Zweite Runde steht an

Werder und BVB im DFB-Pokal unter Druck

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Viktor Skripnik gibt am Dienstag in der DFB-Pokal-Partie in Chemnitz sein Debüt als Chefcoach von Werder Bremen.

München - Wende oder Tiefpunkt: Die beiden kriselnden Bundesligisten Borussia Dortmund und Werder Bremen stehen in der zweiten Runde des DFB-Pokals enorm unter Druck. Ihre Gegner hoffen auf die Sensation.

Borussia Dortmund will sich den Bundesliga-Frust von der Seele schießen, Werder Bremen hofft auf einen perfekten Einstand ihres neuen Trainers: Für die beiden Krisen-Klubs geht es in der zweiten Runde des DFB-Pokals am Dienstagabend um mehr als nur den Einzug ins Achtelfinale und die Prämie von knapp einer halben Million Euro. Bei einer Pokal-Pleite gegen krasse Außenseiter droht in Dortmund und Bremen endgültig eine Herbstdepression.

Vor allem die Borussia steht beim ebenfalls kriselnden Zweitligisten FC St. Pauli nach vier Bundesliga-Niederlagen in Folge enorm unter Druck. „St. Pauli ist im Pokal unsere Hürde, und da müssen wir rüber. Alles andere interessiert nicht“, sagte Trainer Jürgen Klopp, der an das Prestige-Duell gegen Rekordmeister Bayern München am Samstag noch keinen Gedanken verschwenden wollte.

„Wir wollen unsere Situation verbessern, das wird man uns hoffentlich ansehen“, ergänzte Klopp. Das Pokalspiel in Hamburg kommt gerade recht, denn jeder Wettbewerb außerhalb der Bundesliga scheint für Klopps Truppe derzeit einer Therapie-Sitzung gleichzukommen. Auch in der Champions League ist die Bilanz makellos (drei Spiele, drei Siege, 9:0-Tore).

Auf die viel zitierten eigenen Pokalgesetze pochen aber auch die Paulianer. „Das ist ein vollkommen anderer Wettbewerb, in dem wir in dieser Saison noch ungeschlagen sind“, sagte Trainer Thomas Meggle, der den Millionenstars aus Dortmund ein „dreckiges Spiel“ am Millerntor ankündigte: „Ich bin sicher, dass die Dortmunder lieber zu Hause gespielt werden. Jetzt werden wir alles dafür tun, dass diese Nacht in die Geschichte unseres Vereins eingeht.“

Werder mit Neu-Start unter Skripnik

Werder Bremens Pokalgeschichte ist ruhmreich, im Zweitrunden-Duell beim Drittligisten Chemnitzer FC spielt die Vergangenheit aber keine Rolle. Unter Neu-Trainer Viktor Skripnik soll der Bundesliga-Letzte zurück in die Erfolgsspur finden, auch wenn der Nachfolger von Robin Dutt kaum Zeit zum Training mit der Mannschaft hatte.

„Vielleicht ist es ganz gut, dass es so schnell weitergeht, da denken die Spieler weniger über unsere Situation nach“, sagte der frühere Profi und forderte von seinem Team: „Wir dürfen nicht mit hoher Nase in das Spiel gehen, dafür aber mit breiter Brust.“

Hertha BSC hofft derweil im Auswärtsspiel beim Drittligisten Arminia Bielefeld auf den nächsten Schritt zum „Finale daheim“. Seit das Endspiel im Berliner Olympiastadion ausgetragen wird, hatten es bislang lediglich die Hertha-Amateure 1993 so weit gebracht. Dass für die Profis auch diesmal früh Endstation ist, dafür will auf Arminia-Seite auch der Ex-Herthaner Peer Kluge sorgen.

„Wir werden einen großen Kampf bieten“, sagte Kluge, der Berlin im Unguten verließ. Der Mittelfeldspieler hatte nach seiner Ausbootung vor dem Berliner Landgericht erfolglos auf eine Rückkehr ins Training der ersten Mannschaft geklagt.

In die Rolle des Favoritenschrecks wollen auch die unterklassigen VfR Aalen (gegen Hannover 96), MSV Duisburg (gegen 1. FC Köln), Dynamo Dresden (gegen VfL Bochum) und Kickers Offenbach (gegen Karlsruher SC) schlüpfen. Ein Duell auf Augenhöhe dürften sich die beiden Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und die SpVgg Greuther Fürth liefern.

SID

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