1. NRW Fußballfilm-Festival

Kultfilme an Kultorten und Spielerkabinen

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Patrick Arnold vom LAG-Büro in Düsseldorf organisiert das „1. NRW Fußballfilm-Festival“.

Düsseldorf - Mit dem „1. NRW Fußballfilm-Festival“ geht die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der 15 Fanprojekte in Nordrhein-Westfalen neue Wege. Im ganzen Bundesland werden im Verlauf von 23 Veranstaltungen Spielfilme, Dokumentationen, Klassiker und Neuheiten gezeigt.

Kultfilme an Kultorten, Kino in Kneipen und Spielerkabinen sowie jede Menge Kultur – mit dem „1. NRW Fußballfilm-Festival“ geht die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der 15 Fanprojekte in Nordrhein-Westfalen neue Wege. Vom 17. bis zum 27. Oktober werden im ganzen Bundesland im Verlauf von insgesamt 23 Veranstaltungen Spielfilme, Dokumentationen, Klassiker und Neuheiten gezeigt.

Die LAG NRW ist 2014 auf Initiative der Fanprojekte und des Landes-Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport gegründet worden. Patrick Arnold, der vorher drei Jahre als Fanbeauftragter des FC Schalke 04 gearbeitet hatte, und seine Kollegin Sandra Giertz arbeiten seitdem im LAG-Büro in Düsseldorf in Vollzeit. Die LAG ist eine unabhängige Fachorganisation zur Förderung von Sozialarbeit mit jugendlichen und jungen erwachsenen Fußball-Fans auf Landesebene. Arnold erklärt: „Wir sind die interessenpolitische Vertretung der Fanprojekte. Wir machen Lobbyarbeit für Fanprojekte im Landtag und versorgen das zuständige Ministerium mit Informationen zu den Fanprojekten.“

Veranstaltung für alle Fußball-Fans

Das Programm des 1. NRW Fußballfilm-Festivals.

Mit dem Filmfestival will die LAG laut Arnold ihr „Portfolio vergrößern“: „Wir haben die Möglichkeit, mit unseren Fanprojekten gemeinsame Kampagnen zu starten und haben uns entschlossen, eine Kulturveranstaltung zu organisieren. Auch um den Fokus mal von der Fußball-Gewalt wegzubekommen, mit der ja Fanprojekte oft in Verbindung gebracht werden. Das Filmfestival soll eine Veranstaltung sein, die alle Fußball-Fans anspricht“, sagt Arnold. Zudem solle das Filmfestival im besten Fall der Startschuss für ein regelmäßiges Event sein.

Hintergrund des Filmfestivals ist es auch, die Türen der Fanprojekte ein bisschen zu öffnen. „Dass die Leute wirklich einmal sehen können, was in den Projekten passiert. Und wir wollen natürlich interessante Filme aus dem Bereich Fußball zugänglicher machen. Da gibt es ein paar schöne Veranstaltungen“, sagt Arnold.

Attraktive Locations

Eine Szene aus dem Klassiker "Fußball ist unser Leben".

Das Festival wird von der LAG koordiniert. Partner des Festivals ist die renommierte Produktions-Firma „11mm“, die sich um die nötigen Vorführgenehmigungen und das Filmmaterial gekümmert hat. Die Fanprojekte erhielten ein entsprechendes Angebot und konnten auswählen. Auf der langen Liste der Filme stehen Klassiker wie „Fußball ist unser Leben“ oder „Nordkurve“, aber auch aktuelle Produktionen. Wie „Ayaktakimi“, eine Film über die Fanszene in der Türkei, oder „Zweikämpfer“, ein Film über arbeitslose Fußballer.

Attraktiv sind nicht nur die Filme selbst, sondern auch die Locations, die landesweit ausgesucht wurden. So wird der Streifen „Das Phänomen WSV“ in der Spielerkabine des Wuppertaler SV im Stadion am Zoo gezeigt. „Fußball ist unser Leben“, der Kult-Streifen über Schalke mit Uwe Ochsenknecht und Ralf Richter, läuft in der altehrwürdigen Glückauf-Kampfbahn in Gelsenkirchen. Hier ist auch Schalkes Ex-Spieler Yves Eigenrauch als Interview-Partner dabei. Und Adolf Winkelmanns Film „Nordkurve“ wird im Lernzentrum direkt im Dortmunder Signal Iduna Park gezeigt.

Schülervorführung in der Schalker Arena

Es dürfte kaum bessere Orte geben, um diese Klassiker aufzuführen. In der Schalker Arena wird zudem am 27. Oktober der neue riesige Videowürfel für eine Schülervorführung von „Rebellen am Ball“ genutzt. „Es sind alle Schulen in Gelsenkirchen dazu eingeladen, wir rechnen dabei mit einer guten Resonanz“, sagt Arnold. Der Film von und mit dem exzentrischen Superstar Eric Cantona wurde auch von einigen anderen Fanprojekten ausgewählt.

In Düsseldorf wird zudem ein „Japan-Tag“ eingelegt. „Wir haben hier die größte japanische Community in Deutschland, weshalb das nahe lag“, so Arnold. Gezeigt wird „Don‘t say that word“ auf japanisch. Interessant dürfte auch das so genannte „Tresen Kino“ in Düsseldorf und Köln werden, wo laut Arnold in zwei Fußball-affinen Kneipen Filme bei „einem Bierchen“ geschaut werden können. In Bielefeld ist das Festival ein Bestandteil der dortigen Kinotage.

Auch ein weiterhin im Fußball äußerst brisantes Thema wird in das Film-Festival eingebettet. Im Düsseldorfer Programmkino Metropol geht es unter dem Motto „Kampflesbe und Schwuchtel“ um Homophobie im Fußball. „Wir zeigen zu diesem Thema den Film ,Zwei Gesichter‘ und stellen im anschließenden Talk die Frage: Wie tolerant und bunt ist unser Sportland NRW?“, so Arnold.

Das gesamte Programm ist auch auf der Facebook-Seite der LAG (11mm - 1. Fußballfilmfestival NRW) zu finden. Viele der Veranstaltungen sind kostenlos, maximal wird ein Unkostenbeitrag von vier oder fünf Euro erhoben.

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