Hermann Aschwer läuft seinen 100000. Kilometer

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Zu seinem Jubiläum gönnte sich Hermann Aschwer ein paar neue Laufschuhe.

Ameke - Seit 36 Jahren läuft Dr. Hermann Aschwer regelmäßig, seit 1983 ist er Triathlet – und zwar ein ziemlich erfolgreicher. In der kommenden Woche wird der 69-Jährige ein ganz besonderes Jubiläum feiern.

„Es wird mein insgesamt 100 000. Lauf-Kilometer seit April 1980 werden“, sagt er – und fügt voller Stolz hinzu: „Das ist zweieinhalb Mal um den Äquator.“

Dass er Anfang Juni „einen für mich denkwürdigen Trainingslauf“ absolvieren wird, stellte Aschwer erst vor einigen Tagen fest. Schließlich hat er alle Läufe – Wettbewerbe und Trainingseinheiten – handschriftlich protokolliert. „In 36 Laufjahren sind das auch für mich stolze 100 000 Kilometer. Im Mittel macht das 2 777 km pro Jahr“, sagt der Fachbuch-Autor, der damit seit 1980 pro Tag durchschnittlich 7,6 Kilometer gelaufen ist. Sein Bestwert datiert aus 1983. Allein in diesem Jahr spulte der Ameker rund 5 000 km ab. Aschwer war damals 36 Jahre alt. „Da wollte man seine Leistungsgrenzen erkennen“, erklärt er.

Läufe im Sauerland sind „für die Seele“

Aktuell sind es „nur“ noch 1 800 km im Jahr. „Das sind nicht mal 40 km in der Woche“, sagt Aschwer. Zwei bis drei Mal pro Woche ist der Ausdauersportler unterwegs. „Auch mal eine Woche gar nicht. Ich habe keinen fixen Plan, trainiere nicht auf bestimmte Zeiten.“ Die schönsten Läufe absolviert er im Sauerland. „Das sind Läufe für die Seele. Es geht darum, es zu genießen.“

Ansonsten, das gibt Aschwer zu, sei er ein Mensch, der Ziele braucht. Erreicht hat der 69-Jährige schon viele. Er bestritt weltweit 91 Marathonläufe über 42,195 km, 164 Halbmarathons und sogar einen Lauf über 84,4 km. „Insgesamt waren es bis heute mehr als 700 Wettkämpfe“, sagt Aschwer und zählt die Triathlons dazu. Neben den 100 000 Lauf-Kilometern kommt der langjährige Triathlet laut eigener Berechnung auch noch auf mehr als 224 000 Rad-Kilometer und mehr als 5 000 Schwimm-Kilometer. „Schwimmen gehe ich zurzeit wenig, im Urlaub schon mehr“, sagt Aschwer.

Zuletzt war er als einer von knapp 2 500 „eisernen“ Teilnehmern bei Österreichs größtem Triathlon über die Halbdistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Rad fahren und 21,1 km Laufen) am Start. Der Ameker sicherte sich in St. Pölten den zweiten Platz in seiner Altersklasse M 65-69 – und damit die Startberechtigung für die WM. Er entschied sich jedoch, den Startplatz wegen anderweitiger Saisonplanungen weiterzugeben. „Ein alter Freund aus Slowenien ist 36 Sekunden vor mir im Ziel gewesen.“

Für 2016 wünscht sich Aschwer „noch viele weitere bewegte Kilometer auf dem Rad, per pedes oder im Wasser“. Denn „Langeweile gibt’s bei mir nicht“. Und das Wetter kann den 69-Jährigen auch nicht stoppen. „Wenn es im Sommer zu heiß ist, geht man eben mehr schwimmen, wenn es kälter ist, steigt man aufs Rad. Und laufen kann man sowieso immer.“ Um Verletzungen vorzubeugen, kommt viel Gymnastik hinzu. „Das ist wichtig.“ Anfang der 90er-Jahre stürzte Aschwer zwei Mal schwer. Ein Schlüsselbeinbruch ist das Schlimmste, was ihm passiert ist.

Zu seinem Jubiläum, dem 100 000. Kilometer, gönnte sich Hermann Aschwer ein paar neue Laufschuhe. „Die werden mich in Zukunft auf meinen Trainings- und Wettkampfstrecken begleiten.“

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