Champions League am Mittwoch

Dortmund siegt souverän - auch Bayer gewinnt

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Mats Hummels, Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang feiern den Treffer zum 3:0.

Istanbul - Nach den jüngsten Rückschlägen in der Bundesliga hat Borussia Dortmund in der Champions League einen überzeugenden Sieg in Istanbul gefeiert. Auch Leverkusen war erfolgreich.

In der Bundesliga ein rätselhafter Problemfall, in der Champions League weiter ohne Fehl und Tadel: Borussia Dortmund gewann auch das dritte Gruppenspiel souverän mit 4:0 (3:0) beim türkischen Rekordtitelträger Galatasaray Istanbul und steht mit einer makellosen Bilanz von neun Punkten bei 9:0-Toren vor dem erneuten Einzug ins Achtelfinale. Schon im Rückspiel am 4. November könnte der BVB das angestrebte Überwintern in der Königsklasse perfekt machen.

Pierre-Emerick Aubameyang mit einem Doppelpack (6. und 18.) und Nationalspieler Marco Reus (41.) sorgten bereits in der ersten Halbzeit für die Vorentscheidung, Adrian Ramos (83.) legte kurz vor Schluss nach.

Einmal mehr schienen die Westfalen ihre Sorgen in der Liga, in der er seit fünf Spielen auf einen Sieg warten, für den Auftritt auf der großen europäischen Bühne auszublenden. Die 2500 mitgereisten BVB-Fans erlebten ihre Mannschaft mit einer stabilen Defensive als Basis für ein gut strukturiertes Offensivspiel, das Hoffnung auf das Ende der Krise im Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen Hannover 96 schürte. Den von Trainer Jürgen Klopp geforderten „ersten Schritt“ hat seine Mannschaft in Istanbul gemacht.

Der BVB-Coach überraschte vor dem Anpfiff mit seiner Aufstellungsvariante. Nach dem Ausfall von Weltmeister Erik Durm (Oberschenkel-Probleme), beorderte er Sokratis auf die linke Abwehrseite. Zudem erhoffte sich der 47-Jährige den nötigen Angriffsdruck durch Aubameyang als einzige Angriffsspitze.

Und der Schachzug des BVB-Coaches ging auf. Denn nach einem schnellen Konter brauchte der Gabuner den Ball einen präzisen Querpass von Reus nur noch über die Torlinie zu befördern. Der frühe Treffer spielte den Borussen in die Karten und öffnete noch mehr Räume.

Die nutzte wenig später Lukasz Piszczek mit einer weiteren Vorlage auf Aubameyang, der ungehindert das 2:0 erzielte und die Schwachstellen des aktuellen Tabellenzweiten der türkischen Süper Lig in der Abwehr aufdeckte. Jene Effektivität und Konsequenz hatte der BVB in den letzten Wochen in der Bundesliga vermissen lasen.

In der 25. Minute hatte Shinji Kagawa sogar den dritten Treffer auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Galatasaray-Keeper Fernando Muslera. Pech hatte anschließend Aubameyang (31.) mit einem Pfostenschuss. Die Gastgeber bemühten sich um den Anschlusstreffer, doch fehlte es an der nötigen Durchschlagskraft. Stattdessen traf Reus aus 25 Metern mit einem Kunstschuss in den Winkel.

Nach dem Wechsel erspielte sich Galatasaray, das weiterhin nur einen Punkt auf dem Konto hat und vor dem vorzeitigen Champions-League-Aus steht, eine optische Überlegenheit, blieb aber harmlos. Stattdessen ergaben sich für die Dortmunder noch weitere Konterchancen.

Beim BVB ragten die Torschützen Aubameyang und Reus sowie Henrich Mchitarjan heraus. Aufseiten des türkischen Vizemeisters vermochte mit Abstrichen allenfalls der Niederländer Wesley Sneijder zu gefallen.

Bayer nimmt Kurs auf das Achtelfinale

Auch Bayer Leverkusen ist durch einen beherzten Auftritt dem Achtelfinale in der Champions League einen großen Schritt näher gekommen. Beim verdienten 2:0 (0:0) gegen den russischen Tabellenführer Zenit St. Petersburg gelang der Werkself ihr zweiter Sieg in der Gruppe C, wodurch sie sich vor der zweiten Hälfte der Gruppenphase mit sechs Punkten eine sehr gute Ausgangsposition verschaffte.

Giulio Donati (58.) und Kyriakos Papadopoulos (63.) sorgten mit einem Doppelschlag nach der Pause dafür, dass Bayer weiter vom Einzug in die nächste Runde träumen darf. In 14 Tagen kann das Team von Trainer Roger Schmidt im Rückspiel in St. Petersburg weitere wichtige Zähler sammeln, um das erste Etappenziel in der Königsklasse zu erreichen. Dort wird Bayer jedoch der Brasilianer Wendell fehlen, der in der 79. Minute die Gelb-Rote Karte sah.

Vor 27.254 Zuschauern war Bayer von Beginn an die aktivere Mannschaft, konnte gegen die gut gestaffelte Defensive der Gäste aber zunächst keine klaren Chancen herausarbeiten. Heung-Min Son, Giulio Donati oder auch Nationalspieler Karim Bellarabi tauchten zwar jeweils vor dem Tor von Juri Lodigin auf, in Verlegenheit konnten sie den Zenit-Torwart aber nicht bringen.

Erst kurz vor der Pause musste der Gäste-Keeper bei einem Schuss von Son (40.) reflexartig mit dem Fuß retten, ehe er bei einem Kopfball von Hakan Calhanoglu wenige Sekunden später sein ganzes Können unter Beweis stellte. Nach einem platzierten Kopfball des türkischen Nationalspielers war der russische Nationaltorwart zur Stelle.

Auf der anderen Seite wurde Bernd Leno im Tor der Leverkusener vor der Pause nicht sonderlich geprüft. Der venezolanische Torjäger Jose Rondon und der brasilianische Superstar Hulk deuteten zwar einige Male ihre Klasse an, so richtig gefährlich wurde es im Leverkusener Strafraum aber nicht.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Bayer den Druck und wurde nach einer knappen Stunde belohnt. Nach guter Vorarbeit von Calhanoglu gelang dem Italiener Donati mit einem präzisen Schuss sein erstes Tor in der Champions League. Nur fünf Minuten später konnte sich der Grieche Papadopoulos ebenfalls erstmals als Torschütze in der Königsklasse auszeichnen, als er nach einem gefühlvollen Freistoß von Calhanoglu mit dem Kopf zur Stelle war. Mit der 2:0-Führung im Rücken brachte Bayer den Sieg abgeklärt über die Zeit.

Leverkusens Trainer Roger Schmidt hatte im Gegensatz zum 3:3 der Werkself am Samstag beim VfB Stuttgart, als Bayer eine 3:0-Führung verspielt hatte, drei Veränderungen in seiner Startelf vorgenommen. Auf der rechten Seite der Viererkette spielte Donati für Robero Hilbert, auf der linken Seite Wendell für Tin Jedvaj. Zudem kehrte der zuletzt angeschlagene Nationalspieler Lars Bender ins defensive Mittelfeld zurück, sodass Calhanoglu wieder in die Mittelfeldzentrale rücken konnte.

Calhanoglu, von dem vor der Pause bis auf seinen Kopfball wenig zu sehen war, machte nach der Pause den Unterschied aus. Der türkische Nationalspieler überzeugte nicht nur als Vorlagengeber, sondern lenkte auch ansonsten das Spiel der Leverkusener mit viel Übersicht. Calhanoglu war denn auch neben Son und dem starken Wendell bester Leverkusener.

Stefan Kießling, der in der Saison 2007/08 das Viertelfinalaus von Bayer im UEFA-Cup gegen Zenit als einer von noch drei aktuellen Bayer-Profis miterlebt hatte, stand dagegen zumeist auf verlorenem Posten.

Bei den Russen, die in dieser Champions-League-Saison ihre ersten Gegentore kassierten, gefielen der Spanier Javi Garcia und der belgische Nationalspieler Axel Witsel.

SID

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