Nur ein deutsches Team im Viertelfinale

Champions-League-Auftritte: Niersbach reagiert besorgt

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Wolfgang Niersbach ist mit dem Abschneiden der deutschen Vereine in der Champions League unzufrieden.

Berlin/Hennef - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat mit Sorge auf das Ausscheiden eines Bundesliga-Trios im Achtelfinale der Champions League reagiert. Außerdem will sich der DFB verstärkt für Flüchtlinge und Integration engagieren. 

„Es bestätigt nur das, was wir schon nach der glorreichen WM angekündigt hatten: Es gibt kein Ausruhen, kein Nachlassen, wir müssen dran bleiben, um die Spitze zu halten“, sagte Niersbach am Donnerstag in Berlin.

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ergänzte, dass es nun wichtig wäre, wenn Bayern München als einzig verbliebener Bundesligist das Finale der Königsklasse in der deutschen Hauptstadt am 6. Juni erreichen würde: „Ich hoffe jetzt, dass die Bayern den Weg nach Berlin finden.“

Dortmund "verdient ausgeschieden"

Liga-Präsident Reinhard Rauball sah das Abschneiden der Klubs in der ersten K.o.-Runde der Champions League nicht ganz so dramatisch. „Schalke hätte weiterkommen können, für Leverkusen war es sehr unglücklich. Der einzige Klub, der verdient ausgeschieden ist, war leider Borussia Dortmund“, sagte der BVB-Präsident.

Rauball zeigte sich vom Rückspiel der Dortmunder gegen Juventus Turin (0:3) sehr enttäuscht. „Wir sind auf eine Mannschaft getroffen, die uns in allen Belangen, die im modernen Fußball wichtig sind, überlegen war“, sagte 68-Jährige.

600 000 Euro für guten Zweck

Der DFB kündigte außerdem am Donnerstag an, sich gemeinsam mit der Bundesregierung  finanziell für Flüchtlinge zu engagieren. Die DFB-Stiftung „Egidius Braun“, die deutschen Weltmeister und das Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel spenden im Rahmen der Initiative „1:0 für ein Willkommen“ Geld an Vereine, die Flüchtlinge in Deutschland unterstützen.

Im Zeitraum 2015/2016 geben Braun-Stiftung und Nationalmannschaft jeweils 150.000 Euro, weitere 300.000 Euro steuert die Bundesregierung bei. Das teilte der DFB am Donnerstag mit. Die zu fördernden Vereine sollen etwa Ideen zur Integration von Flüchtlingskindern entwickelt oder konkrete Hilfsmaßnahmen ergriffen haben. 600 Klubs erhalten je eine Starthilfe von 500 Euro.

DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel, der die Finanzen der nach DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun benannten Stiftung verantwortet, nannte die Spende aus dem Prämientopf der Spieler „eine tolle Geste der Mannschaft, die wieder einmal eindrucksvoll zeigt, dass sich das Team seiner sozialen Verantwortung bewusst ist“.

Spieltag im Zeichen der Integration

Der deutsche Fußball verstärkt zudem angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen seine Bemühungen für eine bessere Integration. Die Stiftungen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des DFB schnürten gemeinsam mit der Bundesregierung ein auf zwei Jahre angelegtes Finanzpaket über 1,2 Millionen Euro, das Amateurvereinen für ihre Integrationsarbeit zur Verfügung gestellt wird.

Zudem steht der kommenden Spieltag in der Bundesliga und 2. Liga im Zeichen der Integration. Im Fernsehen werden Werbespots mit Fußballstars wie Ilkay Gündogan und Benedikt Höwedes laufen. In allen Stadien sind vielfältige Aktionen zu dem Thema geplant. Der Trikotsponsor des 1. FC Köln (REWE Group) verzichtet zudem auf seinen Namenszug auf der Brust der Spieler. Dafür steht auf dem Trikot das Wort „Toleranz“.

„Wir wollen ein Zeichen setzen und für eine echte Willkommenskultur in Deutschland werben“, sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball bei der Vorstellung der „Integrationsinitiative des deutschen Fußballs“ im Bundeskanzerlamt am Donnerstag: „Es gibt leider noch ein paar Leute, die überzeugt werden müssen.“

Besonders Amateurvereine betroffen

Niersbach ergänzte, dass das Problem der zunehmenden Flüchtlinge vor allem die kleinen Amateurvereine treffe. Deswegen werde demnächst eine Broschüre an die Klubs verschickt mit nützlichen Hinweisen zum richtigen Umgang mit dem Thema. „Wir wollen die Menschen, die schlimme Einzelschicksale hinter sich haben, mit offenen Armen und offen Türen empfangen“, sagte Niersbach.

Staatsministerin Aydan Özoguz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, dankte dem Fußball für die Unterstützung. „Ich musste keine Türen einrennen, sie standen mir bereits offen“, sagte Özoguz und ergänzte: „Wir wollen deutlich machen, dass um uns herum nicht alle Menschen in Frieden leben, dass manche zu Flüchtlingen werden, und dass wir damit umgehen wollen.“

SID

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