Tore, Tumult, Loch im Platz und Rote Karte beim SVD

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Dennis Popil (am Ball) brachte den SV Drensteinfurt in der ersten Halbzeit in Führung und flog kurz vor dem Ende mit Rot vom Platz. Aykan Sahin (rechts) vom Türkischen SC Hamm wurde bereits kurz vor dem Pausenpfiff ausgewechselt.

Drensteinfurt - Bezirksliga 7: SV Drensteinfurt – Türkischer SC Hamm: 3:0. Drei Tore, viel Temperament, ein Loch im Platz und kurz vor dem Schlusspfiff einen Tumult: Die wenigen Zuschauer, die trotz der Wetterkapriolen ins Sportzentrum Erlfeld gekommen waren, um das Bezirksliga-Spiel zwischen den Fußballern des SVD und des TSC Hamm zu sehen, bekamen einiges geboten.

Während die Kontrahenten meist unterschiedlicher Auffassung waren, was die Schiedsrichterentscheidungen betraf, gab es nach dem Abpfiff zumindest keine zwei Meinungen, dass sich der SVD den Erfolg (3:0) verdient hatte. „Die Luft ist raus. Nach oben geht nichts mehr, nach unten auch nicht“, sagte ein enttäuschter TSC-Trainer Erdal Akyüz. „Wir haben die erste Halbzeit total verpennt und uns den Schneid abkaufen lassen. Nach der Pause haben sie das Ergebnis verwaltet.“ Die Mannschaft, die mehr wollte, habe gewonnen, so Akyüz.

Beste Platzierung seit dem 4. Spieltag

Ivo Kolobaric freute sich darüber, dass sein Team hinten sicher gestanden und so gut wie „gar keine Chance zugelassen“ habe. „Nach dem 2:0 war klar, dass wir das Spiel gewinnen“, sagte der Coach der Drensteinfurter, die durch den Sieg am Tabellennachbarn vorbeizogen und als Neunter so gut dastehen wie seit dem 4. Spieltag nicht mehr. Der Klassenerhalt ist bei elf Punkten Vorsprung auf den Vorletzten Liesborn so gut wie perfekt. Auch die Hammer – sie stehen nach der vierten Pflichtspielniederlage in Serie nur noch auf Platz elf – müssen sich keine Sorgen machen.

Der SVD musste auf Jens-Uwe Niemeyer (fünfte Gelbe Karte), Jan Wiebusch (verletzt), Davor Brajkovic (private Gründe) und Oliver Logermann (krank) verzichten. In der Anfangsphase gab es zwar viele Fouls – Schiedsrichter Michael Wellmeier (Münster) ließ viel durchgehen –, aber keine Chancen. Nach Hagel am Vor- und Schnee am Nachmittag zeigten sich die Gastgeber vor dem Tor eiskalt. Ein Freistoß von Dominik Heinsch aus dem Halbfeld landete auf dem Kopf von Isse Sander, der Abschluss von Dennis Popil im langen Eck – 1:0 (28.). Unhaltbar war das 2:0 von Michel Eising, der nach Vorarbeit von Popil aus gut 20 Metern mit links traf (41.). Akyüz setzte ein Zeichen und nahm Aykan Sahin noch vor dem Pausenpfiff vom Feld.

Spieler der Gäste geht Kolobaric an, Popil fliegt

In der zweiten Halbzeit verpassten Sven Wiebusch (59., 60.) und der eingewechselte Jure Glavina (60.) die Entscheidung. Danach musste ein Loch im Platz mit Asche von der Laufbahn und Sand aus der Sprunggrube gefüllt werden. Kevin Kocaalan hatte den Anschlusstreffer auf dem Fuß, schoss aber weit drüber (74.). Auf der anderen Seite vergab Glavina (77.). In der 85. Minute wurde es hitzig: Der junge Popil sah nach einem überflüssigen Foul von hinten die Rote Karte – eine harte, aber vertretbare Entscheidung. An der Seitenlinie trug TSC-Kapitän Emir Bajric einen Disput mit Kolobaric aus, Abdullah Sahin, der spuckte und vom Platz hätte fliegen müssen, ging den SVD-Coach sogar an. Nachdem sich die Emotionen gelegt hatten, setzte Glavina in der siebenminütigen Nachspielzeit mit dem 3:0 in Unterzahl den Schlusspunkt.

„Ich habe Verständnis für den Schiedsrichter“, sagte Ivo Kolobaric, dessen Team das Hinspielergebnis umdrehte, betonte aber auch: „Er hätte ruhig etwas mutiger sein können.“ 

SVD: Kemper, Heinsch, Niehues, van Elten, Eising, Seib, Sander, S. Wiebusch, Fröchte, Popil, Juras (eingewechselt: Günner, Glavina, Wichmann)

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