Europa Legue

Dortmund schlägt Porto mit 2:0 bei Sahins Comeback

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Seltenes Tor-Vergnügen: Lukasz Piszczek (Mitte) brachte Dortmund gegen Porto in Führung.

Dortmund - Es war eine taktisch reife und kluge Vorstellung. Mit kontrollierter Offensive verschaffte sich der BV Borussia Dortmund im Zwischenrunden-Hinspiel der Europa League eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Donnerstag in Portugal. Dank der Treffer von Lukasz Piszczek (6.) und Marco Reus (71.) siegte der Bundesligist vor 65 851 Zuschauern verdient mit 2:0 (1:0) gegen einen zuvor stark eingeschätzten FC Porto, der sich allerdings sehr harmlos präsentierte.

„Die Mannschaft hat abgeklärt und souverän agiert, die Partie jederzeit im Griff gehabt“, freute sich Michael Zorc über die ansprechende Leistung der Schwarz-Gelben, doch war der Sportdirektor mit dem Ergebnis am Ende nicht ganz zufrieden. „Wir wissen, was uns in Porto erwartet. Deshalb hätten wir noch ein oder zwei Tore mehr machen müssen, das wäre auch gerecht gewesen.“

BVB-Trainer Thomas Tuchel sorgte bereits vor dem Angriff für eine Riesen-Überraschung. Wie aus dem Nichts heraus feierte Nuri Sahin sein Comeback. Das letzte Pflichtspiel hatte er am 28. Februar 2015 beim 3:0 im Derby gegen Schalke bestritten, musste danach fast ein Jahr lang mit Verletzungen im Leistenbereich zuschauen. Gegen Porto stand er plötzlich ohne jegliche Spielpraxis in der Startformation, weil Mittelfeld-Taktgeber Ilkay Gündogan wegen eines Infekts ebenso passen musste wie Torhüter Roman Weidenfeller. Wegen zuletzt wenig überzeugender Leistungen stand Gonzalo Castro nicht einmal im Kader.

Borussia Dortmund schlägt Porto 2:0

Sahin genoss trotz der langen Zwangspause bei Tuchel stets eine enorme Wertschätzung, der Fußball-Lehrer lobte Geduld und Trainingsfleiß des türkischen Nationalspielers. „Nuri wird für uns noch herausragend spielen, da bin ich mir sicher“, betonte der Coach. „Er wird für uns in der Saison sehr wichtig werden.“ Tuchel sollte Recht behalten, obwohl Sahins Auftritt nach 57 Minuten beendet war. Für ihn kam Moritz Leitner. „Nuri hat auf seinen Einsatz gebrannt und großartig gespielt. Er hat mir zuvor gesagt, dass er kein Freundschaftsspiel braucht, absolut bereit sei. Ich bin froh, dass das auf diesem Niveau so geklappt hat“, freute sich Tuchel. „Dass es nur für eine Stunde reichen würde, war vorher klar.“

Die Fans stimmten die BVB-Profis mit einer außergewöhnlichen Choreographie auf die Partie ein. „Das Album vollenden, es liegt in euren Händen“ spielten die Anhänger auf die Tatsache an, dass der Borussia einzig die Europa-League-Trophäe in der Titelsammlung fehlt. Die Dortmunder schienen die Botschaft von den Rängen verstanden zu haben, waren gleich auf Betriebstemperatur und gingen bereits nach sechs Minuten in Führung. Nach einer Ecke von Henrikh Mkhitaryan war es Außenverteidiger Lukasz Piszczek, der zunächst per Fuß an Portos Schlussmann Iker Casillas scheiterte, aber im Nachsetzen per Kopf vollstreckte. Dortmund kontrollierte fortan die Partie mit einer hohen Ballbesitzquote, ließ die Portugiesen vor der Pause nicht einmal gefährlich in Strafraumnähe kommen.

Der BVB trat auch im zweiten Durchgang nicht im Hurra-Stil auf, vermied jedes Risiko und war darauf bedacht, kein Gegentor zu kassieren. Und die Dortmunder warteten geduldig auf ihre Chancen. So gelang Reus nach 71 Minuten das längst fällige 2:0 nach Vorarbeit von Mkhitaryan. Der Arminier hatte in der Schlussphase Pech, dass er mit einem Kopfball nur den Pfosten traf. Erst kurz vor dem Ende besaß der FC Porto die erste große Möglichkeit in der Partie überhaupt, als der eingewechselte Hyun Jun Suk am zuvor fast beschäftigungslosen BVB-Torhüter Roman Bürki scheiterte.

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