 

Die Fifa-Präsidentenwahl 2016: Über die beiden suspendierten Staaten wird im Mai in Mexiko verhandelt

Reformen bei der Fifa: Die Meilensteine

10.50 Uhr: Francois Carrard, der Vorsitzende des Reform-Komitees, spricht darüber, wie es mit der Fifa weitergehen soll. "Jede Krise ist eine Möglichkeit. Wir müssen diese Möglichkeit wahrnehmen."

10.45 Uhr: Es geht weiter mit Tagesordnungspunkt 8: Wahlen

10.40 Uhr: Die Delegierten aus Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wollen etwas zu der Suspendierung von Indonesien und Kuwait sagen. Das Mikrofon wandert in den Saal. Knatter schlägt vor, dass in den beiden suspendierten Fällen im nächsten regulären Kongress in Mexico im Mai eine Entscheidung getroffen werden soll. Darüber lässt er die Delegierten abstimmen. 87 Prozent im Saal sprechen sich dafür aus.

10.35 Uhr: Fifa-Interimsgeneralsekretär Markus Knatter fasst zusammen, was die Fifa in den vergangenen Monaten erreicht hat. Er gibt das Mikrofon zurück an Issa Hayatou.

10.30 Uhr: Informationen zu den Geschehnissen im DFB: Wie der DFB am Freitag mitteilte, gibt der 59-Jährige sein Amt „auf eigenen Wunsch“ mit sofortiger Wirkung auf. Dies habe Sandrock der amtierenden DFB-Führungsspitze mit den beiden 1. Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball sowie Schatzmeister Reinhard Grindel mitgeteilt. 

Die Fifa-Präsidentenwahl 2016: "Ein Wendepunkt in unserer Geschichte"

10.20 Uhr: Issa Hayatou stellt die neuen Reformen des Weltfußball-Verbands vor. "Heute können wir einen ersten Schritt in diese Richtung machen." Die Arbeit des neuen Präsidenten werde nicht einfach sein, sagt er. "Wir sind an einem Wendepunkt in unserer Geschichte."

10.15 Uhr: So sieht die Tagesordnung des heutigen Kongresses aus. Gerade stimmen die Delegierten darüber ab, diese Tagesordnung zu genehmigen. Alle sind dafür.

Die Tagesordnung des Fifa-Kongresses

10:10 Uhr: Außerhalb des Kongresses: Der Deutsche Fußball-Bund und sein Generalsekretär Helmut Sandrock gehen getrennte Wege. Nach dpa-Informationen soll die Trennung noch am Freitag offiziell verkündet werden. Sandrock hatte am 2. März 2012 die Nachfolge von Wolfgang Niersbach angetreten, der damals zum DFB-Präsidenten aufgestiegen war. Eigentlich hatte Sandrock an diesem Freitag Teil der DFB-Delegation beim FIFA-Kongress in Zürich sein sollen, der 59-Jährige fehlte offiziell aber aus gesundheitlichen Gründen. 

10:05 Uhr: Alle sind anwesend, das heißt, fast alle. 207 Delegierte befinden sich im Kongress. Kuweit und Indonesien sind suspendiert und dürfen nicht teilnehmen.

Die Fifa-Präsidentenwahl 2016: Der Kongress in Zürich hat begonnen

Markus Knatter, Interims-Generalsekretär

9.55 Uhr: Es wird überprüft, ob alle 209 Mitgliedsstaaten anwesend sind. Das dauert. Der deutsche Markus Knatter, Interims-Generalsekretär, liest alle Staaten vor.

9.50 Uhr: Thomas Bach: "Heute haben wir die Chance, das Blatt zu wenden." Bach ist seit 2013 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. 1976 wurd der Deutsche Olympiasieger mit der Mannschaft im Fechten. 

Interimspräsident Issa Hayatou begrüßt die Delegierten beim Fifa-Kongress

9.45 Uhr: Interimspräsident Issa Hayatou übernimmt das Wort. Er kündigt an, dass vor der Wahl über die zukünftigen Reformen abgestimmt werden soll. Danach spricht Präsident des Schweizer Fußball-Verbandes, Peter Gilliéron, als Gastgeber in Zürich.

9.40 Uhr: Die Abstimmungsgeräte werden getestet. Die Delegierten haben einen roten, grünen und gelben Button zur Auswahl, um ihre Stimme abzugeben. Grün bedeutet Ja, Gelb steht für Enthaltung und Rot ist eine Gegenstimme. 

9.35 Uhr: Der Kongress beginnt. Auch die Kandidaten nehmen ihre Plätze ein.

9.20 Uhr: Die Delegierten werden daran erinnert, ihre elektronischen Abstimmungsgeräte abzuholen. In zehn Minuten soll es losgehen. Die Halle ist mittlerweile voll.

9.10 Uhr: Die Wahlberechtigten werden per Ansage aufgefordert, ihre Plätze einzunehmen. Heute sollen sie darüber entscheiden, wer der neue Präsident des Fußballverbands wird. Fünf Kandidaten stehen zur Auswahl: der Schweizer Gianni Infantino, Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien, der Südafrikaner Tokyo Sexwale, Scheich Salman bin Ibrahim al Khalifa aus Bahrain und Jerome Champagne aus Frankreich. Infantino und Salman werden die besten Chancen zugeschrieben. Wird es ein Zweikampf um die Präsidentschaft bei der Fifa werden?

9 Uhr: Die Halle in Zürich füllt sich langsam, die Delegierten suchen sich ihre Plätze. Bald geht es los, die Fußballwelt blickt gespannt nach Zürich. Was wird der Tag bringen?

+++ Über die Geschehnisse beim Außerordentlichen Kongress am Freitag in Zürich halten wir Sie in unserem Live-Ticker ab 9.30 Uhr auf dem Laufenden.

+++ Geldwäsche, Korruption, Bestechungsgelder: Gegen die Weltfußball-Organisation Fifa wird seit Mai 2015 ermittelt. Sepp Blatter wird wiedergewählt, tritt dann aber von seinem Amt als Fifa-Präsident zurück. Im September 2015 wird auch ein Ermittlungsverfahren gegen Blatter eingeleitet. Er soll rund 2 Millionen Schweizer Franken an den UEFA-Präsident Michele Platini überwiesen haben - ohne rechtliche Grundlage.


nip/dpa

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