Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang ist aus dem Rhythmus gekommen

Dortmund - Die Quote war beeindruckend: 18 Tore erzielte Dortmunds Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang in 17 Bundesliga-Spielen der Hinserie. „Er ist damit die Messlatte für alle“, schwärmte BVB-Trainer Thomas Tuchel damals von den Qualitäten des Gabuners. Doch in der Rückrunde lief es beim extravaganten 26-Jährigen, der schnelle Autos und schrille Klamotten liebt, nicht mehr so gut.

Gerade einmal drei Tore erzielte Aubameyang in den vergangenen neun Liga-Begegnungen, insgesamt sieben waren es noch bei 14 Einsätzen im Oberhaus. Aubameyang hat durch die vielen englischen Wochen mit der Dreifachbelastung durch Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League seinen Rhythmus verloren. Was er im ersten Halbjahr sehr gut meisterte, wurde im zweiten zum Problem. Angesichts von kleineren Verletzungen wie einer Prellung oder einer Knochenabsplitterung im Zeh, nicht zuletzt auch wegen Tuchels personeller Rotation, stand Afrikas Fußballer des Jahres 2015 längst nicht mehr so oft auf dem Rasen wie vor dem Jahreswechsel.

Deswegen sucht er derzeit nach seiner Form. In den beiden letzten Bundesliga-Begegnungen in Frankfurt und Köln blieb er blass. Deshalb hofft sein Coach im Finale gegen die Bayern auf den „alten“ Aubameyang, der nach dem Trainerwechsel von Jürgen Klopp auf Tuchel fast schon explodierte. Der Dortmunder Fußball-Lehrer führte im vergangenen Sommer sehr viele Gespräche mit dem Gabuner, arbeitete zudem dabei viel mit Videos.

Laut Aubameyang herrscht zwischen ihm und Tuchel ein sehr gutes Verhältnis, weil beide über alles reden. „Das ist wichtig für mein Selbstvertrauen. Er tut mir wirklich gut“, schwärmt der Stürmer von Tuchels Qualitäten, die ihn auf ein Top-Level gebracht haben. 15 Millionen hat der BVB vor gut drei Jahren für Aubameyang an den französischen Klub St. Etienne überwiesen. Mittlerweile ist er ein vielfaches davon Wert. Doch Sorgen, dass er vor der Saison dem Lockruf des Geldes zu einem anderen europäischen Spitzenteam folgen könnte, haben die Dortmunder nicht. Schließlich wurde Aubameyangs Vertrag vorzeitig bis 2020 verlängert. Er ist für die Schwarz-Gelben unersetzlich. In insgesamt 48 Pflichtspielen der Saison erzielte er 48 Treffer, bereitete zudem zwölf vor. Der Gabuner war also an 51 Dortmunder Toren direkt beteiligt.

Der beeindruckenden Bilanz soll heute der erste Titel mit der Borussia folgen, der ihm das Bleiben versüßen würde. Denn dass er eines Tages zu seinem Traumverein Real Madrid wechseln will, ist ein offen geäußerter Wunsch Aubameyangs. Doch die Erfüllung dieses Traumes kann nach Meinung der BVB-Verantwortlichen durchaus noch ein bisschen warten. - P.Sch

Rubriklistenbild: © dpa

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