Kein offizieller Abschied für den Kapitän

Trauriger Tuchel - Keine Blumen für Mats Hummels

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Mats Hummels (links) und Thomas Tuchel.

Dortmund - Zum letzten Mal wird am Samstag (15.30 Uhr) Mats Hummels nach acht erfolgreichen Jahren die Mannschaft des BVB im finalen Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Köln im Signal Iduna Park auf das Feld führen. Doch Blumen zum Abschied wird der zum FC Bayern München zurückkehrende Innenverteidiger nicht erhalten.

„Mats wird nicht offiziell verabschiedet, weil die Saison ja auch noch nicht beendet ist“, bestätigt BVB-Pressesprecher Sascha Fligge. „Das werden wir nach dem Pokalfinale in Berlin im internen Kreis tun.“

Dennoch wird Hummels noch einmal im Mittelpunkt des Geschehens stehen, denn die Begegnung mit den Kölnern sieht Thomas Tuchel keineswegs als Generalprobe für das DFB-Pokalfinale an. „Wir werden aber niemanden schonen“, versichert der Dortmunder Fußball-Lehrer. „Wir hoffen, die Zuschauer zu begeistern und wollen die Saison mit einem Sieg beenden. Das wäre auch ein guter Start in die Pokalwoche."

Dennoch gesteht selbst Tuchel ein, dass angesichts der Tabellenkonstellation die Anspannung nicht mehr besonders hoch sei. Erleichtert zeigt sich der Trainer darüber, dass das Thema Hummels endgültig vom Tisch ist, auch wenn er sich von der Entscheidung des Nationalspielers enttäuscht zeigt. „Wir haben alles dafür getan, ihn zu überzeugen, dass er bei uns bleibt. Es hat nicht gereicht, das akzeptieren wir, auch wenn wir darüber sehr, sehr traurig sind“, betont der BVB-Coach. „Wir haben trotzdem das Gefühl, dass es gut ist, dass jetzt Klarheit herrscht.“

Für die Dortmunder geht es ab sofort darum, einen geeigneten Nachfolger zu finden, obwohl das laut Tuchel nur sehr schwer gelingen wird. „Wichtig ist, dass wir uns davon frei machen, jemanden auf diesem Niveau zu finden, der Hummels eins zu eins ersetzt. Wir müssen neue Ideen finden, die Stärken von Mats umverteilen."

Umso mehr freut sich der Dortmunder Fußball-Lehrer darüber, dass der Borussia der Transfercoup mit Frankreichs Supertalent Ousmane Dembélé, der Pfingstsonntag 19 Jahre alt wird, gelungen ist, der bis 2021 für 15 Millionen Euro von Stade Rennes verpflichtet wurde. „Wir waren sehr früh an ihm dran und haben um ihn geworben. Er ist ein außergewöhnlicher junger Spieler, er ist torgefährlich, ein Dribbler und sehr neugierig“, sagt Tuchel. „Der Transfer ist sehr besonders, weil er trotz der ganzen Angebote standhaft geblieben ist, obwohl man dafür sogar Verständnis haben müsste. Dass er trotzdem weiter zu seiner Zusage stand, lässt Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit und seinen guten Charakter zu. Ich freue mich sehr aufs erste Training mit ihm."

Im letzten Saisonspiel gegen die Kölner stehen Dortmund die verletzten Ilkay Gündogan, Neven Subotic und Joo-Ho Park nicht zur Verfügung. Freiwillig verzichtet Tuchel auf die A-Jugendlichen Felix Passlack und Christian Pulisic, die am Montag mit den A-Junioren im zweiten DM-Halbfinale bei 1860 München noch die unglückliche 1:2-Hinspielniederlage wettmachen wollen.

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