Doppelspitze mit Hopfner im Gespräch

Countdown zur Hoeneß-Zukunft läuft: Drei Optionen

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Uli Hoeneß.

München - Wird sich Uli Hoeneß bei der Mitgliederversammlung im November als Präsidentschaftskandidat beim FC Bayern aufstellen lassen? Der Prozess der Entscheidungsfindung geht in die heiße Phase.

Uli Hoeneß stehen angenehme Wochen bevor. Wie er bereits im Frühjahr angekündigt hatte, hat sich Hoeneß jetzt auf eine ausgiebige Urlaubsreise begeben: Seit dem gestrigen Mittwoch weilt der ehemalige - und möglicherweise auch zukünftige - Präsident des FC Bayern in Südfrankreich. Vier Wochen will Hoeneß dort verweilen, umgeben von seinen Liebsten: Ehefrau Susi, seine beiden Kinder sowie die vier Enkel - sie alle leisten Hoeneß Gesellschaft. Es ist sein erster Urlaub, seitdem er Ende Februar seine Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung abgesessen hat. Jetzt kann Hoeneß ausspannen, reflektieren und Kraft tanken für die Aufgaben, die sich in den nächsten Monaten stellen werden - privat wie beruflich.

"Ich freue mich, dass wir viel Zeit haben. Mein Kopf ist frei", sagte der Urlauber dem Kicker. Neben der Erholung und dem engen Kontakt zu seiner Familie wird es Hoeneß in erster Linie darum gehen, "all die Eindrücke aus den vergangenen Monaten zu katalogisieren. Bis jetzt hatte ich dazu noch gar keine Zeit." Hoeneß wird also alles Revue passieren lassen: Der Prozess im Jahr 2014, seine Zeit im Gefängnis, aber auch die Phase als Freigänger sowie seine Rückkehr an die Säbener Straße zu seinem FC Bayern - für den er offiziell als Assistent der Abteilungsleitung Junior Team im Nachwuchsbereich tätig ist. 

Doch die Bayern-Familie spekuliert und hofft darauf, dass Hoeneß im Herbst auf den Präsidenten-Posten zurückkehren wird. Der Großteil der Fans befürwortet einen Präsidenten Uli Hoeneß, und selbst dessen Nachfolger Karl Hopfner bekräftigte mehrfach, einer Kandidatur seines Vorgängers nicht im Weg stehen zu wollen. "Das ist so", bestätigte Hopfner nun noch einmal, "das habe ich immer gesagt." Genau wie der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, der erst in der vergangenen Woche sagte: "Wenn Uli Hoeneß wieder Präsident werden will, wird ihn der FC Bayern willkommen heißen."

Es liegt also an Hoeneß. Er hat die Fäden in der Hand. "Ich werde im Urlaub schauen, was ich mache", sagt er. Drei Möglichkeiten stehen dem ehemaligen Manager offen: Entweder er entscheidet sich gegen eine Rückkehr, er kehrt als Präsident zurück, oder er kehrt als Präsident UND Aufsichtsratsvorsitzender zurück. Ein Comeback als reiner Präsident scheint ausgeschlossen: Auf diesem Posten hätte Hoeneß keinen Einfluss auf die ausgegliederte Profifußball-Abteilung des Vereins, sondern stünde in Verantwortung anderer Abteilungen wie Jugendfußball, Schach oder Turnen. 

Sie bringen die Würze: Reizfiguren des Fußballs

Um aber bei den Profis des FC Bayern etwas zu sagen zu haben, muss der Aufsichtsratsvorsitz her. Wird diesen Karl Hopfner auch räumen? Auf Nachfrage des Kicker, ob Hopfner auch dieses Amt abgeben werde, sagte er: "Wir reden vom Präsidenten. Alles andere muss sich dann ergeben." Will Hopfner möglicherweise also doch nicht komplett auf einen einflussreichen Posten verzichten? "Abwarten bis Uli sagt, was er möchte", empfiehlt der aktuelle Präsident. "Alles andere ist Spekulation."

So auch, dass sich Hoeneß und Hopfner künftig die Aufgaben des Präsidenten und des Aufsichtsratsvorsitzenden teilen. Bislang wurden diese Aufgaben in Personalunion vom sogenannten Präsidenten übernommen - das war Uli Hoeneß.

Bis Mitte Juli will sich der Macher des FC Bayern entscheiden, ob er wieder bei seinem Lebenswerk mitmischen möchte, und wenn ja, auf welche Art. Klar ist, dass der Ball bei Hoeneß liegt. Beim FC Bayern wartet man geduldig auf dessen Entscheidung. Mit einem solchen Wissen sollte es sich eigentlich besonders entspannt urlauben lassen ...

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